Kenneth Thiessen hat geschrieben:Die restlichen Alben, auch wenn manche mir vom Namen her bekannt sind, hab ich noch nicht gehört.
AMBER - "Amber" mag ich vor allem, weil ich die live gesehen habe. Tolle Sängerin, echtes Energiebündel, sympathische Frau. Hardcore/Postcore/Sludge.
ANOUAR BRAHEM - "Thimar" ist unglaublich guter, reduzierter, ruhiger, arabesker Oud-Sound, sehr nächtlich, wüstenhaft, träumerisch, wo die Ruhe zwischen den Tönen enorm zur Atmosphäre beiträgt. Sehr toll komponiert, sehr sensible gespielt. Unglaublich intensiv auf unglaublich zarte Weise. Zauberhaft. Nachtalbum. Absolutes Meisterwerk.
THE BELLRAYS - "Hard, Sweet And Sticky" liegt zwischen Alternative, Oldschool Beat/Rock'n'Roll und Garagenrock - aber stets mit einer Prise Soul darin.
CAMOUFLAGE - "Methods Of Silence" ist so 80s Wave-Pop, eher verträumt, klar, melodisch, im eher höheren Tonbereich, Sopran bis Alt vermute ich.
CHANDEEN - "Echoes" ist ebenfalls recht wave-ig, aber auch so ätherische Folkeinflüsse mit drin.
THE CHEMICAL BROTHERS - "No Geography" - Elektro halt, irgendwie knallig, aber nicht zu sehr, etwas repetitiv, aber nach mehrmaligem Hören findet man in den Groove. Eher eines ihrer minimalistischeren Alben.
DEINE LAKAIEN - "Kasmodiah" ist wieder unglaublich intensiv. Nicht ganz auf "Thimar"-Level, aber dicht dran. Dark Wave mit sehr gutem Songwriting, recht abwechslungsreich, zwischen innerlich und tanzbar, zwischen romantisch und eher abgründig. Vor allem der Gesang ist sehr wohlklingend aber intensiv.
FEEDER - "Echo Park" ist Alternativerock der besten Art, kristallklar, hochenergetisch, nicht unbedingt aggressiv, aber berstend vor Energie, sehr melodisch, erinnert manchmal ein wenig an MUSE, aber ist weniger progressiv/verkopft.
IRON BUTTERFLY - "In A Gadda Da Vida" ist halt so uriger, verdrogter, heavy, psychedelic, proto-metallischer hardrock, etwas verschleppt, mit viel Schweineorgel.
ISIS - "In The Absence Of Truth" ist Postcore/Postmetal, durchaus eher heftig, nicht zu sludgig, aber schon eher gröber gekörnt. Sehr atmosphärisch, wenn man sich hinein fallen lassen kann.
KILLING JOKE - "Pylon" - eine der heftigeren, industrial- und rifflastigeren, allerdings auch monotoneren Scheiben.
THE NOTWIST - "Vertigo Days" - Postrock der verspielteren, art-poppigen Sorte, ziemlich klar und klackernd, mit einigen Gastmusiker*innen diesesmal, anfangs sperrig, inzwischen verträumt, hypnotisch, elegant auf eine sehr kauzige Weise. Überraschend oft kühle Atmosphären, aber mit einigen Ausnahmen, weil das bei THE NOTWIST niemals ganz kühl ist. Abwechslungsreich.
PARADISE LOST - "Host" - die waveige, elektronische, depechemodeinspirierte Scheibe, aber textlich ziemlich depressiv.
PORTISHEAD - "Third" - Trip-Hop-Protagonisten der Oberklasse, oftmals sehr jazzig, hier allerdings kantiger als gewohnt, aber dafür noch abwechslungsreicher. Zwischen kalt und hart, zerbrechlich und melancholisch sowie diesesmal auch richtig psychedelisch-progressiv. Klingt längst nicht so elektronisch wie man ahnen könnte.
RASPUTINA - "Sister Kinderhook" - Schrägie-Kapelle zwischen Folk, Kammer- und Katzenjammer-Musik, mal zerbrechlich, mal exzentrisch bis fast schon rockig.
SAVATAGE - "Dead Winter Dead" - dürfte bekannt sein...
SAVATAGE - "Handful Of Rain" - ...
SÓLSTAFIR - "Svartir Sandar" - Absolutes Meisterwerk. Irgendwo zwischen Alternative Rock, Black'n'Roll, Folk-, Progressiv- und Post-Metal.
TOOL - "10,000 Days" - Progressiv-Alternative-Psychedelic Metal.
TORCHE - "Meanderthal" - recht eingängiger, melodisch fast poppiger Postcore/Stonermetal.
TORTOISE - "TNT" - Postrock der eher ruhigen, jazzbeeinflussten Art. Zwei Stücke klingen stark von elektronischer Musik beeinflusst, sind aber analog eingespielt worden. Das übrige Album hat einen gewissen Wüstenflair, aber ohne überhitzt zu sein. Eher entspanntes, meditatives Material.
TRIBE AFTER TRIBE - "Love Under Will" - Zwischen Dark-Wave, Weltmusik, Alternative-Rock und härteren Riffs.
ULVER - "Flowers Of Evil" - Sehr gediegen, beinahe (Edel-)Pop, quasi der "radiofreundliche" Zwilling zu "Host", allerdings als trojanisches Pferd, weil unterschwellig und subtil irgendwie doch sinister, allerdings höchst elegant und dandyhaft nonchalant, fast schon klassizistisch dekadent.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)