J.B.O. - Haus Of The Rising Fun
Mehr über J.B.O.
- Genre:
- Fun Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Perception
- Release:
- 09.01.2026
- Ma Ma Ma Metal
- Haus Of The Rising Fun
- Vito, wir machen Krach
- I Kissed A Girl
- Stinkefinger
- Ka-Fump!
- Power sucht Wolf
- Nur für euch
- Weißt schon, was ich meine
- Bussi
- Ein sehr gutes Lied
- Woke On The Smater
- Mein Arsch
2026 beginnt im Zeichen des Blöedsinns! [sic!]
Alle Jahre wieder erscheint ein neues Album von J.B.O., und alle Jahre wieder wird dadurch eine Aussage von Gitarrist und Sänger Hannes aus den Niederungen der Gehirnwindungen zurück ins Bewusstsein geholt. Die Alben seien nur noch dazu da, die Touren zu bewerben, da sich die Longplayer finanziell nicht mehr rechnen würden. Es bleibe die Hoffnung bestehen, dass auf jedem Album zumindest ein oder zwei neue Live-Hits hängenbleiben. Mit der letzten Platte "Planet Pink" aus dem Jahr 2022 haben sie dies jedenfalls geschafft: 'Metal Was My First Love' ist aus den Setlisten nicht mehr wegzudenken. Warum dagegen der dafür prädestinierte Titeltrack verwaist bleibt, ist nicht nachvollziehbar. Das ist jedoch Schnee von gestern, denn nun hat das Quartett das "Haus Of The Rising Fun" gebaut.
Dieses Haus steht natürlich im schönen Franken und ist die leicht härter gespielte Version eines Liedes, das wohl jede rockmusikaffine Person kennt. Damit ist das Dach des Gebäudes gedeckt. Die darunter befindlichen Wände werden von einigen Coverversionen gebildet. Vicky Leandros' Theo fährt diesmal nicht nach Lodz, sondern Sänger Hannes fordert seinen Bandkollegen lieber direkt auf laut zu rocken: "Vito, wir machen Krach!". So war es schon immer bei den Verteidigern des Blödsinns. Überraschend kommt 'I Kissed A Girl' von Katy Perry daher, das tatsächlich in der Originalsprache verbleibt. In der Bandiskographie ist dies eine Seltenheit, wenn von 'Raining Blood' von der "Head Bang Boing" abgesehen wird.
Hintenraus gesellt sich tatsächlich noch 'Am Arsch' dazu, das auf die Melodie von 'Voyage Voyage' von DESIRELESS hervorragend funktioniert. Diese Umdichtung hat sich wohl jeder schon einmal beim Hören des achtziger Jahres Klassikers gedacht hat. Das Highlight der Coverversionen ist jedoch eindeutig 'Bussi'. Es dürfte kein direktes Cover sein, da RAMMSTEIN dies in der Regel nicht gestattet. Der Song ist musikalisch jedoch so nah an 'Pussy' der Berliner Industrial-Metaller angelehnt, dass die Ähnlichkeit verblüffend ist. Hier spielt J.B.O. herrlich mit der doppelten Ebene. Denn hier wird in erster Linie die bayerische Kultur auf den Arm genommen; dazu vor dem Hintergrund all' der Geschehnisse um RAMMSTEIN noch eine andere inhaltliche Dimension.
Allerdings werden nicht nur die Berliner hops genommen. Denn die Eigenkompositionen fungieren im "Haus Of The Rising Fun" als Fenster. Dabei wird durch die Glasscheiben der 'Stingefinger' gezeigt, durch den J.B.O. die nichtssagenden "oohhs" und "aaaahhs" in Liedern sowie die ein oder andere dazu passende Deutschrockband und am Ende sich selbst auf den Arm nimmt. Der Track ist als schnelle Uptempo-Nummer komponiert, was ordentlich Spaß macht. 'Power sucht Wolf' scheut ebenfalls nicht, eine bekannte deutsche Metalband vor allem musikalisch etwas ironisch zu betrachten. Der völlige und totale Blödsinn bricht schließlich in 'Woke On The Smater' aus. Nein, es ist kein Cover von 'Smoke On The Water' - das gab es von J.B.O. bereits in den Neunziger als 'Rauch auf'm Wasser'. Vielmehr wird das Riff des Hard-Rock-Klassiker umgedreht und mit verdrehten Song- und Bandnamen garniert. Diese Sorte von Blödsinn kann nur geliebt oder gehasst werden.
Aus dem Schornstein des "Haus Of The Rising Fun" kommt allerdings auch ein wenig stinkiger Rauch. So gelungen viele der Songs sind, so verzichtbar sind 'Nur für euch' und 'Weißt schon was ich meine'. Sie nehmen Schwung aus dem Album und sind textlich nicht besonders erhellend.
Trotzdem steht der Longplayer auf einem absolut soliden und festen Fundament, das auch die nächsten Jahre überdauern wird. Er lässt sich auch problemlos ohne die Live-Darbietungen imemr wieder gerne anhören. All den Spöttern, Hatern, Neidern und Kritikern werden es die Franken sowieso nicht mehr Recht machen können. Längst hat man sich für eine Seite entschieden. Und diese sagt bei mir, dass J.B.O. das Jahr mit einer wirklich gelungen Portion Blöedsinn [sic!] und Spaß eröffnet. Das tut gut in der kalten Jahreszeit und darf gerne ein Omen für 2026 werden!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Dominik Feldmann


