DRAGON THRONE - Tale Of The Two: Dusk
Mehr über Dragon Throne
- Genre:
- Power Metal / Symphonic Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 15.01.2026
- 炎
- Dream Of A World
- Tale Of The Two
- Revelation
- Absolution
- Honorbound
- Dragon Throne
Überambitionierte Symphonic-Power-Metal-Abfahrt aus Finnland.
Bei DRAGON THRONE haben wir es mit einem Power-Metal-Trio aus Finnland zu tun, das seit der Bandgründung im Jahr 2019 ordentlich Gas gibt. So erschien mit "Dawnbringer" (2022) drei Jahre nach Gründung das Debütalbum und nur drei Jahre später legt man gleich mit einem Album-Doppelschlag nach, der innerhalb eines Monats erschienen ist. Los ging es im November 2025 mit "Tale Of The Two: Dusk", das wir hier genauer unter die Lupe nehmen wollen und dem exakt einen Monat später "Tale Of The Two: Dawn" im Dezember auf dem Fuße folgte.
Visuell gibt uns das Trio, das aus den beiden Sängern Santtu Korhonen und Antti Liimatainen, sowie Schlagzeuger Tommi Laitinen besteht, dabei schon einmal Rätsel auf. Denn anders als es die skandinavische Herkunft vermuten lassen würde, lehnt man sich optisch mit einem Samurai auf dem Artwork, dem generellen Manga-Stil und einem von einem chinesischen Drachen verzierten Bandlogo klar an asiatische Traditionen an. Auch das Intro "炎" hat musikalisch ähnliche Parellelen im Gepäck, bevor die Finnen mit 'Dream Of A World' doch primär wieder in europäischen Metal-Gefilden nach Inspiration suchen.
Ja, ein gewisses asiatisches Flair bleibt bei der Instrumentierung und der Melodieführung vorhanden, doch im Kern haben wir es hier mit rasantem Euro-Power-Metal zu tun, der sich klar Kollegen wie BLIND GUARDIAN, SABATON oder HAMMERFALL zum Vorbild nimmt, gleichzeitig aber eine besondere Betonung auf orchestrale Epik legt. Eigentlich schade, denn gerade in dieser Kategorie kann man mit recht billig klingenden Keyboards nicht wirklich überzeugen. Ebenfalls greifen das Orchester und das zusätzlich eingebundene folkige Instrumentarium nicht immer schlüssig ins metallische Grundgerüst, was den Song trotz starker Hookline unnötig ausbremst.
Auch danach bleibt DRAGON THRONE ein wenig überambitioniert und versucht vielleicht zu viele Ideen und Einflüsse in die einzelnen Songs zu packen. Ebenfalls wirkt der musikalische Bruch nach dem Opener etwas seltsam, denn wo zuvor noch rasante Gitarren das Gesamtbild gemeinsam mit dem Orchester dominiert haben, treten diese in der Folge immer weiter in den Hintergrund und überlassen vor allem den Keyboards und den beiden Gesangsstimmen das Feld. Das trägt nicht gerade zur Durchschlagskraft von Tracks wie 'Absolution' und 'Honorbound' bei, die beide irgendwie drucklos und reichlich überfrachtet aus den Boxen schallen. Selbst das eigentlich zur Power-Metal-Hymne bestimmte 'Dragon Throne' schafft es nicht, die Gitarren ordentlich in Szene zu setzen, sodass auch hier die ansonsten eigentlich guten Hooklines ohne das Fundament aus pfleischnellen Riffs irgendwie ohne nachhaltige Wirkung verpuffen.
So hat "Tale Of The Two: Dusk" mit 'Dream Of A World' sein Hit-Pulver schon reichlich früh verschossen, nur um sich danach in den eigenen Ambitionen zu verlieren und keinen wirklich kompakten Song mehr zustande zu bekommen. Schlussendlich wirft auch die recht kurze Spielzeit dann die Frage auf, ob eine Teilung des Werks auf zwei separate Alben unbedingt nötig war, wenn doch schon der erste Silberling des Doppelpacks mit zwei überschaubaren Zwischenspielen aufgepolstert wurde. Zu mehr als sechs Zählern reicht es für diese ungestüme und teils etwas wirre Power-Metal-Abfahrt für mich dann auch nicht.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


