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von Pillamyd » Mittwoch 28. Januar 2026, 12:32
Eike hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben: „Edge Of Thorns“  Sorry. Da schreibst du was Tiefsinniges, und ich springe direkt auf den EINEN Schlüsselreiz an. Das ist aber auch ein prächtiger Schlüssel! 
Ich weiß ja, dass du das Album sehr gerne hast. Deswegen habe ich seit gestern und heute einige Gedanken dazu gesammelt. Das würde ich gerne mit dir und euch teilen: Ich bin noch nicht wirklich tief in "Edge of Thorns" eingestiegen, merke aber, dass ich zunehmend verstehe, warum dieses Album für dich so einen besonderen Stellenwert hat. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt es auf mich ein Stück erwachsener – nicht glatter oder zahmer, sondern offener. Weniger überlagert, weniger festgezurrt von einem engen Konzept, freier in seiner Bewegung. Das ist überhaupt nicht negativ gemeint und für mich auch kein Schritt zurück. Eher fühlt es sich wie ein bewusster Seitenschritt an. Nach der dichten, beinahe einengenden Dramaturgie zuvor bekommt die Musik hier mehr Luft. Sie muss sich nicht permanent selbst erklären, sie darf atmen, stehen bleiben, einfach wirken. Und genau da frage ich mich, ob das nicht der Punkt ist, an dem du dich wiederfindest. Diese Offenheit, dieses Gefühl, dass hier nichts mehr erzwungen wird. Kein großes Konzept, das einen an die Hand nimmt, sondern Musik, die Raum lässt und darauf vertraut, dass man selbst hineinfindet. Ich bin noch nicht sicher, wo ich selbst damit lande. Aber der Gedanke, warum "Edge of Thorns" für dich so stark funktioniert, begleitet mich beim Hören inzwischen ganz automatisch.
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Pillamyd
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von Martin Schneider » Mittwoch 28. Januar 2026, 12:33
Wenns bei mir klappt, dann am ehesten umgekehrt chronologisch. Aber jetzt kommt erstmal QUEEN chronologisch 
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Martin Schneider
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von Pillamyd » Mittwoch 28. Januar 2026, 13:42
Martin Schneider hat geschrieben:Wenns bei mir klappt, dann am ehesten umgekehrt chronologisch. Aber jetzt kommt erstmal QUEEN chronologisch 
Haha, ja, ich erinnere mich noch gut an unseren früheren Austausch über die älteren Sounds – wie du dich da rückwärts durchkämpfst, fand ich damals schon total spannend. Ich kann gut nachvollziehen, dass es über die neueren Alben leichter ist reinzukommen. Ich selbst habe früher auch gern mal rückwärts gearbeitet, aber eher, weil ein neues Album einer Band der Anlass war – der Einstieg war so einfacher. Die letzten SAVATAGE Alben sind ja bis 2001 erschienen – ich weiß nicht genau, wie nah der Sound an das herankommt, was du in den 00ern kennengelernt hast. Es würde mich aber nicht wundern, wenn gerade die frühen 00er-Alben eher noch in die Richtung der 90er gehen, als in die Phase, in der du den typischen knalligen Sound erlebt hast. Denkst du, dass das beim Einstieg eher hilft oder eher ein Risiko ist? Auf jeden Fall finde ich die Idee, sich rückwärts durch die Diskographie zu arbeiten, nach wie vor richtig spannend. Irgendwie gibt das einen ganz eigenen Blick auf die Entwicklung der Band, oder? Viel Spaß dann mit QUEEN – das wird sicher auch ein tolles Hörerlebnis!
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von Eike » Mittwoch 28. Januar 2026, 14:40
Pillamyd hat geschrieben:Ich bin noch nicht wirklich tief in "Edge of Thorns" eingestiegen, merke aber, dass ich zunehmend verstehe, warum dieses Album für dich so einen besonderen Stellenwert hat. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt es auf mich ein Stück erwachsener – nicht glatter oder zahmer, sondern offener. Weniger überlagert, weniger festgezurrt von einem engen Konzept, freier in seiner Bewegung.
Das ist überhaupt nicht negativ gemeint und für mich auch kein Schritt zurück. Eher fühlt es sich wie ein bewusster Seitenschritt an. Nach der dichten, beinahe einengenden Dramaturgie zuvor bekommt die Musik hier mehr Luft. Sie muss sich nicht permanent selbst erklären, sie darf atmen, stehen bleiben, einfach wirken.
Und genau da frage ich mich, ob das nicht der Punkt ist, an dem du dich wiederfindest. Diese Offenheit, dieses Gefühl, dass hier nichts mehr erzwungen wird. Kein großes Konzept, das einen an die Hand nimmt, sondern Musik, die Raum lässt und darauf vertraut, dass man selbst hineinfindet.
Da schreibst du was wirklich Interessantes. Und ich glaube, da ist etwas dran. Irgendwie steht jeder Song für sich, erzählt eine andere Geschichte, aus einer etwas anderen Perspektive. Und doch scheint es da einen gemeinsamen roten Faden zu geben, auf einer eher assoziativen Ebene. Das könnte dieses "Offene" sein, dass du meinst. Auf lyrische Ebene empfinde ich das stark. Vielleicht liegt davon auch Einiges in der Musik selbst. Da könnte ich mal bewusst drauf achten, inwieweit sich da eine "offene Stimmung" durchzieht. Auf jeden Fall erscheint mir der Gesang auf "Edge Of Thorns" weitgehend "frei schwingend" bzw. "atmend", kaum "gepresst" oder "eng geführt" - und das ist für mein Empfinden bei SAVATAGE nicht immer so. Das mag womöglich zu dem beitragen, was du als "Offenheit" empfindest beim Hören. Mal so ins Blaue hineinüberlegt...
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von Eike » Mittwoch 28. Januar 2026, 14:58
Pillamyd hat geschrieben:Auf jeden Fall finde ich die Idee, sich rückwärts durch die Diskographie zu arbeiten, nach wie vor richtig spannend. Irgendwie gibt das einen ganz eigenen Blick auf die Entwicklung der Band, oder?
Ich glaube auch, dass das nochmal für ganz andere Aha-Erlebnisse sorgen kann als ein Vorwärtsdurchlauf oder ein unsystematischer Durchgang. Mir ging es in gewisser Weise - wenn auch nur in ganz groben Zügen - so ähnlich mit der sporadischen (und nicht wirklich streng chronologischen) Rückwärtsentdeckungsreise vom Metal über älteren Hardrock/Rock, Bluesrock, Beat, Rock'n'Roll und Boogie, Blues und Jazz-Spielarten wie Jump Blues, Ragtime, Swing. Ich habe die Chronologie da noch nicht ganz klar vor Augen, aber das Puzzle nimmt langsam Formen an, und der Startpunkt für mich war eben nicht Jazz oder Classic Rock oder Psychedelic oder Folkrock oder Prog oder Punk/Hardcore, sondern der Metal der Achtziger und Neunziger. Blues trat biografische dann früher hinzu als andere Spielarten (teils auch Rock'n'Roll), aber da hörte ich anfangs nur weniger Bezüge (außer beim 'Johnnie B. Goode'-Cover von JUDAS PRIEST), doch alles aus den Siebzigern, Sechzigern, Fünfzigern, Vierzigern kam dann viel später. Eine Schlüsselrolle nahm dabei, falls ich da nicht im Rückblick eine falsche Erinnerung reinkonstruiere, das Album "In Rock" von DEEP PURPLE ein, was den inneren "Brückenschlag" anging, und natürlich "dank" LED ZEPPELINs "Aneignung" der Bluestradition durch zweifelhafte copyright claims und die Kontroversen darum auch einige andere Ahamomente. Ein (mehr oder weniger un-) gezielteres, langsam heran bzw. zurück-tastendes Nachforschen bezüglich der Vorläufer von Rock'n'Roll setzte dann erst tiefer ein, als ich von meinem Vater die Diskografie von FATS DOMINO erbte, der in seiner musikalischen Adoleszenz eine große Rolle gespielt haben muss. Plus diverse Musikerbiografien, von denen ich hier und da als Doku oder Spielfilm, das ein oder andere (pop)musikhistorische Bruchstückwissen mitnahm. Für mich persönlich wichtige Namen im Zusammenhang dieser Rückwärtsentdeckungen waren JUDAS PRIEST, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, LEADBELLY, BLACK SABBATH, JOHN LEE HOOKER, CHUCK BERRY, LITTLE RICHARD, BO DIDDLEY, JELLY ROLL MORTON, CHERRY POPPIN' DADDIES, CHARLIE PARKER, MILES DAVIS, IRON BUTTERFLY, JEFFERSON AIRPLANE, COVEN, RED HOT CHILI PEPPERS, ROBERT JOHNSON, MOTHER TONGUE, FISHBONE, BARRY ADAMSON, MFSB, DIABLO SWING ORCHESTRA, MOTÖRHEAD, HEADCAT, THE CRAMPS, FATS DOMINO, GLENN MILLER, LOUIS JORDAN, ...
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von kingdiamond » Mittwoch 28. Januar 2026, 21:56
Jetzt ist der Groschen gefallen… also beim Lesen des FALCONER Reviews. Nur ein anderes Album hat die Tage nicht ins Bild gepasst. Da bin ich noch am Grübeln was es damit auf sich hat…
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von Martin Schneider » Mittwoch 28. Januar 2026, 23:25
Bis auf die Einschätzung von 'Lord Of The Blacksmith' würde ich alles so unterschreiben. Auch, dass der Nachfolger noch ein bisschen stärker war.
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von kingdiamond » Mittwoch 28. Januar 2026, 23:52
Martin Schneider hat geschrieben:Bis auf die Einschätzung von 'Lord Of The Blacksmith' würde ich alles so unterschreiben. Auch, dass der Nachfolger noch ein bisschen stärker war.
Nein, meine Erkenntnis war eine andere. Ich wunderte mich über diverse Reviews in der letzten Zeit und heute beim Lesen vom FALCONER-Review fiel mir dann der passende Artikel dazu ein. Also ich habe eine Vorahnung zum Thema. …und nochmals nein, ich unterschreibe auch das FALCONER-Review so nicht. Da gehört eine glatte 10 drunter. Der Nachfolger ist zudem ein bisschen schwächer. So! 
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von Martin Schneider » Donnerstag 29. Januar 2026, 09:53
Die beiden Scheiben hab ich als Mix-CD von einem Freund bekommen. Damals wusste ich gar nicht, dass es zwei Alben sind. Außerdem meinte er, es wäre eine schottische Band Als ich mir die Alben dann gekauft hatte, waren mehr Favoriten auf der zweiten Scheibe. Das sind aber zwei der wenigen Scheiben, die komplett in meine "Best Of"-Playlist auf dem Handy gewandert sind.
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von Pillamyd » Donnerstag 29. Januar 2026, 11:17
@Eike Ich verschiebe das im Laufe des Tages in den Band Thread.
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