Der Kurzreview-Thread

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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 24. Oktober 2022, 03:58

Ja, habe ich dir tatsächlich einmal empfohlen. Zumindest meinen damaligen Anspieltipp 'Alexandria' fandest du auch nicht uninteressant. Allerdings warst du damals musikalisch gerade frisch auf einem sehr begeisterten Trip, der jedoch in eine gänzlich andere Richtung ging, meine ich mich vage zu erinnern.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 24. Oktober 2022, 04:05

Pillamyd hat geschrieben:Donald Fagen habe ich reingehört und weiß nicht so ganz was ich von halten soll. [...] Und in mir keimt die Frage auf zu welchen Anlässe ich die Musik laufen lassen sollte. [...]
Ich kanns mir spontan gerade nicht vorstellen.
Ja, schwer zu sagen. :?
Beim mit dem Fuß wippen und eine Katze streicheln. Oder während man mit einer (imaginären, schnüff... :-/ ) Freundin leicht beschwipst durch den Hausflur tanzt.
Vielleicht.
Oder beim alleinigen Strandspaziergang durch die Dünen im Frühjahr oder Herbst. Oder bei einem späten Nachtspaziergang im Winter durch den mondbeschienenen Wald, während sich ganz langsam der erste Schnee aufschichtet und wohlig unter den Sohlen knirscht.
Ähm, ja... .
Also, ich höre das Album auch eher selten.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Montag 24. Oktober 2022, 10:02

Alles Beispiele, die zeigen, dass das Album bei mir auch nicht häufig laufen würde :grins:

Ich hatte das einfach nur schlicht und ergreifend vergessen und ist somit aus dem Fokus gerutscht. Ja das Hauptaugenmerk liegt meist in eine andere Richtung. Aber auch gerade das Spiel hat gezeigt, dass es immer mal Ausreißer gibt, die mir gefallen. Kommt ja halt auch immer auf die Stimmung an.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 24. Oktober 2022, 12:30

Eben. Das geht mir ganz genauso. Ich schätze allerdings, dass Du mit "Cosmogonia" mehr wirst anfangen können als mit "Kamakiriad", bzw. öfters. ;-)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Jens Wilkens » Sonntag 6. November 2022, 16:59

ALIAS - Metal To Infinity (1989)

Heute möchte ich kurz auf ein nahezu vergessenes Album aufmerksam machen, dessen Qualität aber über jeden Zweifel erhaben ist: das Zweitwerk von ALIAS aus Florida, das 1989 bei Flame Records erschien. Als ich das gute Stück im Jahr des Erscheinens erwarb, wurde mir gesagt, dass es nur auf Tape zu haben sei. Erst Jahre später konnte ich feststellen, dass es im selben Jahr auch eine Vinyl-Fassung gab. Das silberne Cover des Tapes mit der Bandsilhouette sieht aber etwas schicker aus als das Rot des Vinyls. Spätere Re-Releases sind leider ziemlich geschmacklos geraten. Das ist sehr schade, denn musikalisch bietet das Quartett (Carl Hayden - Gesang; Mark Severns - Gitarre; Phil Arnt - Schlagzeug; Dirk Van Tilborg - Bass) feinsten US Metal mit leicht progressiver Schlagseite, der den Vergleich mit QUEENSRYCHE und CRIMSON GLORY nicht zu scheuen braucht. Das ist umso erstaunlicher, weil das Debüt nicht unbedingt weltbewegend ist.

Die Kompositionen sind allesamt großartig, die Gitarre fabelhaft und der Gesang ein Traum. Warum es "Metal To Infinity" nicht in die Hall Of Fame des progressiven US Metals geschafft hat, bleibt ein Rätsel.

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, höre bitte "Alpha Omega" an. Besser geht US Metal nicht.

https://www.youtube.com/watch?v=SJ4LOb-BRFE
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon mike » Sonntag 6. November 2022, 18:07

Danke für den guten Tip! Kannte ich noch nicht. Ist gleich mal auf den Einkaufszettel gewandert.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Dienstag 13. Dezember 2022, 21:21

Das Songwriting ist auf diesem Mainstream-Durchbruchalbum von MANDO DIAO sehr eingängig und geradlinig, die Produktion weitgehend transparent und modern, knackig aber nicht übersteuert, das Album also insgesamt recht poppig, aber immer auch wieder energetisch rockig. Die Arrangements sind zwar durchaus abwechslungsreich, doch jeder Song kommt direkt auf den Punkt. Hits fallen dabei natürlich zuhauf ab, aber auch der Durchhörfaktor auf gesamte Albumlänge ist hoch. Alleine als Spektrum-Eckpunkte finden wir auf "Give Me Fire!" eine halbe Stunde Musik: Untergangshymnisches wie den stürmisch drängenden Opener 'Blue Lining White Trenchcoat' ("I got my armageddon boots... [...] I lost my love in a hurricane, I had no choice but to go insane..."), lebenshungrig tanzbodenfüllendes, rhytmisch schlichtes aber dadurch mindestens ebenso knallendes wie gefühliges Material mit der Single 'Dance With Somebody', trotz des stampfenden Beats eher sinnliche Schwofer wie das laszive 'High Heels', freilich auch klassische MANDO DIAO-Songs wie einerseits das manisch-melancholische 'Maybe Just Sad' oder andererseits das widerborstige und etwas garagig ausufernde 'You Got Nothing On Me', und dann natürlich das nimmermüde, klassisch rockende, tanzwütige 'Come On Come On' sowie den plakativen Titelsong 'Give Me Fire', der mit seiner raffinierten Mischung aus Popseligkeit und Rockdrive, moderner Tanzbodencoolness und altmodischem Stadionhüftschwung die Generation Indie mit der Generation Altamont versöhnen dürfte. Das auf diesem Album besonders schlitzohrig ausgespielte Geheimnis der Band: Selbst latent melancholische Momente noch stets in mitreißende Gassenhauer zu verpacken, die trotz und vor allem in erster Linie lebenshungrig daherkommen.
Bild
Zwar gibt es auf "Give Me Fire!" deutlich weniger Folkeinflüsse zu hören als auf anderen MANDO DIAO-Alben, dafür energetisch aber wieder fast so viel auf die Mütze wie damals beim jung-wilden Debütalbum "Bring 'Em In". (Hier im Forum darf ich mir wohl die Vorstellung erlauben, dass gerade "Give Me Fire!" auch Jhonny gut abholen könnte.)
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Jhonny » Freitag 16. Dezember 2022, 09:16

Danke für die Vorstellung :)

Einer meiner kleineren Brüder hat viel MANDO DIAO gehört, daher bin ich mit der Band ganz gut vertraut, obwohl sie nicht in meinem CD-Regal steht.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Pillamyd » Freitag 16. Dezember 2022, 12:47

The Darkness | Permission To Land (2003)
Bild

Nach sehr langer Zeit, habe ich mir mal wieder das Debüt der Band gegriffen. Damals lief noch VIVA und das Video zu, ich glaube "Growing On Me", lief dort rauf und runter. Kennengelernt hatte ich die Band erst mit dem Nachfolgealbum.

"Permission To Land" hat nichts von seiner frechen, spritzigen Energie verloren. Diese Eingängigkeit, die spitzbubigen Texte („Get Your Hands Off My Woman“, „I Believed In A Thing Called Love“ oder „Friday Night“) haben immer noch die gleiche Wirkung. Es tritt auch nach Jahren kein Fremdscham auf. Ein knackiges Album mit kurzen, einprägsamen Songs. Ohrwurmtauglich, poppigen, ja manchmal schlageresken, simplen Arrangements. Solis, die eigentlich nur nochmal die Grundmelodie in Szene setzen. Irgendwie zeitlos immer mit der richtigen Dosis Rock 'N' Roll der mitschwingt.

Ich war sehr traurig, als die Band sich aufgelöst hatte. Irgendein hohes Tier, hatte dies aufgrund der Drogen- und Alkoholprobleme innerhalb der Band aber mal vorausgesagt, wenn ich mich richtig erinnere. Und das Comebackalbum konnte ich mich dann auch nicht überzeugen.

"Permission To Land" ist definitiv ein Partyalbum, die durchgängig eine meterdicke Power an den Tag legen. Trotzdem schafft es die Band (abgesehen von den Videos zu den Songs), das Ganze musikalisch nicht als den großen Klamauk wirken zu lassen. Das Album wirkt viel seriöser, als die Songs den Anschein haben und musikalische ernstere/balladeske Songs wie "Love Is Only A Feeling" (für The Darkness Verhältnisse sogar sehr ausladend), "Stuck In A Rut", „Love On The Rocks With No Ice“ (der härteste Song des Albums) und der Abschluss "Holding My Own" tragen dazu bei, die Scheibe ernst nehme zu können. Rein musikalisch natürlich. Viele Texte handeln eben von Liebe und Eifersucht. Das mag dem ein oder anderen sauer aufstoßen. Das ist mit Sicherheit nicht sehr originell, aber irgendwie passt es dann doch zur Band und zur Musik.

Wer also "Airbourne" als Kopie von "AC/DC" ansieht, "The Answer" zu Retro findet, "Danko Jones" zu glatt ist, gerne ein bisschen Abwechslung haben will, den Einfluss von "Thin Lizzy", "Queen" und dem Falsett nicht abgeneigt ist, gern auf eingängige und kurze Songs steht, darf diese Scheibe gerne auf der nächsten Party auflegen und beobachten, wie der Fuß bei den Leuten mit wippt, der Kopf mit wackelt und sich bei aufmerksamen Zuhörern die Mundwinkel zu einem Grinsen formt.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Freitag 16. Dezember 2022, 16:06

Die ersten beiden Alben habe ich. Das erste ist echt stark, das zweite auch nicht schlecht. Danach habe ich die Band aber aus den Augen verloren.

"I believe in a thing called love" habe ich sogar mal mit meiner damaligen Band live gespielt.
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