MOON FAR AWAY - Acou
Mehr über Moon Far Away
- Genre:
- Folk / Alternative / Post Rock
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Prophecy Productions
- Release:
- 13.03.2026
- Acou (Prelude)
- Acou
- Steel Light Love
- Look, The Human Flocks...
- Soulofkey
- 17 Years
- To Count Her Names
- Turquoise
- What Way You Rose Grows?
- How Do The Moons Walk On Grain
- Acou (Coda)
Folk mal ganz anders.
Wir können uns sicherlich darauf einigen, dass dieses Album sehr speziell ist und abeits jeglicher bekanter Pfade nach Ausdrucksmöglichkeiten sucht, die mit dem typischen Musikverständnis vielleicht nicht immer sofort greifbar sind. Düsterer Neofolk, dezente Alternative-Arrangements, ein Hauch von Indie- und Alternative-Rock, gelegentlich sogar avantgardistische Popsongs und immer auch ein Blick für das Unkonventionelle. Wenn man denn so will, kann man "Acou" aus vielen Perspektiven betrachten, die Summe der Einzelteile verwenden, um eine halbwegs brauchbare Defintion zu finden, nur um dann sofort wieder festzustellen, dass es eine solche womöglich gar nicht geben kann.
So pendeln die elf neuen Stücke und Interludien immer wieder zwischen verträumt-melancholischem Material, gelegentlich sakralen Einheiten, flockigem Indie Pop und höchst anspruchsvollen Düstersounds, deren größter gemeinsamer Nenner vielleicht sogar dieses kunstfertige Momentum ist, von dem die Platte und MOON FAR AWAY schließlich immer wieder zehren kann. Wenn beispielsweise eine leichte Meeresbrise durch das stille 'Turquoise' weht und man von den fnsteren Flecken, in denen "Acou" sich sonst meistens aufhält, von jetzt auf gleich an die Küste transferiert wird, nur um dann mit tollen akustischen Folkpassagen in die tieftraurige musikalische Realität dieses Projekts zurückbeordert zu werden, schwingt da schon etwas sehr Aufregendes mit.
Wenn die manchmal sonoren, manchmal auch sehr verträumten Gesänge die Szenerie erobern und man sich von einem Moment zum nächsten in die französische Straßenmusik des vorletzten Jahrhunderts zurückversetzt fühlt, kann man einfach nicht mehr verleugnen, dass diese Truppe etwas bewegt und anstößt, dass sie aber vor allem einen selbst mitreißt, egal in welcher Stimmungslage die Platte nun auch tönen mag. Das hat die bis dato noch nicht sonderlich viel beachtete Combo aus der russischen Föderation an dieser Stelle einfach sensationell gut gemacht!
Natürlich ist es bei all den unterschiedlichen Einflüssen am Ende schwer, für "Acou" eine konkrete Zielgruppe zu finden, doch womöglich ist dies auch gar nicht notwendig. Wenn man die Schönheit der kompositorischen Künste, ganz frei von jedweden Leitlinien einfach auch dann genießen kann, wenn mal keine harten Gitarren oder ochestralen Arrangements zugrunde liegen, sondern einfach nur ein launisches, aber doch episch voranfließendes Konzept die Basis bildet, dann ist so extrem viel richtig gelaufen. Das ist Folk mal ganz anders, und das ist Folk mal wirklich toll!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


