MASTER'S HAMMER - Maldorör Disco
Mehr über Master's Hammer
- Genre:
- Disco Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Darkness Shall Rise Productions
- Release:
- 26.11.2025
- Andel Slizu
- Genesis P. Oridge
- Take it Or Leave It
- Maldoror Disco
- Bochnatky
- Beast Within
- Bicycle Day
- Doppelganger
- El Teide
- Slatina
Unverhofft kommt oft.
Skurriler Black Metal, der über den Tellerrand schaut, in bester "Ritual"- und "Jilemnický Okultista"-Manier aus dem tiefsten Schlund der Hölle emporschnellt und dabei eine exorbitant diabolische, absonderliche und extreme Atmosphäre schafft, die den Kauz der Tschechen sehr gut zu inszenieren weiß. All das und noch viel mehr bietet "Maldorör Disco" definitiv nicht. Obwohl MASTER'S HAMMER draufsteht und Frontmann und Mastermind Franta noch immer die Zügel fest in der Hand hält, hat der Gute, ohnehin mit dem Hang zum für den Black Metal doch außergewöhnlichen Ton, das Disco-Fieber entdeckt.
Richtig, die Songs auf dem neuen Rundling sind tanzbar, poppig und gehen verflucht gut ins Ohr. Das mag den Die-Hard-Blackie definitiv verstören bisweilen sogar anwidern, doch da Stillstand des Künstlers Tod ist und sich Franta auf "Maldorör Disco" sehr viele, gute Gedanken machte, wie er den doch krassen Stilwandel dennoch als MASTER'S HAMMER-Produkt authentisch an den Mann bringen kann, ist die Scheibe definitiv alles andere als eine Vollkatastrophe. Im Gegenteil: Sie ist gelungen und sehr interessant.
Artwork, die Mischung aus Synthies, NDH-Soundgewändern und einer recht innovativen Atmosphäre, sowie die Tatsache, dass Franta und MASTER'S HAMMER noch immer zu überraschen wissen, lassen die Platte in funkelndem Disco-Licht erstrahlen. Natürlich muss man sich beim ersten Durchgang an den Kopf fassen und fragen, "Woran hat et jelegen?", doch wenn man weiß, "woran et jelegen hat", dann entwickeln sich Songs wie 'Genesis P. Oridge', 'Take It Or Leave It' oder 'Bochnatky' zu wirklich geglückten Ohrwürmern, bei denen eben nicht das tiefschwarze Diabolische, sondern das kunterbunte Unkonventionelle an der Tagesordnung liegt. Denn hier liegen eben nicht die Gitarren oder das Knurren im Vordergrund, sondern der Vibe, die Beats, die dafür sorgen, dass man überraschenderweise zu einer MASTER'S HAMMER-Platte die Füße wippen oder gar tanzen möchte.
Die Platte rockt, ohne Frage - nur eben nicht so wie man es von MASTER'S HAMMER im ersten Moment gewohnt ist. Doch schlimm ist das keineswegs, wenn man sich vor Neuerungen nicht gänzlich verschließt. Kritisieren kann man das etwas zu gleichbleibende Tempo, hätte der eine oder andere "Ausraster" dem Disco-Fieber doch einen noch viel eleganteren und abwechslungsreicheren Schliff verlieren. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass 'Bicycle Day' oder auch 'El Teide' im weiteren Verlauf gute Laune verbreiten und dem oft so düsteren, bierernsten Black Metal eine sehr genre-offene Note verleihen.
MASTER'S HAMMER ist und war, so aufgeschlossen sind wir, nie eine Band, die sich an die Vorgaben eines einzelnen Genres hielt. Doch ein fast ausnahmslos rockiges Disco-Album hätte man den Tschechen definitiv nicht zugetraut. Dass es dabei aber so gut durch Mark und Bein geht, allerdings auch nicht. Chapeau!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Marcel Rapp


