ANGEL DU$T (US) - Cold To The Touch
Mehr über Angel Du$t (US)
- Genre:
- (Post-)Hardcore / Punkrock / Rock
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Run For Cover Records / Cargo
- Release:
- 13.02.2026
- Pain is a Must
- Cold 2 the Touch
- I'M the Outside
- Jesus Head
- Zero
- Downfall
- Du$t
- Nothing I Can't Kill
- Man on Fire
- The Knife
- The Beat
Konventionsfreiheit für die Hardcore-Vordenker.
Eigentlich wollte Justice Tripp von TRAPPED UNDER ICE vor mittlerweile 13 Jahren einfach mal alles anders machen. Mit seiner neuen Band ANGEL DU$T war es das Ziel, zwar dem Hardcore treu zu bleiben, diesen jedoch anders zu interpretieren. Das war vor allem auf den ersten Alben spannend und gipfelte in einem Hardcore-Akustik-Album. Doch irgendwie kam bei den letzten beiden Longplayern das Gefühl auf, dass die Gruppe ihre Identität sucht. Das hängt sicher auch mit den vielen Wechseln der Bandmitglieder zusammen, die tradionell schon zur DNA des Projekts gehören. Zwischendrin bestand ANGEL DU$T gefühlt sogar komplett aus TURNSTILE-Musikern. Seit 2023 hat Justice Tripp jedoch neue Bandkameraden um sich geschart, mit denen "Cold 2 The Touch" aufgenommen worden ist.
Schon der Ersteindruck lässt an den Ursprungskern der Band denken: musikalische Freiheit. Diese besteht in erster Linie darin, dass ANGEL DU$T lange keine so krachenden sowie punkrock- und hardcore-lastigen Gitarren mehr eingesetzt hat. Das bricht in Liedern wie 'Cold 2 The Touch' oder 'Du$t' schon stark mit dem Vorgänger "Brand New Soul", auf dem eher mit den Ernergiemöglichkeiten akustischer Gitarren hantiert worden ist. Trotzdem sind diese älteren Ansätze natürlich weiterhin wie 'Pain Is A Must' zu hören.
ANGEL DU$T schreckt trotz des härteren Ansatzes nicht davor zurück, auf Melodien zusetzen. Im Extremfall reicht der Band sogar ein "Na Na Na" aus, um den Hardcore-Ausbruch wie im Titeltrack wieder aufzulösen. Diese fast schon bewusst gesetzte musikalische Belanglosigkeit, führt jedoch nicht zur Beliebkeit, sondern zu einer starken Akzentuierung.
Getoppt wird dieses Stilmittel von dem folgenden 'I'm The Outside', das wie ein akustischer Pop-Punk-Track daherkommt, nur um dann wieder ins andere Extrem zu kippen.
Ein schönes weiteres Beispiel hierfür ist 'Man On Fire'. Justice Tripp singt in der ersten Hälfte des Songs im Flüsterton. Es erinnert fast schon an die eine oder andere Inszenierung von Mike Patton in ruhigeren FAITH-NO-MORE-Stücken zu Zeiten von "King For A Day...Fool For A Life Time" oder "Album Of The Year". Natürlich nimmt 'Man On Fire' schließlich wieder eine Wendung, um es krachen zu lassen.
All' dies lässt einen absolut ungezwungenen Eindruck wie zuletzt zu Beginn der Karriere von ANGEL DU$T entstehen. Die Band tobt sich in musikalischer Vielfalt bei Beibehalten ihrer Trademarks vollständig aus. Gepaart mit der typischen Hardcore-Kürze von nur 28 Minuten Spielzeit ist "Cold 2 The Touch" ein von vorne bis hinten spannender und abwechslunsgreicher Longplayer geworden. Für Fans von modernem Hardcore ist er absolute Pflicht. Es ist bereits im Februar eine Szene-Highlight des Jahres.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Dominik Feldmann


