GRAVETAKER - Sheer Lunacy
Mehr über Gravetaker
- Genre:
- Black Metal / Death Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Iron Bonehead Productions
- Release:
- 22.12.2025
- Black Sepulchres
- Threshold
- Bacchic Enthusiasm
- Aberrations
- Revelation
Räudig und doch anders.
Wenn eine Scheibe perfekt ins Labelprogramm von Iron Bonehead passt, kann man in der Regel schmutziges Gerumpel und dreckiges Geschepper im Grenzbereich von Todesblei und Black Metal erwarten - gerne natürlich auch mit einigen thrashigen Nuancen durchzogen. Warum sollten die Jungs von GRAVETAKER hier also eine Ausnahme machen, sind sie doch quasi eine Art Blaupause für den auserlesenen Underground-Katalog der zuletzt immer stärker besetzten Plattenfirma, die mit dem Duo aus dem finnischen Oulo einen weiteren anständigen Fang gemacht hat.
Auf "Sheer Lunacy" präsentieren die Nordeuropäer zumindest ihren ersten recht rohen Output, den man mit ein bisschen Phantasie auch als ein leicht aufpoliertes Demo betrachten könnte, welches aber aufgrund der recht angenehmen Spieldauer von immerhin 35 Minuten sicherlich mehr ist als lediglich ein erstes knappes Lebenszeichen. Zumal GRAVETAKER mit ihren gelegentlich konfusen, mitunter aber auch anspruchsvollen Ideen eine leichte Zäsur in das klassische, unterproduzierte Geballer bringt. Die fünf Songs sind von einer gewissen Experimentierfreude gezeichnet, ziehen sich aber immer wieder auch mal in rein akustische Gefilde zurück. So präsentieren sie recht merkwürdige, irgendwie aber doch recht spannende Kontraste, die abseits jedweden Schemas mal ganz neue Akzente setzen - und am Ende doch wieder einen guten Mix aus verrohter Old-School-Attitüde und elegantem VENOM-Gedächtnisgroove aufbieten.
"Sheer Lunacy" hat vielleicht nicht immer zündende Momente, ist gelegentlich auch arg gewöhnungsbedürftig, auf gewisse Weise aber auch wirklich interessant und - ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Begriff ist - auch fortschrittlich, zumindest wenn man die Inhalte der neuen Stücke mit dem handelsüblichen Garagen-Geschepper vergleicht, das einen regelmäßig umgibt. Gegebenenfalls fehlt an manchen Stellen noch der letzte Kick, doch summa summarum hat GRAVETAKER hier ein wirklich feines Debüt an den Start gebracht, das nicht nur in der Theorie mehr ist, als eine verbesserte Demo-Aufnahme.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


