FURY (UK) - Interceptor
Mehr über Fury (UK)
- Genre:
- Hardrock / Heavy Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Mighty Music
- Release:
- 05.09.2025
- Interceptor
- What's It Gonna Be
- On The Town
- Don't Lie To Me
- In Pursuit Of Destiny
- Can't Resist (Gimme What I Need)
- Walk Away
- Look At Us Now
- DTR
- Undistilled
Nichts Besonderes, und dennoch großartig.
FURY habe ich durch Zufall kennengelernt, als ich vor zwei Jahren für POWERMETAL.de über ein Konzert von PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS berichtete und die Band dabei als Vorgruppe auftrat. Da fiel mir der Name natürlich ins Auge, als kürzlich mit "Interceptor" ein neues Studioalbum angekündigt wurde. FURY ist eine gemischte Gruppe aus drei Männern und zwei Frauen, wobei eine weibliche und eine männliche Stimme den Gesang übernehmen. Die andere Dame, Becky Baldwin, spielt übrigens den Tieftöner nicht nur für FURY, sondern seit einiger Zeit auch für MERCYFUL FATE.
Auf dem erwähnten Konzert schien die Band über gutes Material zu verfügen, litt aber unter einer miesen Soundqualität, so dass ein abschließendes Urteil nicht möglich war. Also war ich auf das erste Album mit neuer Musik seither gespannt. Ab den ersten Durchläufen hat die Scheibe mich fast umgehauen. Es gibt auf "Interceptor" keine Long Tracks, keine ungewöhnlichen Strukturen der Stücke, keine progressiven Spielereien, sondern kompakten Heavy Rock, aber das mit zumeist gelungenen Melodien samt packenden Refrains, krachenden Gitarren, markanten Riffs und einem druckvollen Sound. Die Produktion hat BASTARD SON Todd Campbell übernommen.
Vom Gesang über die beiden Gitarren bis zur Rhythmusgruppe bildet das Quintett eine Einheit, die ihren energiegeladenen Sound detonieren lässt und dabei so manchen Knaller wie das Titelstück, 'On The Town', 'Can't Resist' oder 'DTR' vom Stapel lässt. Mit dem Stampfer 'Don't Lie To Me', dem semiakustischen 'Walk Away' und der abschließenden Powerballade 'Undistilled', die mit einer wabernden Orgel einsteigt und in einem dramatischen Finale abrockt, wird Abwechslung geboten. Als Luxuskritik kann man anmerken, dass sicher nicht jedes Lied so deutlich zündet und dass die Gitarrensoli gut sind, aber noch etwas Luft nach oben haben.
Ich muss noch mal auf die beiden Sänger zu sprechen kommen. Es ist keine zufällige Marotte von FURY, mit zwei Vokalisten anzutreten. Nicht nur können beide Frontleute wirklich singen und liefern in rauhen, kraftvollen ebenso wie in melodischen Abschnitten eine gute Vorstellung ab - an einzelnen Stellen etwa in 'Don't Lie To Me' trägt der Gesang fast alleine das Stück. Zudem wird die Spannung der Unterschiedlichkeit beider Stimmen nicht selten im Duettgesang genutzt. Und ähnlich wie im Pop werden die Kehrverse durch einen wirkungsvoll inszenierten Hintergrundgesang fetter und einprägsamer. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, das Album dudelt keinen Pop, sondern feuert Musik im Bereich von Hardrock bis Heavy Metal ab; dabei wird nur eine im Pop bewährte Technik angewandt.
Als Rezensent muss man sich mitunter die Hervorbringungen junger Bands anhören, die versuchen, mit gezwungen originellen Gimmicks etwas Besonderes zu schaffen, und doch - bei allem Respekt vor ihrer Mühe - kaum spannende Musik erschaffen. Um so erfrischender ist "Interceptor" von einer Band, die nicht versucht, das Rad neu zu erfinden, sondern, wie die großen Gruppen der Vergangenheit, ein unmittelbares Gespür für Lieder und Melodien hat und mit bewährten Mitteln mitreißende Rockmusik liefert.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Stefan Kayser