EDGE OF SANITY - Cryptic (Re-Release)
Mehr über Edge Of Sanity
- Genre:
- (Melodic) Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Century Media
- Release:
- 03.04.2026
- Hell Written (Remaster 2026)
- Uncontroll Me (Remaster 2026)
- No Destiny (Remaster 2026)
- Demon (Remaster 2026)
- Not Of This World (Remaster 2026)
- Dead I Walk (Remaster 2026)
- Born, Breed, Bleeding (Remaster 2026)
- Bleed You Dry (Remaster 2026)
- Mother (Remaster 2026)
- Uncontroll Me (Alternate Mix 1997)
- Demon I (Alternate Mix 1997)
- Darkday (Live in Motala 1999)
- Incipience to the Butchery (Live in Motala 1999)
- Uncontroll Me (Live in Motala 1999
- Enigma (Live in Motala 1999)
- Black Tears (Live in Motala 1999)
- Twilight (Live in Motala 1999)
- wilight (Live in Motala 1999) 10. Of Darksome Origin (Live in Motala 1999)
Die 'ungeliebte' Scheibe im alternativen Line-up nun im schicken Remaster.
In der Rückschau ist "Cryptic" für das Gros der EDGE OF SANITY-Fangemeinde womöglich jener Release, auf den man am ehesten verzichten könnte - natürlich immerzu in der Relation zu den zahlreichen Sternstunden, die Dan Swanö und seine Mitstreiter im Laufe der Jahre generieren konnten. Doch als die Platte anno 1997 erstveröffentlicht wurde, waren die Risse in der Band längst so weit fortgeschritten, dass ein Bruch im Line-up unvermeidlich schien. Und ausgerechnet Swanö himself entschied sich letztlich dazu, den Hut zu nehmen, um sich seinen unzähligen übrigen Projekten zu widmen, schließlich hatte der Prog Rock längst seine Visionen dominiert.
Interessant ist daher, dass die Scheibe im Zuge der Remasters nun ebenfalls an die Reihe kommt und die Produzentenlegende tatsächlich auch hier die Hände an den Reglern hatte, obschon Swanö immer betont hatte, "Cryptic" nie viel Beachtung geschenkt zu haben. Dennoch hat er sich dem Vermächtnis seines einstigen Brainchilds universell widmen wollen und sich offenkundig auch mit den eher raueren, weniger melodischen Nummern des 97er-Releases intensiv beschäftigt, da man posthum auch hier behaupten muss, dass die Neuauflage klangtechnisch noch einmal gewaltig etwas aus der ursprünglichen Fassung herausholt. Die Stimme von Roberth Karlsson, der zeitgleich bei PAN-THY-MONIUM und später bei SCAR SYMMETRY aktiv war, kommt viel besser zur Geltung, die Rhythmusfraktion überlagert nicht mehr die durchaus interessanten Leadgitarren, und überhaupt klingt "Cryptic" anno 2026 viel, viel besser ausbalanciert und vor allem differenziert - Swanö sei Dank!
Die Songs hingegen waren nie schlecht, hatten jedoch mit dem Material von "Crimson" und "Purgatory Afterglow" zwei immens starke Vorgänger zu bestätigen und konnten dieses Niveau letzten Endes auch nicht halten. Dennoch sind Stücke wie 'Demon I', 'Born, Breed, Bleeding' und 'Uncontroll Me' echte Glanzstücke des skandinavischen Death Metals und als solche inzwischen auch absolut anerkannt. Genauso wie im Übrigen das Gesamtwerk, das mit ein bisschen Abstand zwar besser unter anderem Namen veröffentlicht worden wäre, sich aber vor den vielen Platten jener Zeit nach wie vor nicht verstecken muss.
Die Neuauflage enthält standesgemäß nicht nur den Remaster, sondern auch erneut eine Fülle an Bonusmaterial, darunter viele Liveaufnahmen eines Gigs im schwedischen Montala aus dem Jahr 1999, die unvermeidliche, an sich aber eher schwachbrüstige Covervariante zu DANZIGs 'Mother' und zwei alternative Mixe von 'Demon I' und 'Uncontroll Me'.
Mit der zeitgleich veröffentlichten Demo-Compilation endet die große Reihe der Re-Releases mit diesem damals ungeliebten, heute aber durchaus respektierten Album. "Cryptic" mag zwar nicht typisch EDGE OF SANITY sein, es bleibt aber ein richtig gutes Death-Metal-Album.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


