FIREPHOENIX - Science-Fiction
Mehr über Firephoenix
- Genre:
- Heavy Metal / Power Metal / Melodic Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenpressung / Eigenvertrieb
- Release:
- 04.04.2025
- Prelude To Insanity
- The Drifter
- Junky
- Mad Luminary
- Science-Fiction
- Tales Of Suspense
- Up On Stage (In A Teenage Rage)
- Running Low On Battery
- A Storyteller's Burden
- Torn Between The Good An The Bad
Wer seinen Metal schnell, melodisch und eingängig mag, liegt mit FIREPHOENIX goldrichtig!
Nachdem die Göppinger vor gut drei Jahren mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum und vor allem mit den folgenden Liveauftritten im traditionellen Metaluntergrund bereits einigen Staub aufwirbeln konnten, ist es fast ein wenig überraschend, dass dieser Tage auch das zweite Werk in Eigenregie erscheint. Sitzen da diverse Label-Scouts auf ihren Ohren? Nun, egal, denn natürlich kann auch eine Selfmade-Band den Weg zu ihren Fans finden, wenn sie engagiert ist und gute Arbeit abliefert. Da stehen die Zeichen bei FIREPHOENIX in jeglicher Hinsicht auf Sturm.
Das von Kevin Zora stammende Artwork mit dem Phoenix als Bandmaskottchen ist zwar quietschbunt, aber auch wunderschön und atmosphärisch und somit zweifelsfrei ein echter Blickfang für das Zweitlingswerk "Science-Fiction", das von Michelle Darkness in den Darklandcity Studios produziert wurde. Bereits der Einstieg nimmt vorweg, dass man es mit der Sci-Fi-Stimmung ernst meint, denn das Pianointro, das sich langsam in eine atmosphärische Synth-Space-Suite auswächst, setzt direkt die passenden Akzente. In der Folge regiert dann allerdings fraglos der Heavy Metal und zwar in einer Ausprägung, die haarscharf im Schnittpunkt der Winkelhalbierenden des Dreickecks zwischen Power Metal, Melodic Metal und Speed Metal zu verorten ist.
Damit finden sich die Schwaben in bester Gesellschaft, denn wo die Speed-Attacke 'The Drifter' sich dezent an das Oeuvre früher Werke von RUNNING WILD oder HELLOWEEN anschmiegt, da finden sich in dem stärker an die Neunziger angelehnten 'Junky' prägnantere Power-Metal-Noten mit etwas mehr Akzent auf der Heaviness und leicht angezerrt wirkenden Vocals von André Grabner, der ansonsten eher die klare aber keineswegs weichgespülte Variante bevorzugt und ein hervorragender, vielseitiger Metal-Shouter ist. Für BRAINSTORM-Fans sicherlich ebenso ein Ohr wert wie später das tolle Titelstück. Hier und da finden sich in Nick Bergers stets großartigen Leadgitarren auch Referenzen an große Vorbilder aus der NWoBHM, was etwa 'Tales Of Suspense' in der Melodieführung auch einen ganz denzenten keltisch-folkigen Touch verpasst, wie wir ihn etwa auch bei THIN LIZZY und DIAMOND HEAD oder - von eben diesen beeinflusst - im Frühwerk von METALLICA finden. Wilde Leadgitarrenfeuerwerke und rasende, gedoppelte Leadmelodien von Nick und André gibt es dann auch im ausladenden Instrumental 'Running Low On Battery' und an allerlei weiteren Stellen der Scheibe.
Obwohl schon hier klar sein dürfte, dass FIREPHOENIX also mit einem wirklich gediegenene Maß an metallischer Härte um die Ecke kommt, ist jedoch auch für die Freunde sanfterer Töne etwas geboten, namentlich in der finalen Power-Ballade 'Torn Between The Good And The Bad', die insbesondere durch ihren schönen, dynamischen und dramatischen Aufbau zu gefallen weiß. Da die Scheibe insgesamt auch sehr gut klingt, gibt es wenig zu kritisieren und viel zu loben. Einzig die Basshooks hätte ich mir hier und da - speziell bei der Ballade - etwas markanter im Mix gewünscht. Doch das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau, das etwa beim coolen Bass-Intro und den späteren Licks zu 'Up On A Stage (In A Teenage Rage)' auch wieder deutlich relativiert wird, das wie eine deutlich härter rockende und heavier geratene Version von Spätsiebziger-Heldentaten aus der Feder von THE SWEET oder KISS in Beine und Nacken geht.
Ihr seht: Wer seinen Metal schnell, melodisch und eingängig mag, und sich im guten alten Melodic Speed Metal der teutonischen Schule wohlfühlt, der liegt mit FIREPHOENIX goldrichtig und sollte der Truppe unbedingt eine Chance geben
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Rüdiger Stehle