BLOODRED - Colours Of Pain
Mehr über Bloodred
- Genre:
- Black Metal / Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Massacre Records
- Release:
- 13.02.2026
- Ashes
- Colours Of Pain
- Mindvirus
- Heretics
- A New Dark Age
- Death Machine
- Winds Of Oblivion
- Resist
Ein weiterer Akzent im Schaffen von BLOODRED.
Bei manchen Soloprojekten ist es schon arg bewundernswert, wie die jeweiligen Akteure ihre vielzähligen Ideen nicht nur unter einen Hut bekommen, sondern auch in der Performance so viele Akzente setzen könnten, als wäre das bloße Dasein eines Multiinstrumentalisten und Songschreibers auf einem extrem souveränen Level die normalste Begebenheit der ganzen Welt.
Ron Merz, seines Zeichens Alleinunterhalter bei BLOODRED, gehört jedenfalls zu dieser Gattung Musiker und Künstler, die durchaus imstande sind, Fabelhaftes zu erschaffen und dabei auch den handwerklichen Background haben, anspruchsvolle Kompositionen und verzwickte Arrangements technisch einwandfrei auf den Plattenteller zu bringen. Das hat der Musiker auf bislang drei Platten und einer EP bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, und das zeigt er nun auch auf dem aktuellen Werk seines Projektes, bei dem einmal mehr Joris Nijenhuis als Trommler den Gastpart übernimmt.
Stilistisch hat sich bei BLOODRED allerdings ein bisschen was getan, denn gerade die düsteren Sequenzen ergattern immer mehr Raum und schieben eine Platte wie "Colours Of Pain" nahezu ausschließlich in den Black-Metal-Sektor. Es gibt zwar immer noch ein paar ausladend arrangierte, wuchtige Todesblei-Passagen, doch je weiter die acht Songs voranschreiten und sich atmosphärisch verdichten, desto deutlicher ergreift die Finsternis das Zepter und lässt sich von epischen Klangstrukturen, vereinzelten Melodien und monumentalen Arrangements tragen, die spätestens im wirkungsvollen Finale ('Winds Of Oblivion' & 'Resist') etwas extrem Majestätisches ausstrahlen.
Doch schon vorher setzt BLOODRED einzelne Nadelstiche, geht seiner aggressiven Wege und setzt immer wieder tolle Kontraste, die schließlich von hymnischen Parts unterlegt, aber nie zu sehr in Richtung Einprägsamkeit gedrängt und gedrillt werden. Merz legt sicherlich einen gewissen Wert auf Nachvollziehbarkeit und wirft den Anker diesbezüglich mehrfach aus, doch gleichzeitig wehrt er sich dagegen, berechenbar zu klingen und sich klaren Vorgaben anzupasen, da Eigenständigkeit auch auf "Colours Of Pain" ein wichtiges Thema bleibt.
Leztlich knüpft BLOODRED problemlos an seine Vorgänger an und bestätigt die ohnehin sehr positiven Eindrücke, die das Projekt aus Baden-Württemberg bisher hinterlassen hat. Mit "Colours Of Pain" steht eine weitere empfehlenswerte Scheibe auf Abruf bereit und erhält hoffentlich nicht nur den verdienten Respekt, sondern auch genügend Absatz, damit die Motivation stets hoch bleiben kann.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


