MOUNT PALATINE - Wormholy World
Mehr über Mount Palatine
- Genre:
- Heavy Rock
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Octopus Rising / Argonauta Records
- Release:
- 06.02.2026
- The Sands
- Whispers Of The Holy Land
- The Dreaming
- Panther Eyes
- Ethereal
- Newborn Sun
Episch und fett - eine grandiose Kombination!
Im Camp dieser finnischen Musiker hat sich in der jüngeren Vergangenheit schon einiges zugetragen: Erst kürzlich als THE PALADIN gestartet, hat die Truppe aus Helsinki vor zwei Jahren ihr Debütalbum "Cockroach Crusade" veröffentlicht und vor allem im Stoner-Underground mächtig von sich reden machen können. Kurz darauf kam es jedoch zur Änderung des Bandnamens und zu einigen stilistischen Anpassungen, so dass der dezent metallische Einschlag des Erstlings nicht mehr so sehr präsent ist, die psychedelischen Komponenten aber durchaus mehr Raum bekommen haben. Dass sich diese Entscheidung als die exakt richtige herausstellen sollte, zeigt nun der nächste Silberling im Bunde, den die Band bei Octopus Rising respektive Argonauta Records landen konnte: "Wormholy World" ist ein epischer Abriss modernster Heavy-Rock-Tugenden, eingebettet in monumentale Songstrukturen und erhabene Gitarrenmelodien, die eben nicht handelsüblich den Gruß nach Palm Springs richten, sondern sich aus dem ewigen KYUSS-Vergleich dieses Genres nahezu komplett heraushalten. Statt Wüstenstaub gibt es auf MOUNT PALATINE durchweg Erfrischendes - und das dennoch so lässig, schmutzig und rau, dass die eigentlichen Unterschiede eher obereflächlich bleiben und es am Ende mal wieder nur um die Feinheiten geht. Zumindest wenn man dieses Album im Kontext der aktuellen Stoner-Szene betrachten möchte.
Dass eine Kapelle aus dem Land der tausend Seen mit einem derart prallen Southern-EInschlag aufwarten kann, scheint auf dem Papier allerdings zunächst absurd, schließlich sind die meisten Acts aus dem hohen Norden eher dafür bekannt, ihr Material mit allerhand schmückendem Beiwerk zuzukleistern. Nicht so MOUNT PALATINE: Auf der zweiten Platte wird der majestätische Unterton des klassischen Dooms heraufbeschworen, mit einer Vielzahl total entspannter Classic-Rock-Gitarren untermauert, hier und dort wird auch mal eine Note aus dem Jimi Hendrix-Katalog entliehen, bevor dann moderne Heavy-Rock-Giganten wie MASTODON aus einer völlig anderen Perspektive betrachtet werden, ihr Einfluss sich aber doch deutlich bemerkbar macht. Und das ist längst noch nicht alles; MOUNT PALATINE schafft einige Krautrock-Soundscapes, wildert im psychedelischen Rock der mittleren 70er herum, hat durchaus Spaß mit alternativen Rhythmen und kehrt dann doch immer wieder zu diesem epischen Breitwandsound zurück, der diese Platte so sehr auszeichnet.
Ich wiederhole mich vielleicht, aber ich wiederhole mich gerne: Was bei Octopus Rising bzw. bei Argonauta in den Vertrieb kommt, hat in der Regel Klasse und Stil. MOUNT PALANTINE macht da nicht nur überhaupt keine Ausnahme, sondern setzt bereits frühzeitig den Maßstab für das weitere Jahresprogramm des Labels und der Szene als solcher. Geil und dringend empfehlenswert!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


