AS EVERYTHING UNFOLDS - Did You Ask To Be Free?
Mehr über As Everything Unfolds
- Genre:
- Alternative Rock / Modern Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Century Media Records
- Release:
- 10.04.2026
- Denial
- Gasoline
- Point Of View
- Find Another Way
- Cut The Lies
- Break It Away
- Set In Flow
- What You Wanted
- Idols
- Reverie
- Edge Of Forever
- Setting Sun
Teils gewohnt stark, teils mit der Pop-Belanglosigkeit ringend.
Irgendwo zwischen Alternative Rock und Modern Metal haben die Briten AS EVERYTHING UNFOLDS ein Zuhause gefunden, das ganz offenkundig auch im Mainstream auf ein offenes Ohr stößt, denn seit der Gründung im Jahr 2013 zeigt die Erfolgskurve des Vieres steil nach oben. Doch im August 2024 holte ein Schicksalsschlag die Band ein, als Drummer Jamie Growers verstarb und in der Folge erst einmal alle Tour-Aktivitäten auf Eis gelegt wurden. Stattdessen arbeitete man am dritten Langspieler, der nun unter dem Titel "Did You Ask To Be Free?" erscheint. Eingespielt wurde das Material dabei ohne offiziellen Schlagzeuger in einer neuen Konstellation als Quartett, wobei die Band im beiliegenden Pressematerial nicht auf die zukünftigen Pläne bezüglich der Besetzung eingeht.
Zumindest musikalisch hat der Verlust den Briten nicht geschadet, denn schon 'Denial' setzt dort an, wo der Vorgänger "Ultraviolet" im Jahr 2023 aufhörte. Dabei ist der Beginn der Nummer allerdings noch überraschend poppig und könnte erste Gedanken an eine vermehrte Anbiederung an den Mainstream aufkommen lassen. Selbige Zweifel werden aber von der zweiten Minute an beiseite geräumt, denn ab hier sind auch wuchtige Gitarren als Gegengewicht zu den sehr präsenten Keyboards und Synthesizern mit an Bord und machen den Track zu einem prägnanten und sehr eingängigen Volltreffer zwischen modernem Rock und Metal, der am Ende mit ein paar fiesen Growls sogar noch den nötigen Biss verpasst bekommt. Eingebettet in eine aufgeräumte, druckvolle und blitzsaubere Produktion klingt AS EVERYTHING UNFOLDS damit anno 2026 so, als könnte nichts den Aufstieg der Band in den Mainstream noch verhindern.
Doch nicht alles ist Gold, was auf "Did You Ask To Be Free?" glänzt, auch wenn gerade die eröffnenden Minuten unheimlich stark sind. So reihen sich etwa noch 'Gasoline', 'Point Of View' oder das deutlich mehr im Metalcore verwurzelte 'Idols' in die Liste der potentiellen Hits ein, die ich euch allesamt wärmstens als Anspieltipp ans Herz legen kann. Und ja, auch ein paar melancholische Töne gelingen etwa in 'Find Another Way' hervorragend, wobei hier insbesondere Fronterin Charlie Rolfe ihre stimmlichen Stärken auf ganzer Linie ausspielen kann. Trotzdem tappen die Briten im weiteren Verlauf der Platte auch immer öfter in die Fallen, die so vielen modernen Metallern zum Verhängnis werden. So ähnelt sich das Songwriting-Rezept hinten heraus oftmals zu sehr, sodass es schwer fällt, die Unterschiede zwischen einzelnen Tracks zu erkennen, und sich daher eine gewisse Ermüdung einstellt. Ebenfalls tappt der Vierer das eine oder andere Mal auch in die Pop-Kitsch-Falle, etwa wenn 'Break It Away' als ziemlich belanglose Ballade aus den Boxen plätschert oder 'Set In Flow' sich an recht befremdlich wirkenden Dance-Beats versucht. Richtig dick aufgetragen wird dann schlussendlich bei 'Edge Of Forever', das sich passend zum Titel komplett in modernem Pop-Kitsch suhlt.
Vielleicht sind es dann aber am Ende gerade die Momente, die mir als etwas belanglos erscheinen, die schlussendlich aber die Tür hin zum Mainstream für AS EVERYTHING UNFOLDS weit aufstoßen könnten. Diese Entscheidung wird am Ende die Hörerschaft treffen müssen. Für mich persönlich bleibt aber doch ein leicht fahler Beigeschmack übrig, auch wenn ich das musikalische Rezept der Briten im Kern weiterhin sehr mag und auch definitiv vier glasklare Hits auf dem neuen Album finde. Die Eindimensionalität des restlichen Materials lässt mich am Ende dann aber "nur" 7,5 Zähler zücken.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


