GAVRAN - The One Who Propels
Mehr über Gavran
- Genre:
- Post-Doom / Sludge
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Dunk! Records
- Release:
- 30.01.2026
- Okreni
- Zora
- Brod
- Pogon
- Plutaju
Finsternis, Atmosphäre und stilvolles Gekreische.
GAVRAN aus Rotterdam war mir bisher kein Begriff. Bands mit einem "Post-" in der Stilbeschreibung entsprechen normalerweise nicht unbedingt meinem Beuteschema, aber die Niederländer schaffen es doch recht schnell, den Hörer in den Bann zu ziehen, gesetzt den Fall, dass dessen Gehör sich auch für postmetallische Klänge empfänglich zeigt. "The One Who Propels" ist bereits das dritte Album der Diskografie. Fans mussten länger auf dieses Werk warten, da einer der beiden Gitarristen von einer schweren Krankheit heimgesucht wurde. Es gab dazu auch einige Wechsel im Line-up. Die Hinzuziehung einer zweiten Gitarren ist sicherlich von besonderer Bedeutung, erlaubt diese Entscheidung doch eine Neuausrichtung im Klangbild. Die Kompositionen bekommen dadurch mehr Wucht.
Das Geheimnisvolle, das durch das Covermotiv angedeutet wird, findet sich auch in der Musik von GAVRAN wieder. Einerseits ist das Repetitive ein Kennzeichen der Musik des Quartetts, und die Songs entwickeln sich mit einer gewissen Bedachtsamkeit, so entlädt sich andererseits die akkumulierte Energie immer wieder in heftigen emotionalen Ausbrüchen. Überwiegt in den ruhigeren Passagen der in den Hintergrund gemischte Klargesang, so kann sich in den emotionalen Eruptionen hier und da ein von flirrenden Gitarren begleitetes dämonisches Kreischen offenbaren, das aber durchaus gefällt und für eine unverzichtbare Würze sorgt. Live dürfte das für besondere Momente sorgen.
GAVRAN steht für Songs mit Überlänge. Von den fünf Stücken ist nur eines ('Pogon') etwas kürzer als zehn Minuten, während es der Albumcloser 'Plutaju' auf eine Spielzeit von über 16 Minuten bringt. Die Band führt uns aber geschickt durch emotionale Höhen und Tiefen, so dass "The One Who Propels" über die gesamte Dauer interessant bleibt. Die brachialen Riffs sind hypnotisch und die Gesangslinien strahlen bisweilen eine gewisse Erhabenheit aus. Doch, "The One Who Propels" ist ein intensives Klangerlebnis.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Jens Wilkens


