HARKON - Love And Vore
Mehr über Harkon
- Genre:
- Progressive Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Doc Gator Records
- Release:
- 31.10.2025
- Watch The World Go By
- Double Down
- Blood Will Have Blood
- Take It Slow
- Disconnected
- Thistleblower
- The Errorist
- Dead Sun Rising
- The Disease
- Round And Round
- One In Vermillion
Tolles Full-Length-Debüt nach längerer Pause.
Viel zu lange haben die Jungs von HARKON ihre Fangemeinde auf einen neuen Output warten lassen. Nachdem die Truppe um den stets umtriebigen Vokalisten Björn Gooßes anno 2019 mit der "Ruins Of Gold"-EP erstmalig auf sich aufmerksam machen konnte, fiel sie erst einmal in das große Corona-Loch und legte die kreativen Prozesse bis auf weiteres auf Eis. Daher kam es schon ein wenig überraschend, als der mittlerweile extrem stark besetzte Underground-Lieferant Doc Gator die Band unter ihre Fittiche nehmen und auch gleichzeitig eine vollwertige Scheibe ankündigen konnte.
Betrachtet und begutachtet man "Love And Vore" mit ein we3nig Abstand, muss man allerdings konstatieren, dass die Herrschaften die etwas längere Geduldsprobe wunderbar genutzt haben, um mit Ruhe und Bedacht ans Songwriting zu gehen und sich nicht von raschen Ideen zu einem Schnellschuss treiben zu lassen. Das Full-Length-Debüt ist zwar phasenweise noch verproggter und schwerer zugänglich als die EP, aber einer dieser fulminanten Grower, der mit der Zeit immer mehr wunderschöne Details offenbart, die vor allem Liebhaber von NEVERMORE, SANCTUARY und den ersten EVERGREY-Releases sofort begeistern dürften.
"Love And Vore" ist an sich ein relativ düsteres Album geworden. Eine Platte, die sich nicht leicht in die Karten schauen lässt, ihre Nummern mit einem finsteren sphärischen Überzug garniert, dezent verspielte Melodien erstmal im Hintergrund agieren lässt und die Explosionen nur andeutet, sie aber im Sinne des Spannungsaufbaus jederzeit sehr spät entzündet. Die Hooklines sind folglich auch gut versteckt, entwickeln sich aber stetig zu verdammt peneranten Ohrschmeichlern, die immer wieder von grandiosen Riffs und einer Reihe verzwickter Arrangements flankiert werden, deren Ursprung sicherlich an der Lehrertafel eines gewissen Jeff Loomis liegt. Gooßes präsentiert sich derweil jedoch nicht als Shouter von US-Metal-Format, sondern erinnert in vielen Passagen an Henning Basse und Andy B. Franck, so dass die typisch amerikanisch klingende Instrumentelfraktion einen traditionellen Euro-Kontrast in den Vocals bekommt, der partiell noch etwas gewöhnungsbedürftig klingt, letzten Endes aber wunderbar funktioniert.
Prunkstück von "Love And Vore" sind allerdings die erstklassigen Gitarrenparts, die problemlos den Level der oben genannten Acts erreichen und HARKON auch ein weiteres Mal in deren erweiterten inhaltlichen Dunstkreis bringen. Schön, dass die Jungs wieder zurück sind - und schön, dass sie ihre hohen Standards aufrechterhalten können.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


