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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Freitag 12. Juni 2026, 12:21
Dead_Guy hat geschrieben:Das klingt spannend, also quasi deutsches Herr Der Ringe, ne, im Ernst, bin interessiert. Das Gedicht wird morgen in Ruhe gelesen, freu mir drauf.
Würde ich sagen, dass Tolkien kein Einfluss ist, wäre es glatt gelogen. Aber es gibt schon sehr deutliche Unterschiede. Einerseits sind tatsächlich die originalen Überlieferungen (die Eddas, Sagas, Merseburger Zaubersprüche, Beowulf, Nibelungenlied, skaldische Dichtung, mittelalterliche Sagen und Märchen) noch deutlich größere Einflüsse, und andererseits denke ich, dass ich dergestalt "realistischer" bzw. "zurückhaltender" bin, als Magie eine wesentlich geringere Rolle spielt, und auch der Gut/Böse-Dualismus deutlich weniger klar ist. Am Ende ist es ein Tribut an eine Welt, die nicht werden sollte, weil ihr zuerst das Imperium Romanum, und dann die Christianisierung dazwischen kamen. Der Fantasy-Aspekt ist letztlich einfach die Prämisse, dass die anderweltlichen Wesen (Asen, Thursen, Alben...), an deren Existenz die heidnischen Germanen glaubten, auch wirklich existieren. Ich versuche allerdings, sie nicht so einzusetzen, dass sie wie Marvel-Superhelden oder Superschurken sind, und massiv handelnd in die Szenerie eingreifen, sondern so, wie ich mir vorstelle, dass die Menschen geglaubt haben könnten, dass sie (jedenfalls die Asen und die Thursen) in ihrem Leben wirken: Als Erscheinung in Träumen, in Naturereignissen, in rätselhaft handlenden anderen Menschen, als Irrlicht im Moor... Die Alben indes sind einfach eine andere Spezies mit eigenen Fähigkeiten und Wesenszügen, aber nicht völlig übermächtig oder unverwundbar. Die Stories sind dichter an den "kleineren Dingen" des menschlichen Seins, als am Retten der Welt. Bin gespannt, wie dir die kleinen Gedichte gefallen.
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von Dead_Guy » Montag 22. Juni 2026, 23:03
 Berlin 2.0 - Scherbenhügel Nach Black Metal, avantgarditischen Klängen aller Art dürfte Post-Punk zusammen mit Psychedelischer Rock Musik mein liebstes Genre sein, eins wo mich über die Ästhetik, Klangbild sowie Emotionen einfach alles spricht. Berlin 2.0 kommen entgegen ihres Namens aus Stuttgart und schreiben vor allem den Punk in der Genrebezeichnung groß. So rockt das ganze deutlich mehr als Artverwandte und elektronische Elemente findet man nicht. Stattdessen gibt es schmissige Gitarren auf denen sich Sängerin Elena Wolf (auch bekannt von Crestfallen Queen, wo sie zeitweise am Mikro war) austobt. Dabei sind die Texte zynisch, nachdenklich, angriffslustig, manchmal auch naiv oder gleich mit Kafka-Referenz versehen. Dabei schafft sie es mi ihren markanten Stimme dem ganzen Charakter sowie Tiefgang zu geben, gleichzeitig sind manche Zeilen regelrecht eingängig geraten. Und wenn sie zu emotionalen Schreien ansetzt geht es ganz tief unter die Haut. Und so vielseitig der Gesang so ist auch die Musik: hier und da treibend, gerne mal zurückhaltender und nachdenklich, dabei stets den Spagat meisternd zwischen straight nach vorne gehen und immer so ein kleines um die Ecke denken. Wenn dann bitterböse Gesellschaftskritik auf Tanzbarkeit trifft ist es ganz großes Kino. Zu meiner Schande hab ich das aktuelle Album noch nicht gehört, das sich inhaltlich noch mehr traut der aktuellen Lage den Spiegel vorzuhalten, aber das Debüt ist schon ganz groß und solche Bands werden in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. https://berlin-str.bandcamp.com/album/scherbenh-gel
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 23. Juni 2026, 14:33
BRUTUS gefällt mir sehr gut. Ich mag die Stimme der Sängerin Stefanie Mannaerts echt gerne. Die von dir gezogenen Parallelen zu postrockigen Metal-Stilen kann ich gut nachvollziehen. Aber auch der Post-Hardcore hat seine Spuren hinterlassen, denke ich. Ein starker Aspekt pro-Post-Rock ist ja meist das große Augenmerk auf eine klare und dennoch natürliche Produktion mit starkem Einsatz der Laut-Leise-Dynamik, und auch das gelingt der Truppe hier ganz hervorragend. Da ich in dem Genre-Bereich nicht so super bewandert bin, kann ich direkte Bandvergleiche schwerlich ziehen. Muss hin und wieder an NEUROSIS denken, aber auch an die von dir genannten Kaskadier. Bisschen auch an SÓLSTAFIR und bei den verspielten Bassparts hier und da sogar an PRIMUS. Schön abwechslungsreich. Doch. Stark. Könnte sogar mal was für die Kaufliste sein... mal sehen...
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von Dominik175 » Dienstag 23. Juni 2026, 18:17
BURUTS ist einfach fantastisch und die Band wird mir jedem Album besser. "Unison Life" lief bei mir monatelange rauf und runter. Ich finde auch, dass der Sound durchaus ein Allteinstellungsmerkmal hat. Sicherlich kann man verschiedene musikalische Einflüsse und Bezüge finden. Auf diese Art und WEise zusammengesetzt fällt mir spontan aber keine andere Truppe ein.
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von Dead_Guy » Dienstag 23. Juni 2026, 18:37
Da muss ich leicht eingrätschen, mir gefällt die Hektik des Vorgängers noch ein Stuck besser und War ist für mich deren bester Song bisher. @Rüdiger: das dich das abholt überrascht mich gerade ernsthaft, hätte mit ist mir zu modern oder ao gerechnet. Ja der ganze Post Bereich ist ein Steckenpferd seit meiner späten Jugend wo ich angefangen habe atmosphärische Klänge zu schätzen.
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von Dominik175 » Dienstag 23. Juni 2026, 21:51
Ich verstehe, was du meinst und kann es nachvollziehen. Das "Unison Life" für mich stärker ist, liegt daran, dass ich es als gesamtes Album sehr rund und homogen empfinde. Dieses Gefühl hatte ich jenseits der starken Hits der ersten beiden Platten in der Gesamtheit vorher nicht.
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von frankjaeger » Donnerstag 25. Juni 2026, 11:32
Ah, Berlin 2.0, da bin ich wieder dabei. Nur ist es bei mir umgekehrt, ich habe nur die zweite Scheibe. Die finde ich allerdings klasse
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von Dead_Guy » Montag 29. Juni 2026, 16:03
 Aenaon - Hypnosophy Weiter geht es hier mit dieser kleinen Wundertüte aus Griechenland. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich eigentlich nur dieses Album der seit 2006 aktiven Band so richtig kenne, Vergleiche zu früheren oder nachfolgenden Werken kann ich weniger bieten Das die Band aus dem Land von Sokrates, Platon und Konsorten kommt hört man sofort, da das Grundgerüst durchweg griechisch klingt und diesen starken klassischen Hardrock- bzw. Metal-Einschlag im Riffing aufweist wie man das sonst bei Bands wie Macabre Omen, neueren Zemial und dergleichen vorfindet. Was diese Band aber davon abhebt ist eine vergleichsweise experimentelle wie exzentrische Herangehensweise, so findet man neben der griechischen Epik allerhand Einflüsse aus dem progressiven Bereichen der Rockmusik und gar Nuancen aus dem Jazz lassen sich ausfindig machen. Wo der Opener 'Oneirodynia' nocht recht überfallartig wirkt und dem ein oder anderen vor dem Kopf stoßen wird, geht es im Verlaufe des Albums deutlich gemäßigter zu. Während die Gitarrenarbeit eher traditionell ausfällt, sind es gerade die Verzierungen die das Album speziell machen, so gibt es allerhand altertümliche Instrumente zu entdecken, der Bass ist schön präsent und gibt der Musik Prog-Rock-Vibes während ein Saxophon für atmosphärische Kontrastpunkte sorgt, ab und an wird es aber auch etwas frecher eingesetzt. Gesanglich gesellt sich zum genretypischen Gekeife eine klassische Metal-Sirene, die mich gar an Alans Gesang bei Twilight Of The Gods erinnert. Und mit dem abschließenden Fünfzehnminüter 'Phronesis - Psychomagic' hat man zum Finale noch ein richtiges Epos geschrieben. Das alles liest sich vielleicht recht anstregend, durch eingängige Refrains, Melodien und dem hohen klassischen Anteilen ist das Album aber nie verkopft und schafft hervorragend den Spagat aus Anspruch und Direktheit, ein Werk welches beim ersten Mal hören schon genug Momente hat die sofort hängen bleiben als auch Momente die unterm Kopfhörer erarbeitet werden wollen. So ist es am Ende auf der eine Seite irgendwo doch ein typisches (Black) Metal Album aus Griechenland, auf der anderen bringt es Facetten und Elemente mit sich die es von anderen Vertretern deutlich unterscheidet und das ganze Eigenwillig und Besonders machen. So kann man das Album gleichermaßen toleranten Schwarzwurzeln wie Headbangern empfehlen, die auf der Suche nach was nicht alltäglichen sind. https://youtu.be/yhFujX7cpJY?is=I3uUyqC1-_M8O-X-
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von Dead_Guy » Donnerstag 2. Juli 2026, 09:29
 Baazlvaat - The Higher Power Durch den amerikanischen Youtuber Kanyon Bickel bin ich zum Phänomen Magick Metal gekommen, was mich driekt gepackt hat. Musikalisch handelt es sich um okkulten Rock, der mit BM-Vocals und schiefen wie cheesy Klargesang arbeitet und gerne maximal drüber ist und bestenfalls lofi produziert ist. Problematischer dagegen ist das in dem Bereich gerne derber provoziert plus tatsächlich eindeutig zu verordnende Künstler. Bei Baazlvaat ist das glücklicherweise nicht der Fall und auch sonst unterscheidet man sich deutlich vom Rest. Die Songs sind deutlich spannender geschrieben, hier arbeitet man nicht auf den komplett überzogenen Chorus hin. Vor allem gitarrentechnisch kriegt man mehr geboten, zu den üblichen 70s Hardrockriffs gesellen sich reinrassige schwarzmetallische Momente wenn auch selten, Southern Einschläge und ganz viel folkige Melodien wodurch das Ganze einen positiven Vibe bekommt. Manche Melodien sind schon arg fröhlich, durch das Obskure, dem Sound und dem Geschrei gleicht sich das wieder aus und ergibt etwas, was mich wahrlich unterhält. Klar ist das Überzogen und man sollte ein Faible für trashige Musik haben (gerade das simple Schlagzeugspiel, was sich ab und an verhaspelt fällt darunter) und man sollte definitiv mit einem sehr unproduzierten Klang kein Problem haben, dann wird man mit etwas Eigenwilligen belohnt, was atmosphärisch in die Richtung Beisammensein am Lagerfeuer auf Pilzen und Stechapfel geht, zumindest stell ich mir das so vor. Und 'The Bay Of Arvon', was wie ein epischer Bathory-Song anfängt nur um mit einem Gaga-Break komplett in eine andere Richtung zu entschwinden ist ein wahres Highlight. Mit einer besseren Produktion und Schlagzeugspiel könnte das vermutlich deutlich größer sein, aber so hat das eine ganz eigenen Charme und sorgt zumindest bei mir immer wieder für ein irres Grinsen. Hört rein, aber seid gewarnt, ist nichts für Jeden. https://baazlvaat.bandcamp.com/album/th ... h_rank%3D2
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