ANGUS MCSIX - Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye
Mehr über Angus McSix
- Genre:
- Power Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 13.03.2026
- 6666
- The Fire Of Yore, feat. Uwe Ochsenknecht
- I Am Adam McSix, feat. RHAPSODY OF FIRE
- Dig Down, feat. VAN CANTO
- Techno Men, feat. TURMION KÄTILÖT
- Ork Zero
- Starlight Stronghold
- Aetheriyja
- Let The Search Begin
- The Power Of Metal, feat. FREEDOM CALL
- Into Battle
Ein humorvoller Ausflug in eine bunte Glitzerwelt.
Mit "Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye" geht es nach dem Debüt "Angus McSix And the Sword Of Power" in die zweite Runde der abgedrehten Story. Wobei es einen kleinen Unterschied im Line-Up gibt. Den Gesangspart übernimmt hier Adam McSix aka Sam Nyman (MANIMAL). Warum das? Nun, Angus, aka Thomas Winkler, wurde entführt und von seinem Erzfeind Archdemon Seebulon (Sebastian "Seeb" Levermann, ORDEN OGAN) in einem Eisblock eingeschlossen. Ganz so dramatisch ist es im echten Leben nicht, Thomas nimmt schlicht eine Eltern-Auszeit.
Um nun den armen Angus zu befreien, schart Adam eine Helden-Supergroup um sich, bei der "The Dwarf", aka Jasmin Pabst (ex ALL FOR METAL) an der Seite von Amazon Queen "Thalestris", aka Thalia Bellazecca (PRIMAL FEAR) mitmischt. Ihr seht schon, dies ist die Vorlage für eine unterhaltsame Story, die genau das soll, zumindest in meinen Augen: unterhalten. Es ist eine knallbunte Reise durch eine Fantasy-Geschichte, die kein, wirklich kein Klischee auslässt. Wer daran Spaß hat, dem wird auch die Suche nach dem allsehenden Astral-Auge Spaß machen. Wer bei dem Gedanken daran, genervt die Augen verdreht - nun, es herrscht ja kein Anhör-Zwang. Bei aller Kritik, ob berechtigt oder unberechtigt, sollte man aber eines nicht vergessen: Wir haben es hier mit exzellenten Musikern zu tun, sei es gesangstechnisch oder an den Instrumenten.
Die Suche beginnt damit, dass Angus, der in einem Eisblock gefangen ist, einen mentalen Hilferuf aussendet, den sein Bruder Adam auch hört. Er verspricht, dass er ihn finden wird - mit Hilfe der Kraft der '6666'. Ein rasanter Song, in dem Sam Nyman sein kraftvolles Debüt gibt. Im eingängigen, mit Techno-Passagen versehenen 'The Fire Of Yore' wird Adam mehr oder weniger von King X McSix, im Video herrlich urkomisch verkörpert von Uwe Ochsenknecht, dazu verdonnert, sich auf die Suche zu machen. Versehen mit vielen guten Ratschlägen und dem Befehl, auch den Zwerg mitzunehmen, macht er sich auf den Weg, um Thalestris, Königin der Laser-Amazonen, zu rekrutieren. Zuerst geht es allerdings zum "Screaming Cauldron" (herrlich: Alexander Krull als growlender Hexenkessel) und wir erfahren im Ohrwurm-Track 'I Am Adam McSix', wie es Angus schafft, das beste Schwert zu bekommen. Köstlich der Dialog mit Giacomo Voli (RHAPSODY OF FIRE), der ihn in seinem Outfit als "Disco-Ball" betitelt und ihn fragt, ob er weiß, dass er wie ein "Kebab in Alufolie" aussieht, mit seiner Diamant-Rüstung von Wish? Aber Adam lässt sich nicht beirren und erzählt seine Geschichte, kann überzeugen und erhält schließlich das legendäre Schwert "Rain of Fury". Auch hier glänzt Sam gesangstechnisch wieder, wechselt mühelos die Tonlagen und der Refrain bietet sehr viel Mitgröl-Potenzial.
Witzig, schräg und uneimlich ins Ohr gehend ist 'Dig Down'. Ja, man könnte auch sagen, es ist albern - aber es macht einfach Spaß, diesen eingängigen Song zu hören. Außerdem ist meine Lieblings-A-Cappella-Band VAN CANTO mit von der Partie. Es lohnt sich, das Video dazu anzuschauen. 'Techno Men' - nomen es omen. Hier wird stilistisch so alles aufgeboten, was musikalisch geht: Techno-Beats, Synthesizer bis zum Abwinken, Dance, Power Metal, heftige growlige Gesangslinien – ach, hört es euch einfach an. Irgendwie wird man von der Energie mitgerissen. Das gilt übrigens auch für das eingängige 'Ork Zero', bei dem endlich auch mal der grüne Schlagzeuger ins rechte Licht gerückt wird. Keyboards und ganz viel "utz... utz.. utz..." bewirken, dass man nicht wirklich ruhig auf seinem Stuhl sitzenbleiben mag. Das anfangs spacig-sphärische 'Starlight Stronghold' entwickelt sich zu einem rasanten Song, unterlegt von treibendem Drumming und einem weiteren eingängigen Refrain.
Das kurze instrumentale Zwischenspiel 'Aetheriyja', erneut mit treibendem Drumming und kraftvollen Gitarrenriffs, ebnet den Weg zu den letzten drei Tracks. Auch beim treibenden 'Let The Search Begin' wird der elektronische Bereich immer wieder angesprochen. Hier glänzt nicht nur Sam in den höchsten Tönen, sondern auch ganz besonders die Saitenfraktion und der grüne Ork an den Drums. Das bombastische, eingängige Power Metal-Klischee wird wieder im humorvollen 'The Power Of Metal' erfüllt. Dazu trägt natürlich auch die Zusammenarbeit mit FREEDOM CALL bei. Ich stelle mir dabei beide Bands gemeinsam auf der Bühne vor - alleine diese Vorstellung zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht. Spätestens hier bringe ich noch einmal das humorvolle Augenzwinkern zur Sprache.
Ein weiteres kurzes, aber bombastische Instrumentalstück 'Into Battle' bendet die Platte und lässt einen mit der Frage zurück: Wie geht es jetzt weiter? Es fühlt sich irgendwie so ein bisschen an, als würde ein Raumschiff, nach erfolgter Mission, im Raum-Zeit-Kontinuum verschwinden, während man schon gespannt auf die nächste Fortsetzung wartet. Die wird es ja hoffentlich geben, zumindest ich möchte gerne wissen, wie die Suche weitergeht und ob sie erfolgreich sein wird.
Welches Fazit ziehe ich nun aus "Angus McSix And The All-Seeing Astral Eye"? Mir gefällt das Album, es macht Spaß, die Musik ist eingängig und erzeugt gute Laune. Vielleicht auch ein Stück weit deswegen, weil sie eben nicht von Tiefgang geprägt ist, sondern einfach nur unterhaltsam sein will. Wer zum Outfit unseres Helden Adam Vergleiche wie "Disco-Ball", "Kebab in Alufolie" oder "Hast du die Diamant-Rüstung bei Wish bestellt?" verwendet, der macht klar, dass man das Ganze mit viel Humor betrachten muss. Wenn man sich noch das eine oder andere Musik-Video anschaut, dann wird dies noch eindeutiger.
Auch das knallige Cover, wieder gestaltet von Péter Sallai, ist einfach nur der pure Bombast und zeigt eigentlich schon, was wir erwarten können: PARTY! Aber vielleicht ist es genau das, was wir momentan brauchen: ein Dreiviertelstündchen Ablenkung, eine Auszeit vom derzeitigen Weltgeschehen, und dafür einfach eintauchen in diese heile, bunte Glitzerwelt...
Dig Down, feat. VAN CANTO
https://www.youtube.com/watch?v=FiotipqvKvU
Am Adam McSix, feat. RHAPSODY OF FIRE
https://www.youtube.com/watch?v=JmmRkgXXths
The Fire Of Yore, feat. Uwe Ochsenknecht
https://www.youtube.com/watch?v=vDn00xmZle8
6666
https://www.youtube.com/watch?v=9RVM-gGBNck
Techno Men, feat. TURMION KÄTILÖT
https://www.youtube.com/watch?v=HAVYlROsgok
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Hannelore Hämmer


