Enslaved

Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Montag 30. November 2020, 16:15

Der Daumen ging für die Aussage nach oben, das Havoc meine Meinung diesbezüglich teilt, dass die „Monumension“ alt und neu verbindet und damit sehr vorausschauend ist ungeachtet, dass es davor die "Mardraum" gibt. Die "Monumension" macht das halt am besten und ist trotzdem für mich ein Übergangsalbum. Es klingt halt noch komplett unverbraucht und neu. Ach, ich weiß jetzt auch nicht ob klar geworden ist was ich sagen wollte. Aber nun… :-S

Ach ja, natürlich endet die klassische Frühphase mit der "Blodhemn".
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Re: Enslaved

Beitragvon Havoc » Montag 30. November 2020, 21:20

Pillamyd hat geschrieben:Ach ja, natürlich endet die klassische Frühphase mit der "Blodhemn".


Ja. Das stimmt schon. "Mardraum" und "Monumension" ebnen dann halt als Bindglied den Weg zur Neuphase, welche mit "Below The Lights" Fahrt aufnimmt. ;-)
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 6. Dezember 2020, 14:33

Enslaved | Utgard

Hier ist seit Erscheinen des Albums auch einige Zeit vergangen und somit auch schon des Öfteren rotiert. Mir hat es die Band, wie bekannt ist, nicht gerade leicht gemacht mit ihrem letzten Output. Umso gespannter war ich darauf, wie „Utgard“ bei mir ankommen wird. Vorab konnte man, wenn ich mich recht entsinne „Homebound“ hören. Ich hatte mir diesen angehört und konnte zunächst nicht viel damit anfangen. Klang etwas ungewöhnlich. Aber ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass ich das Album abwarten sollte.
Das war dementsprechend auch die richtige Entscheidung eben nicht vorab zu urteilen. Da ein Song im Albumfluss auch mal ganz anders wirken kann, als wenn er als Single ausgekoppelt wird.

Mit „Utgard“ hat die Band mich aber wieder ordentlich gepackt. Ich habe zu diesem Album wieder einen leichteren Einstieg gehabt, ähnlich wie mit der „In Times“. Die Band kommt von ihrem Fahrwasser nicht ab, wirken immer noch stark experimentell und psychedelisch und abgefahren. Sie kommen aber viel schneller auf den Punkt als zuletzt. Es wirkt um einiges kompakter auf mich. Wie eben jenes Album aus 2015. Wie die Band es schafft auf ihr eigenes Schaffen zurückzublicken und trotzdem ständig nach vorne zu gehen und sich weiterzuentwickeln lässt mich fasziniert zurück.
Schon sehr toll.

Ich kombiniere das ganze und tue es dem Havoc gleich und gehe ebenfalls von Song zu Song durch.

1. Fires In The Dark:

Die Gesänge am Anfang, wenn dann das Schlagzeug einsetzt. Dann dieser ruhige Part und dann dieses Gitarrenspiel das schon folkig daherkommt. Darauf das Knurren von Grutle. In den 6 Minuten passiert eine ganz schön große Menge.
Ein sehr gutes Beispiel wie variabel der Gesang eingesetzt werden kann ohne, dass es wie zusammengewürfelt wirkt. 9,0

2. Jettegryta:

Man könnte schon fast von einem typischen „Enslaved“ Song reden. So hätte der Song gut und gerne auch auf der „RIITIIR“ passen können. Sehr psychedelischer Song. Der vor allem in den cleanen Gesangspassagen durch die Dopplung (ich wette da hat es ein anderes Wort für, auf das ich gerade halt auch ums Verrecken nicht kommen will) zu Tragen kommt. 9,0

3. Sequence:

Rockt ordentlich...am Anfang. Mir kommen gleich „In Times“ Vibes in den Sinn. Der Song variiert aber natürlich auch noch und wird dann zu einem sehr getragenen Stück mit vielen Soundspielereien zum Ende hin. Der Klangteppich, der dadurch entsteht, ist beeindruckend. Bis dann wieder der Anfang vom Song aufgegriffen wird. 8,0

4. Homebound:

Das ist der Song der Vorab veröffentlicht wurde und den ich erstmal eher nichtssagend fand. Zu der Zeit habe ich aber auch ehrlich gesagt wenig „Enslaved“ gehört. Ich musste mich wohl wieder dran gewöhnen. Außerdem vermutete ich, dass der Song im Albumkontext mir besser reinläuft. Meine Vermutung bewahrheitete sich. Der Song wirkt trotz seiner härter, seinem kleinen Frickelpart in der Mitte schon fast schwunghaft. Lockert das Album komplett auf. Wie der Gesang am Ende hin verläuft ist auch sagenhaft. Toller Song. 9,5

5. Útgarðr:

Bedrohliches Intro zum nächsten Song.

6. Urjotun:

Was ein irritierender Anfang. Das hat echt ein paar Durchläufe gebraucht, bis ich die elektronischen Klänge verarbeitet habe und einordnen konnte. Das Ding spielt sich ganze anderthalb Minuten in Trance, bis es völlig zerknirscht aufwacht und durch die Gehörgänge taumelt. Hat man sich dran gewöhnt, macht der Song aber ein heidenspaß. 9,0

7. Flight Of Thought And Memory

Wow! Hier kommt er, mein erstes absolutes Highlight. Absolute geilerei was hier abgezogen wird. Der erste ruhigere Teil nachdem heftigen Part. Bei den Gesangslinien geh ich kaputt. Absolut grandios eingesungen. 10,0

8. Storms Of Utgard

Ebenfalls sehr rockiger und grooviger Einstieg. Für meinen Geschmack hätte man die Orgelklänge (?) am Anfang ruhig mehr in den Vordergrund mischen können. Meine Güte da passiert halt auch schon wieder so viel. Der Galopp in den harschen Bereichen. Die Gitarren kommen und gehen. Ich entdecke da einfach bei jedem Durchlauf etwas Neues. 10,0

9. Distant Seasons

Das Album führt den Weg mit wunderbaren Songs weiter und schließt es sogar ab. Meine Herren was ist das bitte denn für eine pure Schönheit von einem Song?
Der Gesang zu diesem wunderbar getragenen und ruhigen Song. Dazu dann der Chor im Hintergrund. Superschöne Sache der Song. Ich kann nicht mehr als wieder die Höchstnote zu zücken. 10,0


Dieser Hattrick am Ende ist pures Gold. Ein Album, das sich von Song zu Song hochschaukelt und einen überragenden Abschluss hat
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Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Samstag 12. Dezember 2020, 17:23

Ich hab Utgard jetzt auch dreimal durch und kann vorerst einmal bestätigen, dass es sich um einen Grower handelt. Einen Grower, der nach dem ersten Durchlauf schon einen sehr guten Eindruck hinterließ und aber nach dem zweiten Mal hielt ichs gar nimmer aus, bis ich die Scheibe wieder hören konnte. Erste Highlights ebenfalls das unfassbare Homebound, so emotional, so schön, dieser Klargesang, absolut großartig. Der Klargesang gefällt mir auch bei Sequence schon sehr gut. Von Útgarðr hätte ich sogar noch ein bisschen mehr Elektropop erwartet (erhofft?), ja, der Discosound ist ungewöhnlich, aber der Song ist dann gar nicht so tanzbar, wie ich anhand der Beschreibungen vermutet hätte. Bei Distant Seasons stimme ich in den Jubelchor wieder bereitwillig ein, fantastischer Song, fantastischer Closer. Und
Havoc hat geschrieben:9. Distant Seasons 04:31
Bereits nach fünf Sekunden denkt man, dass das bestimmt ein sehr guter Ausklangssong werden wird. Und so ist es. Beginnt ruhig…wird dann etwas fordernder. Und dann der Klargesang…mit später einsetzendem Kinderchor. Das ist so toll und wunderbar und hat man so von den Nordmännern wohl auch noch nicht gehört. Ganz toll!...9,5.

das ist ja nicht nur irgendein Kinderchor, sondern das sind die beiden Töchter von Ivar Bjørnson, Booklet lesen! ;-)

ENSLAVED ist ja für mich eine Band, die ich nicht als Black-Metal-Band kennenlernte und seither verfolge, sondern die seit meinen musikalisch frühesten Tagen nebenher mitlief. Die Isa kannte ich als einziges Album, bis ich mit Axioma Ethica Odini auch aktiv einstieg und seitdem läuft sie so nebenher mit. Ich sehe sie mir bei Gelegenheit live an, höre sie gern, aber nach den jeweils ersten Durchläufen eigentlich nur selten, kaufe aber immer die neuen Alben. So auch jetzt und von dieser bin ich so begeistert wie seit 10 Jahren nicht mehr. Das hat mich auch dazu veranlasst, meine sechs Alben wieder einmal zu hören, um Utgard besser einordnen zu können.

Isa finde ich übrigens nicht so toll, wie anscheinend die ganze restliche Welt, teilweise gut, teilweise sehr gut, manchmal aber fehlt mir der Punkt. Was will mir der Song sagen? Das ist oft weder Black Metal noch so klar progressive Musik wie in der letzten Dekade.

Axioma Ethica Odini ist und bleibt hervorragend. Der Opener ist ein Song für die Götter, der Riff, der Chorus, die Schlusspassage. Aber auch die anderen Songs halten das Niveau. Sehr gelungen!

Ich höre weiter, ob ich zu den restlichen Alben noch so viel schreibe, wird von der Zeit abhängen, auch eine genauere Meinung zur Utgard kommt hoffentlich noch einmal. Das aber einmal als erster Eindruck, Stand der Dinge und Live-Update.
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 17. Dezember 2020, 23:36

Schon jemand die Doku Reihe entdeckt über die Band?

Die ersten 6 sind raus. Die siebte Folge kommt am Samstag und jede weitere dann wöchentlich.
Hat mir total gut gefallen. Viel spaß damit :)

Episode 1
Episode 2
Episode 3
Episode 4
Episode 5
Episode 6
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Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 18. Dezember 2020, 01:09

Danke. Mal schauen, wann ich dafür die Zeit finde.
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Re: Enslaved

Beitragvon Drumtier » Dienstag 22. Dezember 2020, 13:37

Also in Kurzfassung finde ich RIITIR und In Times beide insofern ähnlich, als sie fantastische Songs, die aber vor allem bei In Times nicht immer langfristig hängen bleiben. E dann wieder ganz anders mit Saxophon und neuem Sänger und doch so vertraut ENSLAVED. Witzig eigentlich, war wirklich immer so eine Band, die da nebenher mitlief, aber ich bin grad richtig begeistert. Die Jahresplatzierung der Neuen ist noch nicht fix, wird aber vielleicht viele und auch mich überraschen.

Meine Eindrücke von den Songs der neuen decken sich auch ganz gut mit Pillamyd. Highlights sind Sequence mit dem fantastischen Klargesang, Distant Seasons und vor allem Homebound. Echt ein ganz starkes Album.
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Re: Enslaved

Beitragvon Pillamyd » Mittwoch 23. Dezember 2020, 22:40

Die Dokureihe ist super. Die Tage Folge 7 gesehen. Mit denen würde man gern einmal ein Bier trinken gehen. Echt sehenswert. Wie jung die doch damals angefangen haben. Das ist schon krass. Die ganze Entwicklung mit "Phobia" über "Enslaved". Die Besuche der früheren Proberäume usw.
Die Eltern die vorkommen. Hach, das ist schon sehr gut gemacht und tolle Landschaftsbilder gibts auch.

Drumtier hat geschrieben:Also in Kurzfassung finde ich RIITIR und In Times beide insofern ähnlich, als sie fantastische Songs, die aber vor allem bei In Times nicht immer langfristig hängen bleiben.


Da sind wir einer Meinung und dann wieder nicht :grins:
Bei mir ist es genau andersherum.

Drumtier hat geschrieben:...aber ich bin grad richtig begeistert.


Mich begeistert die Band gerade auch wieder sehr.

Seit gestern läuft hier das Debüt Album. Endlich darf ich das Teil hören. Wie schön das schon damals gewesen sein muss. Ich genieße da gerade jeden Durchgang und kriege echt Gänsehaut. Werde demnächst, was die Band betrifft nochmal ausholen müssen hier.
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Re: Enslaved

Beitragvon Jhonny » Dienstag 29. Dezember 2020, 16:38

Frühen ENSLAVED-Kram habe ich jetzt sehr günstig bei EMP bekommen :)
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Re: Enslaved

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 29. Dezember 2020, 17:22

Jhonny hat geschrieben:Frühen ENSLAVED-Kram habe ich jetzt sehr günstig bei EMP bekommen :)


Läuft... :dafuer:

Jhonny wird wieder der Alte. Hat ja jetzt wieder mehr Platz... ;-)

Ich glaube, mein CD-Zimmer braucht demnächst einen bestückbaren Raumteiler... ^.-
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