EMPEROR - Anthems To The Welkin At Dusk
Mehr über Emperor
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 10.00
- Label:
- Candlelight
- Release:
- 17.05.1997
- Alsvartr (The Oath)
- Ye Entrancemperium
- Thus Spake The Nightspirit
- Ensorcelled By Khaos
- The Loss And Curse Of Reverence
- The Acclamation Of Bonds
- With Strength I Burn
- The Wanderer
- In Longing Spirit (Bonus)
- Opus A Satana (Bonus)
- The Loss And Curse Of Reverence (Bonus, Live)Live
Rauschhafter Ritt auf schwarzen Schwingen.
Über EMPERORs "Anthems To The Welkin At Dusk" noch Worte zu verlieren, ist eigentlich Blasphemie: Das Album ist Legende, Anhänger diverser Richtungen des Metal können sich hier darauf einigen, es mit einem aboluten Meisterwerk dunkler Tonkunst zu tun zu haben. Die Veröffentlichung entstand unter schwierigen Umständen: Die Geschichten um Euronymous, Tchort, Samoth und Faust ergäben einen eigenen Bericht. Den wenigen, die "Anthems To The Welkin At Dusk" noch nie gehört haben, seien die folgenden Zeilen gewidmet:
Meine Wenigkeit lernte das Album erst vor drei Jahren kennen, eigentlich unmöglich. Erstaunlich auch, dass dieses Opus bisher nie an diesem Orte besprochen wurde. Diese Lücke wird Old Stendahl nun pflichtbewusst schließen. Schon die ersten atmosphärischen Takte von 'Alsvartr' saugen den Hörer unwiderstehlich in das Album, in die dunkle Höhle des Hohepriesters. Verhallte Flüsterstimmen und düstere Tonlagen sorgen für klaustrophobische Enge: Sind wir mit Beelzebub allein in einem hübsch gezimmerten Holzkasten gefangen? Fanfaren lösen die Anspannung: Nun erklingen Schlachtendrums und der so großartige Gesang mit der prägnanten, so charakteristisch-anklagenden Stimme, der von keinem so genial phrasiert wird wie von Isahn.
'Ye Entrancemperium' schnittert furios durch norwegische Schneelandschaften. Das Uhrwerk ist stets überdreht, dennoch wird immer einer draufgesetzt. Die Refrains sind sensationell gut, und zwar über das gesamte Album. Sie stehen nicht für sich, es gibt keine Wiederholungen in den Versen, stattdessen setzen sie dem jeweiligen Track die schwarze Krone auf. Die getragenen, atmosphärischen Parts lassen uns auf schwarzen Schwingen Richtung dunkler Bergmassive gleiten.
Und genauso geht es weiter. EMPEROR hält sich nicht mit vorgegebenen Schemata auf. Leicht progressive Ansätze werden verspielt in den schwarzen Rosenkranz eingeflochten. Es orgelt um uns herum, da müssen wir einfach "The Book Of Armageddon" aufschlagen und die alten Runen studieren. Es bilden sich Reliefs, wo keine waren, reich ornamentiert. Ranken schlängeln sich um unsere Körper, manifestiert sich da ein Basilisk aus den dräuenden Schatten und greift mit bleichen Knöcheln nach unseren warmen Körpern?
Die großartigen, verzweifelt vorgebrachten, beinahe heldisch-kunstvoll geformten Refrains habe ich bereits erwähnt. ANAAL NATHRAKH haben die vor einigen Jahren als Schablone genommen und in leicht abgeänderter Form in einige ihrer Tracks recht gut eingebaut. Apropos Bauen: Ein Track-by-Track werde ich bei diesem Meisterwerk nicht vornehmen. Denn ihr werdet schon nach dem Hören der ersten zwei Songs begeistert sein, versprochen. Hören statt lesen, so lautet das Credo.
Denn ganz gleich, ob ihr 'Thus Spake The Nightspirit', 'The Loss And Curse Of Reverence', 'With Strength I Burn' (der Chorus zum Niederknien und Heulen) oder einen der anderen Songs anwählt: Ihr bekommt immer die Zehn-Punkte-Vollbedienung. Auch der instrumentale (Bonus-)Ausklang 'Opus A Satana' erweist sich als gigantisch gutes Gedröhn – das Finale eines grandiosen Rausches, eine schwarze Wolke Alkaloide frisch vom Gehörnten ausgesandt.
Das Album steht neben "Arntor" von WINDIR, "Storm Of The Light's Bane" von DISSECTION und SATYRICONs Heldentaten. Für mich gehört es zu den besten Black-Metal-Alben aller Zeiten. Übrigens sind auch die weitaus progressiveren Folgealben extrem gut. Daher hoffe ich ja immer noch, dass EMPEROR nach fünfundzwanzig Jahren Pause noch einmal ein neues Album fertigstellt: Es gab Gerüchte in die Richtung, und hoffen darf man ja...
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


