LAMB OF GOD - Into Oblivion
Mehr über Lamb Of God
- Genre:
- NWoAHM
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Century Media Records
- Release:
- 13.03.2026
- Into Oblivion
- Parasocial Christ
- Sepsis
- The Killing Floor
- El Vacio
- St. Catherines Wheel
- Blunt Force Blues
- Bully
- A Thousand Years
- Devise Destroy
Gewohnt starke Ausbeute aus Richmond.
Wenn es um die sogenannte New Wave of American Heavy Metal geht, dann hat sich wohl kaum eine andere Band so konstant mit starken Alben als feste Größe etabliert wie die aus Richmond stammende Truppe LAMB OF GOD. Insbesondere das großartige "Sacrament" und das extrem kreative "VII: Sturm und Drang" stechen hier als Höhepunkte aus der Diskografie heraus. Doch auch das selbstbetitelte neunte Album aus dem Jahr 2020 und "Omens" aus dem Jahr 2022 präsentierten starke Kompositionen und konnten sich in diversen Jahresbestenlisten etablieren. Ob das gleiche Kunststück nun auch dem elften Langdreher "Into Oblivion" gelingt, wollen wir an dieser Stelle herausfinden.
Nun, der eröffende Titeltrack hat auf jeden Fall schon einmal alles im Gepäck, was man an der Musik des Fünfers über die Jahre hinweg lieben gelernt hat. Die Drums von Art Cruz sind unheimlich wuchtig und kreativ und Randy Blythe schreit sich mit gewohnter stimmlicher Gewalt durch prägnante Gesangslinien, während die Gitarrenarbeit allerdings wieder der eigentliche Star der Show ist. Egal ob bei mächtig groovenden Riff-Dampfwalzen, melodisch angehauchte Riffs mit Metalcore-Schlagseite oder herrlichen Melodie-Texturen im Refrain, Mark Morton und Willie Adler demonstrieren hier erneut, warum sie eines der schlagkräftigsten Duos in der modernen Metalszene sind. Bleibt einzig die Produktion als kleiner Stolperstein, denn gerade in den etwas reduzierten Strophen klingt selbige fast etwas zu trocken und kahl, was sich allerdings nicht als Problem darstellt, sobald die Lead-Gitarren wieder mit ins Spiel kommen und für etwas mehr Bewegung im Sound sorgen. Kein Beinbruch, aber doch ein klanglicher Abzug in der B-Note, den es so auf den eingangs erwähnten Großtaten nicht zu beklagen gab.
Glücklicherweise fällt der etwas zu trockene Sound im weiteren Verlauf auch nicht größer ins Gewicht, denn etwa zum thrashig angehauchten Dampfhammer 'Parasocial Christ' passt die schnörkellose Produktion wunderbar, sodass der Track mit starken Vocals von Randy und erneut großartiger Gitarrenarbeit schnell zum zweiten Höhepunkt wird. 'Sepsis' ist dagegen deutlich sperriger unterwegs und braucht ein paar Durchläufe, bevor die durchaus vom Nu Metal inspirierte Nummer, die von einem herrlich knurrenden Bass angeführt wird, ihren Weg ins Langzeitgedächtnis findet.
Im Kontext des Albums funktioniert diese Abwechslung aber wunderbar, zeigt sie doch, wie vielschichtig der Bandsound von LAMB OF GOD nach nunmehr elf Studioalben geworden ist. So umfasst das Repertoir inzwischen sogar atmosphärische und extrem melodische Halbballaden wie 'El Vacio', das gerade auch stimmlich mal eine ganz andere Seite von Mr. Blythe zeigt. Doch keine Sorge, Brot und Butter des Bandsounds bleiben wuchtige Grooves und rasante Riff-Attacken. Gerade im hinteren Drittel der Scheibe finden sich hier mit 'Bully', das gwissermaßen in der Tradition eines Krachers wie 'Redneck' steht, oder 'Blunt Force Blues' noch weitere Höhepunkte, die jeden Fan der Amerikaner in Ekstase versetzen sollten.
Und so ist "Into Oblivion" am Ende ein wirklich starkes und vielseitiges Album geworden, das die Stärken von LAMB OF GOD abseits von minimalen klanglichen Abzügen bestens in Szene setzt. Die eingangs genannten Klassiker des Backkatalogs werden dabei nicht gänzlich erreicht, auch weil mir persönlich noch ein zweiter melodischer Kracher im Stile des eröffnenden Titeltracks fehlt, doch für stabile neun Zähler reicht es trotzdem locker. Die Kaufempfehlung von Fans der Amerikaner versteht sich da von selbst.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


