Dass das auf Verwunderung stößt war mir klar, hab deshalb überlegt ob ichs noch näher ausführen soll. Wie ich geschrieben hab, beziehe ich mich vor allem auf die jeweils genretypischen Growler, egal ob das jetzt hoch wie in der Frühphase (Obituary, frühe Death,...) oder tief (Cannibal Corpse, Six Feet Under,...) ist. Der Gesang der erwähnten oder vergleichbaren Bands (und wenn ich noch so auf diese stehe) vermittelt das Bild eines Monsters, vermittelt Aggression (is zwar eine Emotion aber darauf komme ich noch) und sonstige Horrorfilm-Ausschnitte
Aber wenn ich wie jetzt gerade wieder Enslaved höre dann steckt hinter der Aggression des Kreischens noch viel mehr Verzweiflung (ohne irgendwie Resignation oder so), viel mehr ich versuchs mal mit "Festhalten-wollen-des-Moments". Verdammt schwierig, das zu erklären. Auch bei Agalloch gings mir da heute ganz genauso, beim Kreischen wird die vorherrschende Grundstimmung der Melancholie keineswegs zerstört sondern einfach noch viel intensiver rübergebracht. Und auch wenn die Stimmung bei Enslaved eine ganz andere ist, so ist der Effekt der gleiche. Auch bei anderen alten Norwegern (auch wenn das dann meine Kompetenzen übersteigt) dürfte das ganz ähnlich sein, ich denke dabei vor allem an deine Ausführungen zu alten Burzum. Attila Csihar zählt zwar nicht mehr zu genretypischen Sängern (das spielt für mich aber wie gesagt vor allem bei DM eine Rolle) aber über die Emotion die er vermittelt brauchen wir eh nicht zu reden
So was hab ich noch offen? Genau, die Aggression. Das ist schnell erledigt, hab ich eh schon öfter mal erwähnt denke ich. Klar sind DM-Sänger zwar aggressiv, aber bei ihnen steht eben auch viel mehr Brutalität, Gewalt, etc im Vordergrund. Bei BM-, aber auch Thrash-Sängern fallen diese Attribute weg und übrig bleibt nur die Wut. So finde ich ja auch eine Reign In Blood so aggressiv wie sonst nichts, obwohl jede zweite oder dritte DM-Scheibe in meiner Sammlung sie in Sachen Härte, Brutalität, etc logischerweise um Längen schlägt.
Das andere war die Sache mit genretypischen Sängern, das is mir noch ein Bedürfnis. Bei nicht so typischen Sängern kann es durchaus sein, dass sie auch sehr emotional sind, was für viele vielleicht seltsam klingt. Auf einen Nergal von Behemoth oder Chuck Schuldiner bei seinen späteren Werken trifft das z.B. so zu, die schaffen es auch schon teils sehr emotional zu klingen. Auch ein Ross Dolan von Immolation scheint zwar auf den ersten Blick wie ein typischer DM-Sänger in der tiefen Variante, da er aber alles komplett verständlich singt ist er für mich auch nicht wirklich genretypisch und voilà, eine der emotionalsten DM-Bands auf dem Planeten.
Das war jetzt also die lange, aber überflüssige Ausführung, weil eh schon alles gesagt wurde: Ja, Black Metal schlägt in Sachen Emotion durchaus die meisten oder zumindest viele Death Metal Bands.
Und weil ich die Axioma Ethica Odini grad wieder gehört hab:
Nightside ist für mich der Song der mich ziemlich an Opeth erinnert, mit dem klaren Gesang komm ich (ich hoffe, dass ich mir das nicht nur einbilde) langsam immer besser zurecht, aber vor allem der gekreischte Gesang, so manche Riffs und Soli stehen noch im Vordergrund. Das Solo bei Ethica Odini ist kompletter Wahnsinn, generell dürfte der Song für mich hier der beste bleiben. Andere Favoriten sind Waruun, The Beacon, Giants oder Lightning ohne dass die dazwischen aber sonderlich abfallen. Echt starkes Album, wächst aber noch!