LEAD INJECTOR - Witching Attack
Mehr über Lead Injector
- Genre:
- Blackened Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- High Roller Records
- Release:
- 20.02.2026
- Siege Upon Heaven
- Sacrifice This Bitch
- Evil Executioner
- Witching Attack
- Chains
- Angel Destructir
- Pest Thrash
- M.C.C.I.
- Infinite Force
- Nuclear Antichrist
Oldschool-Baukasten mit mächtig viel Charme!
Wenn man einer Band wie LEAD INJECTOR nachsagen kann, dass sie trotz aller rauen Energie und all des überbordenden Oldschool-Charmes nichts dem Zufall überlassen hat, heißt das konkret, dass das Trio aus Dresden sich sehr genau angeschaut hat, welche Elemente aus dem frühen Teutonen-Thrash auch bei den Ostdeutschen und damit auf dem offiziellen Debüt "Witching Attack" landen sollen. Oder noch konkreter: Wenn man die zehn neuen Songs in ihre Einzelteile zerlegt, entdeckt man dort einen nicht unwesentlichen prozentualen Anteil früherer DESTRUCTION- und SODOM-Riffs, die nicht zuletzt durch die Angelripper-Gedächtnis-Shouts noch stärker in diese Ecke gedrängt werden. Bevor man hier aber schon vorzeitig zu motzen beginnt, sei darauf hingewiesen, dass LEAD INJECTOR eben auch genau diese Zielgruppe bedienen will und ganz bewusst bei den Sternchen-Acts des hiesigen Oldschool-Thrashs hineinschaut - alles andere wäre schließlich auch Blödsinn, denn das Rad neu erfinden, das werden auch diese drei Jungs nicht.
Und so gibt es auf "Witching Attack" von Anfang an räudigen Speed Metal der alten Schule, angereichert mit einer satten Prise First-Wave-Black-Metal-Vibes, hier und dort ein paar SLAYER-Reminiszenzen (vor allem der Opener 'Siege Upon Heaven' kann auch als Hommage an die ganz frühen Tage des Killer-Duos Hanneman/King verstanden werden), gerne auch mal einen grantigen VENOM-Groove, zuletzt aber auch mit diversen Querverweisen auf Acts wie EXCITER und RAVEN, die in der Sozialisation der Herren Musiker definitiv auch eine Rolle gespielt haben dürften - ebenso wie MOTÖRHEAD, deren derber Bass auf "Witching Attack" irgendwie auch ständig präsent ist, wenngleich so viel Rock'n'Roll eigentlich gar nicht in den Nummern steckt. Aber dieser Drive, die unbändige Energie, und diese rotzfreche Performance, all das sind Eigenschaften, die bestens zur Kilmister-Attitüde passen und deshalb nicht unerwähnt bleiben sollten.
Wer jetzt ein bisschen aufgepasst hat, wird sicher gemerkt haben, dass im Zusammenhang mit diesem Debüt viele Namen und Parallelen genannt werden, die hier auch dringend hingehören, gleichzeitig aber auch klarstellen, dass "Witching Attack" auf vielen vertrauten Versatzstücken aufbaut. Da das Material aber nahezu ausnahmslos überzeugt (kurz vor Ende hat man mit 'M.C.C.I.' einen leichten Hänger) und die Band das Ganze höchst authentisch auf den Plattenteller zaubert, gibt es am Ende aber kaum etwas zu beanstanden. Gemeinsam mit der neuen Scheibe von TEUTONIC SLAUGHTER ist das LEAD INJECTOR-Debüt der heiße Scheiß im hiesigen Oldschool-Thrash und am besten im Doppelpack zu verhaften!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


