Platz XXII
Low - Things We Lost In The Fire (2001)
Slowcore? Was ist das denn? Nun, sicherlich kein langsam gespielter Hardcore, wie vor kurzem hier im Forum erst noch ironisch angemerkt wurde. Mit -core hat diese Musik wirklich garnichts zu tun, eher mit Indie und Postrock, sozusagen eine Verquickung dieser Stile. Sicher zutreffend ist das "Slow", denn diese Musik ist wirklich langsam, so langsam, dass man fast meinen kann, es würde garnichts passieren. Aber bei wem auch immer dieser Eindruck entsteht, der liegt (selbstverständlich) grundlegend falsch. Allerdings ist die Musik derartig behutsam, feingliedrig, metaphysisch und flüchtig wie ein gehauchtes Liebesbekenntnis, dass man dabei sein muss um dabei zu bleiben. Nebenher hören ist nicht drin, denn dann verschwinden Details und Atmosphäre. Meine Empfehlung: Kopfhörer auf und Luftlöcher starren, zumindest ist das immer mein sich wie selbstverständlich einstellender Zustand wenn ich den Klängen der Band aus Minnesota, USA lausche. Selbst während ich diese Zeilen schreibe und dabei das Album höre verlangsamen und verflüchtigen sich meine Gedanken, und mein ohnehin schon faules Hirn entspannt in einem warmen, lautlos fallenden Sommerregen. Behutsamer wurde nie gehaucht, zurückhaltender nie die Klampfe gezupft, sachter nie die Felle gestreichelt... Diese Musik ist nichtnur ein Fest für die Ohren, sondern ermöglicht es auch dem Hörer den eigenen Körper intensiver wahrzunehmen und vormals grobschlächtige Bewegungen vorsichtig und behutsam auszuführen, fast als könnte man durch zu schnelles Wenden des Kopfes die Klänge verscheuchen. Ich könnte ewig mit der Lobhudelei fortfahren, aber hört es euch einfach selbst an.
July - "September, October, November.... lala lalala...", der Soundtrack für einen erholsamen Winterschlaf.
Dinosaur Act - bezeichnenderweise einer der "lautesten" und flottesten Tracks auf dem Album. Wem das eindeutig zu langsam ist, der braucht sich den Rest wirklich nicht anzuhören, denn hier wird noch am meisten Lärm und Tempo gemacht.
In Metal - Metal? 0,0% Anteil, dafür tragischer, wunderschöner und zarter Gesang mit naiv wirkenden Lyrics der sympathischen Art. Einer der ebenfalls etwas "lauteren" Tracks, beschließt das Album phantastisch.