CHRIZ DOE - Cookie Doe
Mehr über Chriz Doe
- Genre:
- Alternative Metal / Groove Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Fastball Music
- Release:
- 28.11.2025
- No Pain No Gain
- Welcome To The Doez
- 10.000 Days
- Dark
- Solitude
- Lost In Thoughts
- The Deep
- Join The Party
- Independent
- Come Fly With Me
- Cookie Doe (Instrumental)
Tolle Gesangsleistung, musikalisch zwischen Kitsch und Eintönigkeit gefangen.
Auf den ersten Blick könnten die Alternative-Metaller CHRIZ DOE wie ein Newcomer aussehen, immerhin wurde das Quartett aus dem Sauerland erst im Jahr 2022 gegründet. Fronter Chriz dürfte euch aber vielleicht von seiner vorherigen Band MIRRORPLAIN ein Begriff sein, wo er sich mit melodischem Hard Rock und einer starken Stimme bis zur Bandauflösung im Jahr 2022 einen Namen machen konnte. Heuer geht es nun etwas moderner und mit vermehrt metallischer Kante zur Sache, wobei uns das Erstwerk "Cookie Doe" in elf Tracks den neuen Sound vorstellt.
Als allererstes stolpere ich allerdings über das comichafte Coverartwork, das die Bandmitglieder passend zum Titel des Albums in Form von Keksen präsentiert. Durchaus ein lustiger Einfall, für mich überschreitet das Ganze visuell aber doch den Kitsch-Rubikon und lässt mich erst einmal mit etwas Skepsis an den musikalischen Output herangehen. Der befürchtete Keyboard-Kleister bleibt allerdings erst einmal aus, stattdessen begrüßt uns 'No Pain No Gain' mit wuchtigem Groove und starken Vocals. Einzig das Gitarrenriff bleibt etwas eindimensional und verhindert, dass der Song perfekt aus den Startblöcken kommt. Im Refrain holt uns der Mainstream aber doch noch ein, denn während Chriz eine durchaus solide Hookline serviert, schleichen sich die ersten Keyboards in den Bandsound ein, die für meine Ohren etwas zu sehr in tanzbare Gefilde schielen. Gut, dass Chriz mit seiner tollen Stimme sowie ein cooles Gitarrensolo die Nummer am Ende dennoch vor der Mainstream-Belanglosigkeit retten.
Auch im weiteren Verlauf hängt das Ausmaß meiner Begeisterung am Ausmaß des Synth-Einsatzes, den der Vierer in seinen wuchtigen Groove-Metal einflechtet. Beschränken sich die Tasteninstrumente auf Texturen im Hintergrund, dann haben die Sauerländer nämlich einiges an Potential in der Hinterhand. So geht gerade 'Welcome To The Doez' als waschechter Hit durch, der gerade im Refrain mit einer tollen Hookline punkten kann. Und auch das emotional geladene 'Lost In Thoughts' oder '10.000 Days' lösen bei mir Gänsehaut im besten Sinne aus, wobei vor allem Chriz gesanglich wieder ganz groß auftrumpft. Andere Songs hängen mich persönlich mit kitschigen Dance-Keyboards aber eben auch immer wieder ab, wobei mir gerade 'Dark', 'The Deep' und 'Join The Party' in dieser Hinsicht als Tiefpunkte im Gedächtnis geblieben sind. Ich werde dabei auch das Gefühl nicht los, dass diese Versatzstücke des Bandsounds primär vorhanden sind, um die doch etwas eindimensionale Gitarrenarbeit aufzufangen, die zwar handwerklich solide vorgetragen wird, aber selten mal ein großes prägnantes Riff oder gar einmal eine starke Melodie im Angebot hat.
Und so ist das "Dance trifft Stakkato-Riffs"-Instrumental 'Cookie Doe' zum Abschluss noch einmal die Bestätigung, dass CHRIZ DOE deutlich zu sehr an der prägnanten Stimme von Namensgeber und Fronter Chriz hängt, der "Cookie Doe" glasklar mit seiner Stimme vor der Durschnittlichkeit bewahrt. Beim nächsten Mal würde ich mir etwas weniger Keyboard-Kitsch und mehr Varianz bei der Gitarrenarbeit wünschen, denn dann steckt hier durchaus Potential für eine richtig starke Scheibe in dieser neuen Band aus dem Sauerland.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


