DEADVOID INC. - Chapters
Mehr über Deadvoid Inc.
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Inverse Records
- Release:
- 13.03.2026
- Grounding The Unreal
- Not Worth Living
- Ashes Of Forgiveness
- The Wounds
- The Frame
- The Dawn Of Day
- Drowned In Pain
- Begins With Love
Durch und durch finnische und gute Interpretation des Gothenburg Sounds.
Finnland und Melodic Death Metal, das passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da ist es auch kein Wunder, dass sich mit Jonne Saarinen (Gesang), Gitarrist Tuomas Torikka, Bassist Ville Mikkola und Schlagzeuger Tino Jäntti vier erfahrene Musiker der dortigen Szene im vergangenen Jahr zusammengefunden haben, um gemeinsam unter dem Banner DEADVOID INC. diesem in Göteborg begründeten Genre den gebührenden Tribut zu zollen. Die bisher veröffentlichten Singles haben dabei aber bewiesen, dass sich das Quartett durchaus traut, ein paar frische Zutaten in den bekannten Cocktail aus Riffs und Melodien zu mixen. Wie das auf Albumdistanz funktioniert, können wir nun anhand des Debüts "Chapters" überprüfen.
'Grounding The Unreal' eröffnet die Platte auf jeden Fall schon einmal eindrucksvoll und vor allem hymnisch, denn nach kurzem verträumten Intro schwingt sich der Song mit folkigen Melodien auf, die mich sofort an die Kollegen AMOPRHIS denken lassen. Die trashig angehauchten Strophen bieten dabei ein schönes Kontrastprogramm und sorgen für den nötigen Biss, während der Refrain die Intro-Melodie gekonnt aufgreift und in einen echten Ohrwurm verwandelt. Schade, dass der sperrige Mittelteil etwas zu ausladend ausfällt und so verhindert, dass sich der Opener direkt als kompakter Hit positioniert. Vielversprechend ist der Einstieg dennoch und erhält mit 'Not Worth Living' gleich noch einen starken Kollegen zur Seite gestellt, wobei mir der zweite Track fast besser gefällt, weil hier die Melodien des Mittelteils in einem hymnischen Finale gipfeln, das den Song aufwertet anstatt künstlich in die Länge zu ziehen.
'Ashes Of Forgiveness' ist nach diesem durchaus fulminanten Beginn dann allerdings erst einmal ein harter Stilbruch, denn primär bewegt sich die Nummer in balladesken Gefilden und hat neben den folkigen Anflügen sogar einen leichten Gothic-Touch mitsamt Klargesang. Das eher wuchtig hymnische Ende rettet schlussendlich zwar noch einiges, trotzdem ist mir der Song in der ersten Hälfte etwas zu gleichförmig, um wirklich zu begeistern. Entsprechend sind es auch eher die härteren Momente, in denen Melodien und Death Metal in guter Balance miteinander verschmelzen, in denen DEADVOID INC. die eigenen Stärken voll ausspielt. 'The Frame' etwa markiert als Grenzgang zwischen CHILDREN OF BODOM und AMOPRHIS einen weiteren Höhepunkt, während das trashige 'The Dawn Of Day' im COB-Spätwerk wildert, nur um im Refrain die Kurve hin zu moderneren DARK TRANQUILLITY-Alben zu bekommen, wobei gerade der Klargesang doch deutlich an Mikael Stanne erinnert.
So ist "Chapters" am Ende nicht der gänzlich frische Blick auf den Melodic Death Metal, der uns im beiliegenden Pressetext versprochen wird, denn die Ursprünge der Einflüsse des Vierers sind doch immer deutlich zu benennen. Das stört allerdings nicht weiter, denn am Ende zählt das Songwriting und die Art und Weise, wie bekannte Töne zu etwas Neuem kombiniert werden. Genau hier macht DEADVOID INC. auf dem Erstwerk schon vieles richtig, auch wenn noch der eine oder andere große Hit fehlt, um die Platte in die allererste Melodic-Death-Liga zu befördern. Viel fehlt hier aber nicht...
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


