DEINE NACHBARN - Brandstiftung
Mehr über Deine Nachbarn
- Genre:
- Punk / Indie Rock
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Dackelton Records
- Release:
- 13.02.2026
- Ungehorsam
- Grenzen müssen sein
- Gute Laune
- Mein Nachbar
- Ein guter Clown
- Wenn Du alleine bist
- Kaufland
- Renovieren
- Verwunderlich
- Niemals so wie die
- Alles leuchtet
Eigenartiger Stilmix und teilweise wirklich platte Texte.
Wer in Berlin-Neukölln lebt, könnte durchaus das Glück haben, dass die Musiker des Trios DEINE NACHBARN wirklich zu den eigenen Nachbarn gehören. Die Truppe um Jannis (Gesang, Gitarre), Stefan (Bass) und Schlagzeuger Mario stammt nämlich aus dem multikulturellen Stadtteil der Bundeshauptstadt und hat sich dem sozialkritischen Punkrock verschrieben, der nun erstmalig auf Albumdistanz auf dem Silberling "Brandstiftung" zelebriert wird.
Doch schon der Opener 'Ungehorsam' macht schnell klar, dass die Einordnung als Punkrock nicht unbedingt beschreibt, was der Dreier hier zelebriert. Mit ihren akustischen Gitarren und dem wummernden Bass hat die Nummer nämlich durchaus starke Indie-Vibes und sogar Singer-Songwriter-Bezüge, während die herben Vocals und deutschen Texte ganz klar die Punk-Fahne hochhalten. Das sorgt insgesamt dafür, dass man mit ein paar Fragezeichen vor der heimischen Anlage sitzt, denn irgendwie wollen sich die verschiedenen Bestandteile des Bandsounds zumindest für mich nicht zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammenfinden. Da die Hookline des Refrains aber doch recht packend ist, weckt der Einstand auf jeden Fall schon einmal das Interesse für die restliche Spielzeit, auch wenn ich nicht direkt in Begeisterungsstürme verfalle.
Selbige können allerdings auch die übrigen zehn Tracks nicht entfachen, denn irgendwie fehlt mir einfach immer irgendetwas, wenn DEINE NACHBARN brisante, teils aber auch etwas plumpe Texte in kompakten Songs verpackt. So passt der launige Text von 'Grenzen müssen sein' mit durchaus prägnantem Hook mit Sicherheit in eine rasante und wüste Punk-Nummer, doch mit der eher reduzierten Instrumentierung verliert die Nummer irgendwie die Durchschlagskraft, die der Gesang vermitteln möchte. 'Gute Laune' funktioniert da dank des etwas launig-witzigen Textes besser im punkigen Indie-Sound, den die Berliner relative konsequent auf ihrem Erstwerk zelebrieren, sodass ich euch diese Nummer als Anspieltipp ans Herz legen würde. 'Mein Nachbar' überzeugt ebenfalls mit einem netten Wechsel zwischen entspannten Strophen und bissigen und rockigeren Refrains, auch wenn mir der Refrain lyrisch deutlich zu stumpf und plump ausfällt. Generell muss ich sagen, dass mich die Texte von DEINE NACHBARN einfach nicht abholen, denn auch wenn hier durchaus profunde Themen behandelt werden, ist die, doch immer mit Teenager-Humor und überzogener Provokation gewürzte Umsetzung, für mich einfach ein Schuss am Ziel vorbei, der mir dann auch langfristig den Hörgenuss madig macht.
Und so müsst ihr euch als Fans von Punk und Indie-Rock am Ende vielleicht am besten selbst ein Bild von "Brandstiftung" machen und entscheiden, ob der ungewohnte Sound und die ungeschlachten Texte der Berliner für euch funktionieren. Ich komme dank der genannten Kritikpunkte nur zu knapp sechs Zählern, denn am Ende hat der deutsche Punk-Sektor lyrisch und auch musikalisch einfach deutlich spannendere Bands zu bieten als das Trio aus Berlin.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


