DEFACED - Icon
Mehr über Defaced
- Genre:
- Modern Thrash
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Massacre Records
- Release:
- 30.01.2026
- The Antagonist
- Perception
- As My Will Prevails
- The Initiation
- Forever Mine
- Anthem Of Vermin
- Sonate
- Icon
- Culling The Herd
- Betrayer
Ein heftiges Brett nach elf Jahren Studiopause.
In der quantitativen Bilanzierung kommen die Jungs von DEFACED (nicht zu verwechseln mit diversen gleichnamigen Kollegen) nicht allzu gut weg, das ist ihnen offensichtlich auch bewusst. Nach zwei gescheiten, aber nicht sonderlich aufregenden Releases zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts, ist bei den Eidgenossen für lange Zeit Ruhe eingekehrt, zumindest was die Arbeiten an neuem Material angeht. Die Kritiken waren seinerzeit nicht überragend, es schien nicht wirklich vorwärts zu gehen, und für den vermeintlich entscheidenden dritten Longplayer wollte sich die Truppe offenbar genügend Zeit nehmen, um wirklich alle Stellschrauben in den richtigen Positionen fixiert zu wissen. Dass es letztlich elf Jahre dauern sollte, bis "Icon" endlich spruchreif wird, hätte sich die Band wahrscheinlich auch nicht träumen lassen. Doch vielleicht gibt das finale Ergebnis der teils erneuerten Formation recht - oder?
Nun, zumindest hat sich die brandneue Rhythmusabteilung schon sehr, sehr gut einbringen können und liefert einen passenden Unterbau für den modernen, manchmal recht verspielten Aggro-Thrash der Herren aus Emmental. An den Kesseln scheppert es nicht nur ziemlich heftig, sondern vor allem auch in einer sehr souveränen, anspruchsvollen Darbietung. Wenngleich das Material hier und dort noch nicht im Champions-League-Format angesiedelt ist, können hier schon erste AKzente gesetzt werden, die höchsterfreulich sind.
Beim Songwriting indes fehlt es DEFACED nach wie vor an einer durchweg klaren Linie. Gelegentlich kokettiert man sogar mit einzelnen Black-Metal-Elementen ('Anthem Of Vermin', 'The Initiation'), die dann in einem wüsten Todesbleirausch wieder weggeprügelt werden, während man an anderer Stelle die alte THE HAUNTED-Schule aufleben lässt, gerade hier aber dann zu stur den Stiefel herunterspielt. Da sind die gelegentlichen stilistischen Grenzüberschreitungen schon spannender, da sie den Schweizern ein eigenständigeres Format bescheren und irgendwie auch knackiger zünden als die x-te Brachial-Attacke unter anderem Titel.
Da "Icon" zum Ende hin jedoch noch mal ordentlich zulegt und der Faktor Abwechslungsreichtum nie zur Nebensache wird, kann man DEFACED durchaus zu einem gelungenen Comeback gratulieren. Zumindest vor dem Hintergrund, dass sich die Band in der Vergangenheit gerne mal in ihrer eigenen Sackgasse bewegt hat, ist die neue Scheibe der erhoffte Befreiungsschlag. Zwar immer noch mit Luft nach oben, aber durchaus überzeugend in der endgültigen Präsentation - und definitiv stärker als die ersten beiden Releases!
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


