CHIAROSCURO - Chiaroscuro
Mehr über Chiaroscuro
- Genre:
- Death Metal / Black Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Unholy Anarchy Records
- Release:
- 28.03.2025
- Sunbeat
- Hekatomb Of Malevolence
- Unbridled Darkness
- A Song For Ghosts
Viel Elan und viele Ideen, der Feinschliff fehlt aber noch.
Frisches Futter für Freunde und Freundinnen von wuchtigem Death Metal mit dezent melodisch-progressivem Unterton kommt dieser Tage aus den Vereinigten Staaten, wo Nick Temoshok (Gitarre) und Sänger Cassiopeia gemeinsam das Projekt CHIAROSCURO aus der Taufe gehoben haben. Nach einer Demo-CD aus dem vergangenen Jahr erscheint nun mit der selbstbetitelten EP "Chiaroscuro" und einem auf ein Quintett erweiterten Lineup das erste vollwertige Lebenszeichen der Band, das uns ingesamt vier Tracks präsentiert.
Musikalisch ist das Werk dabei recht schwierig zu fassen, denn auch wenn der Kern des Bandsounds definitiv im amerkanischen Death Metal beheimatet ist und munter eher klassische Kollegen wie OBITUARY zitiert, haben sich doch einige Versatzstücke eingeschlichen, die eine Kategorisierung nicht gänzlich einfach machen. So ist der Opener 'Sunbeat' mit seinen wuchtigen Riffs zu Beginn ein eher traditionelles Stück Todesstahl, erhält aber in den Strophen auch eine gute Göteborg-Färbung und lässt schlussendlich mit minimal modernen Untertönen sogar an Kollegen wie LAMB OF GOD denken. Mit Sicherheit kein schlechter Einstand, aber auch keine gänzlich runde Angelegenheit, denn handwerklich und auch klanglich hätte der Song in meinen Ohren noch etwas Feinschliff vertragen können, auch wenn der organische und teils fast etwas dumpfe Sound durchaus zur traditionelleren Grundausrichtung passt.
'Hekatomb Of Malevolence' scheint dann anfänglich in eine ähnliche Kerbe zu schlagen, bekommt im Mittelteil aber sogar eine leicht progressive Schlagseite, die mich doch glatt an Landsleute wie ALLEGAEON denken lässt. Die etwas zu stark komprimierten Becken, die doch deutlich zu sehr scheppern, und die teils zu kratzig klingenden Gitarren stören meinen Hörgenuss zwar weiterhin, doch zumindest kompositorisch ist die Nummer ein ordentlicher Schritt nach vorne. Das gilt übrigens auch für 'Unbridled Darkness', das im Anschluss neben ein paar flotten Riffs auch starke Black-Metal-Einflüsse verarbeitet, leider aber von einer teils doch etwas suboptimalen Umsetzung der tieferen Growls ausgebremst wird. 'A Song For Ghosts' bleibt so mit Post-Black-Metal-Tendenzen und insgesamt starker Gitarrenarbeit der einzige Song der Kurzrille, der mich restlos überzeugen kann und ist für mich damit auch glasklar der Anspieltipp, mit dem ihr euch am besten einen Überblick über das Potential der Amerikaner verschaffen könnt.
Selbiges wird auf "Chiaroscuro" allerdings noch lange nicht durchgehend abgerufen, sodass die EP auch wegen der teils doch recht verbesserungswürdigen Produktion eher als Versprechen für die Zukunft zu verstehen ist. Sollte der bemängelte Feinschliff aber folgen, dann könnte CHIAROSCURO in jener Zukunft durchaus für ein paar aufgestellte Lauschmuscheln und strapazierte Nackenmuskeln sorgen.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs