IN FLAMES - Colony
Mehr über In Flames
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 10.00
- Release:
- 21.05.1999
- Embody The Invisible
- Ordinary Story
- Scorn
- Colony
- Zombie Inc.
- Pallar Anders Visa
- Coerced Coexistence
- Resin
- BehindSpace `99
- Insipid 2000
- The New World
Ein dunkler Strauß mit euphorischen Farbtupfern.
Ich weiß noch, wie ich "Colony" von IN FLAMES in einem Essener Rock Store über Kopfhörer probehörte: Ich kannte die Band nicht. Ich hörte seinerzeit keinen Melodic Death Metal, wusste gar nicht, dass es sowas gibt, das habe ich in Rock Hard und Legacy konsequent immer überlesen. Hier war ich sofort geflasht. 'Embody The Invisible' zeigt die Richtung vor, die dann fünfundvierzig Minuten lang konsequent eingehalten wird.
Melancholisches Riffing, fern an MAIDEN erinnernd, leicht progressive Schwenks, eine Hammond-Orgel (wie geil!) und immer unter Adrenalin, Druck, vorwärts räumend, nicht Speed, eher schiebend. Noch heute ziehe ich dieses geniale Album allen anderen der Kombo vor. Mit "Clayman" erschufen sie noch ein Opus ähnlicher Art, vielleicht noch etwas opulenter gestaltet, dann kam die moderne Phase, Emo, Kitsch, zuletzt eine leichte, nicht restlos geglückte Rückbesinnung, auch wenn der 'Deceiver'-Song richtig gut war.
Wenn Fridén wie in 'Ordinary Story' seine softe, wispernde Stimme einsetzt, ist das optimal. Seine giftige Tonlage ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Voller Spielfreude wilderte die Band im Dschungel aller Möglichkeiten, ohne sich zu verästeln, immer auf klarer Spur, auch ein Ausbruch aus den Genregrenzen fand nur ganz knapp statt. Damals stimmte die Mischung zu hundert Prozent.
Mit 'Colony' gelingt IN FLAMES noch ein Superhit: Die Hammonds agieren so schlau, raffiniert, nur AMORPHIS war mit dem Saxophon auf "Tuonela" ähnlich mutig. Dann die sanfte Strophenphase mit der verzerrten Stimme, "There is an absence of light", wie cool! Die Melodie im Chorus, unter anderem zu dieser Textstelle: "Machine, meat and blood – in an intimate relationship" ist sensationell einprägsam. Diesen Part könnte ich endlos auf Repeat stellen.
Dann kommt ja noch 'Resin', einer der besten IN FLAMES-Songs. Turmhoch baut er sich auf, später erschuf DARK TRANQUILLITY 'Ego Drama' nach ähnlichem Aufbau und dennoch ganz anders, aber ebenso gut. Unglaublich fett, diese Heavy-Strophenphase, geil. Dann die melodischen Leads als Kontrast, das enthusiastische Solo. Überhaupt, dieses dopaminartige, euphorische Element steckt an, begeistert. So hätten sie gern weitermachen können: "In my hand is a new word."
Übrigens: Sommerliche España-Instrumentals konnten sie auch, 'Palar Anders Visa' kommt so gut wie 'Forever Beach' der Legende GATES OF ISHTAR. Jeder Song ist ein Volltreffer, da ging es dem Opus wie "Hatebreeder" von CHILDREN OF BODOM, "Tuonela" von AMORPHIS oder "Haven" von DARK TRANQUILLITY. Daher voll auf die Zwölf und zehn Punkte!
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


