GRIMA - Nightside
Auch im Soundcheck: Soundcheck 02/25
Mehr über Grima
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Napalm Records
- Release:
- 28.02.2025
- Intro (Cult)
- Beyond The Dark Horizon
- Flight Of The Silver Storm
- Skull Gatherers
- Impending Death Premonition
- The Nightside
- Where We Are Lost
- Curse Of The Void
- Mist And Fog
- Outro (Memories Of A Forgotten Home)
Im Garten Sibiriens.
Womöglich liegt es an der sibirischen Heimat, doch mit ihrem neuesten Longplayer "Nightside" schaffen Morbius und Vilhelm neue Maßstäbe im melancholischen, atmosphärischen Kälte-Black-Metal. Anscheinend hat GRIMA auf der gemeinsamen Tour mit KANONENFIEBER noch einmal alle Hebel in Bewegung setzen und reichlich Erfahrung sammeln können, doch der qualitative Sprung von "Frostbitten" zum neuen, nunmehr sechsten Album ist nicht von der Hand zu weisen. Natürlich wusste das Duo schon seit dem "Devotion To Lord"-Debüt sein Faible für authentisches Schwarzmetall an den Fan zu bringen und der direkte Vorgänger bahnte den Weg, doch wirklich zwingend und auf den Punkt bringen die beiden das erst auf "Nightside".
Die Veröffentlichung im tristen, grauen Februar, erzeugt mit ihrem Artwork recht subtil eine gewisse Gänsehaut. Mitsamt des Geistes der sibirischen Wälder lassen die acht Hymnen auf "Nightside" – eingebettet in ein stimmungsvolles In- bzw. Outro – eine Aura entstehen, wie sie frostiger und passender kaum hätte ausfallen können.
Natürlich muss man sich auf die Musik einlassen können, doch sind die neuen GRIMA-Songs weitaus zugänglicher als ich es von den beiden Musikern gewohnt bin. Mal wissen Eises-Fragmente zu hypnotisieren ('Skull Gatherers'), mal lassen die beiden den deftigen Vorschlaghammer kreisen ('Impending Death Premonition'), nur um sich dann wieder den doch introvertierten, verträumen Melodien des Eiseskälte Sibiriens zu widmen ('Curse Of The Void'). Dass hierbei auch ein Hauch von Melancholie und Tristesse mitschwingt, versteht sich ebenso von selbst wie die Tatsache, dass dezente Folklore-Experimente das Hörvergnügen weiter ankurbeln.
Was GRIMA letztendlich jedoch bei 'Flight Of The Silver Storm' und dem abschließenden, so dichten und frostigen 'Mist And Fog' anstellt, jagt mir stetig die Gänsepelle auf die Haut. Findet man also einmal den Zugang, ist "Nightside" ein Album, das eine bemerkenswerte Aura versprüht, das Thermostat gleich mehrere Meter nach unten schießen lässt und den verlorenen Seelen zumindest kurze Zeit eine Heimat in den Ohren schwarzmetallischer Fanscharen schenkt. Von Mal zu Mal wächst das sechste GRIMA-Album und selbstverständlich spielt der Veröffentlichungszeitpunkt eine große Rolle bei der Bewertung. Vielleicht bekommt man zu "Nightside" in den kommenden Sommermonaten keinen Zugang mehr. Doch im einstelligen Gradbereich, mit dem Blick auf kahle Bäume und eine gefrorene Wiesenlandschaft ist "Nightside" ein sehr passender Soundtrack.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Marcel Rapp