GREYHAWK - Warriors Of Greyhawk
Mehr über Greyhawk
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Cruz Del Sur Music
- Release:
- 13.02.2026
- Ascension
- Land Of Ashes
- Take A Stand
- Endless Race
- Warriors Of Greyhawk
- Words Of Power
- Chosen
- Hyperspace
- Embers Rise
- Rise Above
- Eternal Quest
Neuer Sänger, neues Label, bleibt der Geist?
GREYHAWK aus Seattle hatte sich mit dem furcht- und scheuklappenlosen Debüt und dem starken Nachfolger "Thunderheart" recht schnell in mein Herz gespielt. Umso erschreckender war die Nachricht, dass sich der bisherige Sänger Rev Taylor lieber auf seine Opernkarriere konzentrieren möchte und deshalb die farbenfrohe Band verlässt. Taylor hat den Bandsound mit seiner dunklen Stimmfarbe und der ausdrucksstarken Phrasierung ohne Zweifel grundlegend geprägt, sodass dieser Weggang nicht ganz so leicht zu verkraften ist. Doch siehe da - schon zwei Jahre später steht ein neues Album in den Startlöchern!
Die Sängerstelle war kurz vakant, doch nach ein paar Tests fand man in Anthony Corso wohl einen passenden Stimmgeber. Dieser ist nicht nur ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, sondern versucht auch gar nicht erst, seinem Vorgänger nachzueifern. Nein, Corso hat ein glockenklar helles Organ und setzt dieses auch bei zahlreichen feinen Screams ein. Bisherige Fans müssen sich also etwas umstellen. Für 'Chosen' wurde nochmal ein Abschiedsbeitrag von Rev Taylor aufgenommen, eine gelungene Übergabe des Staffelstabs.
"Warriors Of Greyhawk" erscheint beim Underground-Giganten Cruz Del Sur, was einen weiteren neuen Schritt für die US-Amerikaner bedeutet. Es bleibt also nicht viel beim Alten, trotzdem schwimmt der dritte Volllängenspieler schon noch deutlich in der Welle, die durch die ersten Veröffentlichungen losgetreten wurde. Es gibt zum Glück weiter diese liebgewonnene Mischung aus Epic Metal und AOR zu hören, die stets auf Abwechslung und Ohrwurmmelodien achtet. Wobei man immer mal wieder, vielleicht deutlicher als zuvor, in Richtung Melodic Metal schielt und manche Kante glattgeschliffen wurde, die zuvor vielleicht noch mit Hingabe aufs Polycarbonat gepresst worden wäre. Ein wenig Eigenständigkeit und Käuze ging also flöten.
Das heißt allerdings nicht, dass GREYHAWK plötzlich zum Chartstürmer mutiert wäre. Nein, da reicht doch schon ein Blick auf das DnD-Artwork des Venezolaners Daniel Porta, das eine gelungene Brücke zu "Keepers Of The Flame" schlägt, um mögliche Bedenken auszuräumen. Die meisten Songs sind trotz des Schleifpapiereinsatzes durchaus verquer genug, um bisherige Möger weiter zu fesseln. Lauscht doch nur mal den 'Words Of Power', das mich ja etwas an SIGNUM REGIS erinnert. Aber nur oberflächlich, denn hintenrum ist das durch den Einsatz von wirren Chören und wilden Soli irgendwie eine völlig andere Kiste.
Dagegen stehen mit Songs wie 'Embers Rise' oder 'Take A Stand' ziemliche Standard-Nummern, die früher eben durch den Gesang eine ganz andere Stimmung verbreitet hätten. So bleiben es doch irgendwie ziemliche Standard-Nummern. Da fehlt es dem neuen Sänger (noch?) an Charisma, um daraus etwas Besonderes zu zaubern. Das funktioniert besser, wenn schon das Songwriting etwas fantasievoller ist. Wie etwa beim Titelsong, der die bisherige Karriere von GREYHAWK ganz wunderbar und bunt zusammenfasst. Bitte mehr davon!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Marius Luehring


