AUTUMN'S CHILD - Melody Lane
Mehr über Autumn's Child
- Genre:
- AOR / Melodic Rock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Pride & Joy Music
- Release:
- 23.01.2026
- Heartbreak Boulevard
- Pray For The King
- Fight For Love Again
- Singalong
- A World Without Love
- Highway To The Sky
- Headlines
- Lovesong
- Melody
- Rock Of Empathy
- Dead Cold
Gewohnt starker Melodic Rock der Veteranen.
Eine sichere Bank im Melodic Rock sind die Herren von AUTUMN'S CHILD. "Melody Lane" ist das sechste Studioalbum seit dem Debüt 2019. Das ist mal ein Output! Wieder mal gibt es ein schönes, AOR-typisches Artwork zu bestaunen.
Mikael Erlandson, dem man als Sänger das Alter zwar ansieht, aber noch nicht wirklich anhört, ist wieder in guter Form. Und so starten wir mit 'Heartbreak Boulevard' in absolut typischer AOR-Manier, Experimente erwarte ich sowieso keine. Hier gibt es soliden Radio-Rock - für das Radio von 1984. Denn heute laufen im besten Fall noch die Klassiker von TOTO, JOURNEY oder FOREIGNER. Das schöne Gitarrensolo von Pontus Akesson im Opener sticht hervor, bei 'Pray For The King' ist das Keyboard gefällig - ein melodischer Track, der etwas härter auch zu einer Band wie NARNIA passen könnte. 'Fight To Love Again' klingt schon eher nach Achtziger-Pop mit Gitarren. Das ist cool, aber für unsere Seite fraglos am unteren Ende der Härteskala. Der Refrain ist Killer! Auch dieser Song kann mit einem einprägsamen Gitarrensolo überzeugen.
Bei 'Singalong' habe ich zuerst etwas Sorge, denn auf der letzten Scheibe "Tellus Timeline" gab es leichte BACKSTREET BOYS-Anklänge, auf die ich eher verzichten kann. Aber diese Hymne erinnert eher an manches seichtere Material von Hair-Metal-Bands wie STRYPER oder MÖTLEY CRÜE. Schnulziger fällt dafür 'A World Without Love' aus. Der längste Titel des Albums ist für mich leider auch klar das Lowlight.
'Highway To The Sky' ist dagegen hochklassiger AOR, wie man ihn sich wünscht. Das könnte fast von SURVIVOR in den Achtzigern sein, was ausdrücklich als Kompliment gemeint ist. 'Headlines' ist sogar ein fetter Hard-Rock-Song, im AOR-Kontext würde man den Titel vielleicht "kernig" nennen. 'Lovesong' ist bei weitem nicht so klebrig und langatmig wie der Semi-Longtrack etwas früher. So geht das mit den Schnulzen! 'Melody' fällt mit unter drei Minuten sehr kurz aus. Aber in der Kürze liegt hier die auditive Würze - ein Ohrwurm, der auch in einem Achtziger-Teen-Drama-Film gut gepasst hätte. 'Rock Of Empathy' ist eher fröhlicher, etwas chilliger Rock, der mich leicht an die BEE GEES oder an LENNY KRAVITZ erinnert. Ihr findet das seltsam? Ich auch. Für mich zumindest erst einmal sehr ungewöhnlich in dem Kontext. Mit 'Dead Cold' geht das Album rockig zu Ende - und stampfig. Ein solider Abschluss.
Insgesamt bietet "Melody Lane" keine Überraschungen - außer vielleicht das etwas untypische 'Rock Of Empathy', bei dem ich mir noch unschlüssig bin, wie ich es einsortiere. Es handelt sich um sehr soliden AOR. Genrefans wissen, was sie bekommen und werden nicht enttäuscht. Wer noch nicht in den Melodic-Rock-Kosmos eingestiegen ist, kann hier ein genretypisches Einstiegswerk kennenlernen. Aber da würde ich doch eher die großen Klassiker von "Boston" über "Frontiers" hin zu "The Seventh One" empfehlen. Ich habe auf jeden Fall Gefallen an "Melody Lane" gefunden. Wer bisher AUTUMN'S CHILD mochte, wird hier nichts falsch machen.
Anspieltipps: Pray For The King, Highway To The Sky, Headlines, Melody
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Jonathan Walzer


