HADEAN - Origins
Mehr über Hadean
- Genre:
- Progressive Metal / Progressive Rock
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 24.04.2025
- Ruins Of Time
- Starborn
- Quantum
- Through Amber Eyes
- Like Tears In Rain
- Origins
Feiner Progressive Metal mit tollen Songs und kleinen klanglichen Abzügen.
Da ist es endlich, das "Chinese Democracy" des deutschen Prog-Metal-Undergrounds. Okay, vielleicht übertreibe ich hier etwas, doch als jemand, der HADEAN bereits seit dem Release von "Parasite" im Jahr 2010 verfolgt, konnte man zwischendrin doch schon einmal den Glauben daran verlieren, dass das Zweitwerk "Origins" je das Licht der Welt erblicken würde. Immer wieder gab es Updates aus dem Studio und vereinzelte News, doch insgesamt hat das Quintett fünfzehn Jahre gebraucht, um die hier nun vorliegenden sechs Tracks zu komplettieren.
Nun klingt diese Anzahl von Songs erst einmal recht überschaubar, doch beim finalen Titeltrack haben wir es mit einem fünfteiligen Epos zu tun, das alleine schon einmal über 28 Minuten Spielzeit mit in die Gesamtabrechnung bringt. Doch fangen wir erst einmal vorne an, wo uns 'Ruins Of Time' mit im Vergleich beinahe schon überschaubaren zwölf Minuten begrüßt. Aber keine Sorge, dank sehr abwechlunsgreicher musikalischer Gestaltung, die von metallischer Wucht bis hin zu verträumten Sounds im ruhigen Mittelteil reicht, verfliegt die ausgedehnte Spielzeit wie im Flug. Der gerade erwähnte Mittelteil, der zwischenzeitlich mit etwas zu ausladender Schichtung verschiedener Gesänge den roten Faden aus den Augen verliert, bleibt dabei auch mein einziger kompositorischer Kritikpunkt, denn ansonsten überzeugt der Track mit tollen Riffs, feinen Leads und einer hervorragenden Gesangsleistung von Fronter Michael Haas, der hier sehr variabel agiert.
Danach wird es mit 'Starborn' und 'Quantum' deutlich kompakter und insgesamt auch leichter zugänglich, denn beide Tracks brennen sich schnell mit erneut toller Gitarrenarbeit ins Gedächtnis, wobei gerade 'Quantum' mit einer sehr episch-orchestralen Note als Höhepunkt für mich heraussticht. Da ist es gleich doppelt schade, dass mich der Gitarrensound nie restlos überzeugen kann, denn gerade im direkten Vergleich zu musikalisch ähnlich gelagerten Kollegen wie SYMPHONY X fehlen hier doch Biss und Definition, welche die Riffs aus dem doch recht dichten Klangkosmos besser herausarbeiten könnten. Beim verträumten und wunderschönen 'Through Amber Eyes' fällt dieser Kritikpunkt glücklicherweise nicht so sehr ins Gewicht, da hier vor allem mit sehr vielseitiger Instrumentierung im sehr reduzierten Klangbild überzeugt wird.
Das ein bisschen an NEVERMORE erinnernde 'Like Tears In Rain', das vor allem im Mittelteil so richtig punkten kann, bringt uns dann auch schon zum finalen Epos, wobei auch hier leider wieder der etwas matschige Sound der Rhythmusgitarren dem ansonsten starken Track ein wenig die Luft raubt. Dagegen trumpft HADEAN beim Finale 'Origins' dann so richtig auf und verpackt so ziemlich alles in diesem Epos, was der Prog-Sektor hergeben kann. Teilweise fühlt man sich dabei an die Großwerke von GENESIS aus den Siebzigern erinnert, bevor man sich plötzlich in Worldmusic-Gefilden wähnt oder nach einer weiteren Wendung in orchestrale Regionen abtaucht. Höhepunkt des Fünfteilers bleibt für mich aber das finale Kapitel 'Black Hole Symphony', das mit Symphonic-Metal-Tönen für einen famosen Schlusspunkt für das Album sorgt.
Und so darf ich HADEAN am Ende attestieren, dass sich das Warten durchaus gelohnt hat. Gerade, wenn ihr den ausladenden und vielseitigen Prog der Siebziger mögt und gleichzeitig auf eine metallische Kante nicht verzichten möchtet, darf ich euch "Origins" wärmstens ans Herz legen, auch wenn ich am Ende für den suboptimalen Gitarrensound, der mir bis zum Ende ein Dorn im Ohr bleibt, ein paar Prozentpunkte in der Gesamtwertung abziehen muss.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


