BORROWER - Killerdemons
Mehr über Borrower
- Genre:
- Heavy Metal / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 4.00
- Label:
- Argonauta Records
- Release:
- 13.02.2026
- Killerdemons
- Der Todessoldat
- El Degollador
- Knocking On The Coffins
- Stay Alive
- Tough Fight
- Dream On Fire
- A Chaos Vortex
Unausgegorenes Erstwerk der italienischen Thrasher.
Wer Italien noch immer ausschließlich als Heimat spannender Power-Metaller verbucht, der verpasst eine durchaus umtriebige und spannende Heavy-, Speed- und Thrash-Metal-Szene, die sich schon seit Jahren im Untergrund enwickelt. BORROWER ist dabei Teil eben jener Szene, wobei die Band sogar bereits in den Neunzigern und frühen Zweitausendern aktiv war, sich zwischendrin aber immer wieder auflöste. Die erste offizielle Veröffentlichung war dann erst die EP "A Plague Chapter..." im Jahr 2018, auf die nun knappe acht Jahre später mit "Killerdemons" der erste Langspieler folgt.
Dass damit aber neue Höhen in der langen und unsteten Karriere erreicht werden können, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln, denn bereits der eröffnende Titeltrack macht schnell deutlich, wo es beim italienischen Trio aktuell noch hapert. Und die Liste der Baustellen ist lang, denn insgesamt wirkt der Song wie eine unfertige und nicht ganz ausgegorene Demo. Die Gitarren schleppen sich mühselig von einem Riff zum nächsten und verpassen dem Mix aus Heavy und Thrash Metal wenig Biss, der Gesang von Massimo Ratano ist schwerlich als solcher zu bezeichnen und erinnert phasenweise mehr an schwerfälligen Sprechgesang und zu guter Letzt ist auch die klangliche Aufbereitung problematisch, wobei gerade die Drums fürchterlich scheppern, während Gitarren und Gesang jegliche Brillanz vermissen lassen. Insgesamt ein sehr enttäuschender Einstieg, der meine Hoffnungen für die weitere Spielzeit sinken lässt.
Ein Umstand, an dem auch das folgende 'Der Todessoldat' nicht viel ändern kann, denn auch hier stampfen die Riffs eher behäbig aus den Boxen und auch die Drums agieren reichlich hölzern, während sich die Italiener im Refrain des Songs an Gothic-Ausflügen versuchen, die auch nicht dazu beitragen, "Killerdemons" endlich in Schwung zu bringen. Auch über die restliche Spielzeit hinweg sucht man wirkliche Höhepunkte vergeblich, während man einer Band lauscht, die offenkundig noch nach der eigenen Identität sucht. So ist 'Knocking On The Coffins' ein seltsamer Horror-Punk-Ausflug, der lange nicht an Vorbilder wie THE MISFITS heranreicht, und bei 'Stay Alive' bin auch ich überfragt, welche Kollegen sich die Italiener für diese reichlich hölzern dahinrumpelnde Nummer als Vorbilder genommen haben. Die im Pressetext als Referenzen genannten MOTÖRHEAD, JUDAS PRIEST oder DIO höre ich hier jedenfalls zu keiner Zeit aus dem rumpeligen Vortrag heraus, sodass ich am Ende zugegebenermaßen etwas froh bin, als die kompakte Spielzeit nach acht Tracks endet.
Und so blutet am Ende mein Herz, das grundsätzlich immer für Underground-Metal offen ist, ein wenig, wenn ich BORROWER attestieren muss, dass die Band vielleicht lieber noch länger am eigenen Bandsound und den hier vorliegenden Songs im Proberaum hätte werkeln sollen, denn das gesamte musikalische Konzept und auch die einzelnen Tracks wirken trotz der langen Wartezeit seit der ersten EP wahrlich unausgegoren. Da oben drauf auch handwerklich und klanglich vieles im Argen ist, komme ich am Ende nicht drumherum, hier tatsächlich zu mauen vier Punkten zu greifen, bei denen ich noch einen gewissen Underground-Bonus mit eingerechnet habe.
- Note:
- 4.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


