HEBEPHRENIQUE - Decathexis
Mehr über Hebephrenique
- Genre:
- Progressive Black Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Brilliant Emperor Records
- Release:
- 23.08.2025
- Stasis
- Visions Of Magdalene
- I, Adverse
- Ascent To Derilation
- Argumentum Ad Baculum
- To Inflict And Nurture
- Decathexis
Verkopftes Black-Metal-Geprogge.
Ambitioniert, verkopft und letztlich dann leider auch verkrampft. Auf ihrem zweiten Silberling wollen die Australier die Grenzen des avantgardistisch geprägten, progressiven Black Metals noch einmal leicht verschieben, bürden sich dabei aber nicht nur hinsichtlich der eigenen Zielsetzung, noch mit Blick auf die sich daraus ergebenden Herausforderungen eine Last auf, der sie schlussendlich nicht gewachsen sind.
"Decathexis" ist dabei nicht einmal unstrukturiert oder gar chaotisch aufgebaut, jedoch verbauen HEBEPHRENIQUE in ihren Songs so viele Fragmente. Sie setzen deutlich zu viele Breaks und können es offenbar kaum aushalten, einen musikalischen Gedankenstrang auch mal etwas länger zu ziehen, so dass immer wieder neue Richtungen eingeschlagen werden, denen man ab einem gewissen Punkt kaum mehr folgen kann - und dieser Punkt ist relativ bald erreicht.
Handwerklich ist die Truppe aus Brisbane unterdessen richtig gut aufgestellt und bringt gerade im Rhythmusbereich einige ARCTURUS-Gedächtnis-Taktwechsel, die auf jeden Fall eine Präferenz für die Arbeiten des allmächtigen Stöckchenschwingers Hellhammer offenbaren. Doch so anspruchsvoll und manchmal auch ansprechend die Kessel bedient werden, so selten lassen sich daraus auch Grundsteine für nachvollziehbares Songwriting ableiten, es sei denn, HEBEPHRENIQUE lässt einfach mal kurz die Sau raus und trümmert zielstrebiger. Leider nimmt sich die Truppe diese Freiheit aber nur im etwas aggressiveren 'To Inflict And Nurture', einem puristischen Black-Metal-Track, der an die Spätneunziger-Phase in der finsteren Szene Norwegens erinnert und deutlich mehr Strahlkraft entwickelt als die viel zu komplexen übrigen Songs.
Natürlich muss man sehen, dass HEBEPHRENIQUE das Konventionelle scheut und gerne auch mal gegen den Strich arbeiten möchte, doch der Rahmen des Nachvollziehbaren und manchmal auch derjenige des Erträglichen werden hier permanent so weit gesprengt, dass man rasch die Lust daran verliert, tiefer einzutauchen. Dass die Band genau dann am stärksten ist, wenn sie alle Fesseln abstreift und einfach nur Black Metal zelebriert, sollte jedenfalls ein Fingerzeig dafür sein, dass schlichter manchmal deutlich überzeugender ist.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes