EYE OF PURGATORY - Darkborne
Mehr über Eye Of Purgatory
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Apostasy Records
- Release:
- 13.02.2026
- The Darkborn
- When The Beacon Turns Black
- The Rotting Temple
- Bodyjumper
- The Slithering
- Unbound Flesh
- Formless Figures Dance
- The Best Of Them Bleed
- The Dark Departure
Unverhofft anders, unverhofft frisch!
Ich kann mich nicht mehr entsinnen, wie oft ich dieses Statement schon gebracht habe, aber es bleibt auch anno 2026 unverändert: Das Phänomen Rogga Johansson zu verstehen, ist mit jedem weiteren Album, das der schwedische Tausendsassa in die Umlaufbahnen schickt, noch schwieriger, inzwischen sogar schier unmöglich - zumal es dem Musiker selber sicherlich schwer fallen dürfte, alle seine Projekte und Releases noch namentlich aufzulisten. Zuletzt führte die Masse an Veröffentlichungen unter unterschiedlichem Banner schließlich auch dazu, dass die kreative Energie nahezu komplett verpufft schien und die Signatur des Masterminds zu charakteristisch geblieben ist, als dass man die einzelnen Combos noch näher voneinander trennen könnte. Insofern kommt das dritte Album von EYE OF PURGATORY eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt, gibt sich Johansson hier doch erstaunlich experimentierfreudig und erweitert sein eigentliches Portfolio um diverse genrefremde Zutaten, die im ersten Moment so gar nicht zu dem ansonsten oftmals raubeinigen, derben Geprügel passen wollen, das der skandinavische Künstler aus dem Studio herausträgt. Aber genau das ist ja auch gut so!
Auf den ersten Blick hat die Band eine Menge richtig gemacht, wobei dieser Blick zunächst auf das tolle Artwork fällt, das sich definitiv prima auf den hoffentlich gleichzeitig produzierten Merchandise-Produkten machen sollte. Das "Darkborne"-Cover ist ein echter Hingucker und ein starkes Argument für eine Vinyl-Anschaffung, sollten die Songs ähnlich überzeugend ausgefallen sein. Und auch hier muss man überrascht zugestehen, dass Johansson und Co. einige sehr besondere Arrangements fahren, die nicht selten von horroresken Keyboards begleitet werden, die gelegentlich auch an so manchen Uralt-Science-Fiction-Streifen erinnern - und in Kombination mit dem manchmal wüsten Death Metal und einigen Black-Metal-Reminiszenzen wird hier eine geradezu progressive Compilation erstellt, die sich nicht nur fernab von allen PAGANIZER- oder RIBSPREADER-Produktionen abhebt, sondern auch einen musikalischen Anspruch verfolgt, der nicht selten auch voll ins Schwarze trifft. Zwar werden die Kompositionen auf der Schlussgeraden ziemlich abgefahren und verlieren manchmal auch die Bodenhaftung, aber alleine die Tatsache, dass bei EYE OF PURGATORY nicht nach Schema F gearbeitet wird und die Band die Überraschungen stets auf ihrer Seite hat, generiert hier wieder massenhaft Sympathiepunkte, die den Forscherdrang hinsichtlich "Darkborne" sofort wieder verstärken.
Das dritte Album ist bei vielen Acts das entscheidende, vielleicht auch bei EYE OF PURGATORY: Die Platte mag bisweilen sperrig und konfus sein, aber sie geht mutigerweise völlig neue Wege und entwickelt sich mit der Zeit zu einem wirklich spannenden Ausflug in die Randbereiche des klassischen Death Metals. Meinen Zuschlag hat die Scheibe, und gerade vor dem Hintergrund, dass sich der Urheber nicht zum x-ten Male wiederholt, sollte sie Euren auch erhalten!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


