MISSION IN BLACK - Divinity Of Lies
Mehr über Mission In Black
- Genre:
- Power Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- El Puerto Records
- Release:
- 24.04.2026
- Pulse Of The Awakening
- Rise
- Something To Die For
- Divinity Of Lies
- Burn With Me
- World Of Demise
- Fighter
- Liquid Fire
- As Mountains High And Oceans Deep
- Embers
Solide, aber nicht der Schritt in neue Sphären.
Die Heidenheimer MISSION IN BLACK haben es Rezensenten mit der Kategorisierung ihres musikalischen Schaffens noch nie leicht gemacht. Denn der Fünfer um Fronterin Steffi Stuber, die 2019 erstmalig mit ihren wuchtigen Growls bei "The Voice Of Germany" für Aufsehen sorgte, treibt sich gerne mal in epischen Power-Metal-Gefilden herum, liebt aber ganz offenkundig auch den Gothenburg Sound und den melodischen Death Metal. Was sich immer gerade dann zeigt, wenn Steffi harschere Töne anschlägt und auch die Gitarren plötzlich ihren Tribut an Gitarren-Legenden wie Michael Amott entrichten. Auf dem Papier ergibt das eine durchaus spannende Mischung, die allerdings bisher auf Albumdistanz noch nicht zu einem kompletten Kracher geführt hat. Ob sich das nun mit dem Drittwerk "Divinity Of Lies" ändert?
Erst einmal serviert uns der Fünfer aber das recht elektronisch angehauchte Intro 'Pulse Of The Awakening', das ich nicht unbedingt gebraucht hätte, ist es doch mit über einer Minute etwas zu lang ausgefallen für den musikalischen Inhalt. Dafür legt 'Rise' im Anschluss direkt umso heftiger los und fühlt sich erst einmal nicht nach einem MISSION IN BLACK-Song an, sondern klingt wie eine verschollene ARCH ENEMY-B-Seite aus den Jahren rund um "Rise Of The Tyrant". Damit laufen die Heidenheimer bei mir natürlich weit offene Türen ein, insbesondere weil der Track auch überraschend zwingend daherkommt und gerade im Refrain mächtig viel Hit-Potential im Gepäck hat. Da ist es fast schon schade, dass mit 'Something To Die For' wieder in deutlich bekannteren Gewässern gesegelt wird, was bedeutet, dass sich harte Strophen mit Growls, klar gesungenen und leicht epischen Power-Metal-Refrains die Klinke in die Hand geben. Letztere überzeugend mich aber nicht restlos, weshalb der starke Eröffnungstrack auch lange nicht erreicht wird.
Der gleiche Kritikpunkt bleibt dann auch irgendwie die Krux der restlichen Spielzeit, denn für mein Ohr wollen sich die beiden Seiten des Bandsounds nicht wirklich zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammenfügen, auch wenn die Gegensätze zwischen Death und Power Metal dem Fünfer natürlich ein Alleingstellungsmerkmal verschaffen. So bleiben dann auch Momente wie 'Burn With Me' oder 'World Of Demise' meine persönlichen Höhepunkte, denn hier wird der Klargesang dezenter eingesetzt und die Göteborg-Wurzeln dürfen deutlich mehr zu Tage treten. Ebenfalls möchte ich auch noch 'Divinity Of Lies' gesondert hervorheben, denn hier steht plötzlich das jüngere Werk von DIMMU BORGIR hörbar Pate, was den Track zu einer sehr dramatischen und epischen Angelegenheit macht. Da kann man dann in Teilen auch darüber hinwegsehen, dass das eher balladeske 'Fighter' oder das episch veranlagte 'Liquid Fire' nur als solide Kompositionen über den Strich gehen.
Der große Knall ist "Divinity Of Lies" mit dieser Ausbeute am Ende aber nicht geworden, sondern eher ein solides Album mit einigen Hits und handwerklich blitzsauberer Performance, das aber eben auch nicht mit jedem Track überzeugen kann. Dabei bleiben gerade die härteren Momente, in denen die melodischen Klargesänge nur unterstützend wirken oder gar gänzlich fehlen, die Höhepunkte, sodass in dieser Richtung vielleicht der Kurs zu einem insgesamt überzeugenderen Album in der Zukunft liegen könnte.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


