DRAMATIST - Wasting Words
Mehr über Dramatist
- Genre:
- Postcore
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- DevilDuck Records
- Release:
- 23.01.2026
- Black Hole
- Fat White Families
- Disappointed
- The League
- Glasgow Nights
- Unknown Hero
- Loathing
- Go
Da wäre mehr drin gewesen. Muss aber auch nicht. Oder ja.
Der Sound zum Auftakt von "Wasting Words" gefällt mir außerordentlich gut: Post-punkige, aber nicht minder raue Vibes, schrabbelige Gitarren und ein lärmiges Klangbild kennzeichnen den Opener 'Black Hole', während nachdenkliche, resignative Gesangslinien den Weltschmerz von DRAMATIST in den Äther pinseln. Das klingt nach einer etwas deprimierten Mischung aus FJØRT und MUTE MATH - was eindeutig ein Kompliment darstellt! Ein neues Kleinod also aus dem Postcore-/Indie-Bereich, aus dem schon seit geraumer Zeit nichts Nennenswertes mehr zu hören war?
Irgendwie ja, andererseits vermag die Bremer Truppe es nicht, meine zum Auftakt geschürten hohen Erwartungen zu bestätigen. Die 'Fat White Families' an zweiter Stelle sind trotz des tanzbaren Grooves - INTERPOL lässt grüßen - bereits zu monoton, zu gleichförmig. Auch der Gesang beschränkt sich diesmal auf gleichförmige Schreirufe. Manche mögen sowas; ich verliere bei dieser Stilistik recht schnell das Interesse. Bei 'Disappointed' haben wir es mit einem ganz passablen kleinen Indie-Rocker zu tun, der mich mit seiner kurzen Aufgekratztheit und leichten Melancholie nochmal an das MUTE MATH-Debüt erinnert. 'The League' entwickelt auf fast introvertiert-zurückhaltende Weise einen schönen Spannungsbogen, gönnt sich aber keine ultimative Klimax. Auch bei den übrigen Songs warte ich vergeblich auf große Emotionen oder mitreißende Einzelmomente. Gegen Ende gibt es mit 'Unknown Hero' aber zumindest noch einen flotten Wachrüttler.
Obwohl sich bei mir keine überschwängliche Begeisterung für die DRAMATISTen und ihren Erstling "Wasting Words" einstellen will, kann ich mich dennoch nicht gänzlich der Faszination dieser acht etwas gebremst rockenden, schwermütigen Indie-Nummern erwehren. Für mich kein Album, das sich für unbeschwertes Abrocken anbietet, eher als Begleitsoundtrack für einen Kneipenabend mit ernüchternden Gesprächen angesichts der Schwere unseres Daseins und all seinen Verwerfungen.
Anspieltipps: Disappointed, Glasgow Nights, Unknown Hero
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Timon Krause


