NIFROST - Briseld
Mehr über Nifrost
- Genre:
- Black Metal / Viking Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Dusktone
- Release:
- 20.03.2026
- Briseld
- I Stormens Auge
- Aldri Nok
- Livskraft
- Forakt
- Ei Stille Liding
- Sjeleknute
- Likdans
Weniger Viking, mehr Black Metal.
Black-Metal-Combos mit Viking-Schlagseite sind in den vergangenen Jahren eher ein seltenes Phänomen gewesen, nicht zuletzt weil die eigentlichen Rädelsführer der Szene ihrer Vergangenheit abgeschworen haben und sich entweder in progressivere Gefilde oder eben ganz verabschiedet haben. Insofern sind die Releases von NIFROST immer ein sehr erfrischendes Gegengewicht zur puristischen Raserei aus dem hohen Norden, wenngleich die Truppe aus Bergen die Folk-Elemente im Laufe der Jahre Stück für Stück reduziert hat.
Dass "Briseld" am Ende dieser vorläufigen Entwicklung noch einen Zacken radikaler und brachialer um die Ecke kommt, wird Fans der ersten Stunde vielleicht ein bischen stören, soll aber an der eigentlichen Qualität des Outputs des norwegischen Quartetts nicht viel ändern. Denn auch anno 2026 steht NIFROST für abwechslungsreichen, vielseitigen und ambitionierten Finsterstoff.
Die neue Scheibe bringt zudem einige zusätzliche Alleinstellungsmerkmale mit, wenn es um die Ausarbeitung der teils epischen Melodiebögen geht. Die Clean-Parts werden nicht schematisch eingebaut und auch nicht als Kontrast verwertet, sondern im Rahmen nahtloser Übergänge wunderbar in den meist melodischen Kontext der acht neuen Songs platziert. Und wenn sich die Herren dazu entscheiden, der Brachialität Raum zu geben, wirkt dies nich aufgesetzt oder gar künstlich inszeniert, sondern ist einfach Teil dieses berauschenden Flusses düsterer Sounds, in dem sich der Einfluss aus drei Jahrnezehnten nordischen Black Metals wiederfindet - Chöre, pfeilschnelle Attacken und breit aufgestellte Vocals inklusive.
NIFROST mag das Rad hier sicherlich nicht neu erfinden und sich zu weiten Teilen auf den Grundpfeilern melodischen Black Metals stützen, jedoch ist die Truppe hier immer wieder bemüht, im vorgegebenen Rahmen, kreative Klimmzüge vorzunehmen und sich nicht einfach nur routiniert abzuarbeiten. Der Lohn ist eine meist einprägsame, größtenteils unberechenbare und durchweg überzeugende Platte, die auch mit dem weitestgehenden Verzicht auf die Viking-Vergangenheit Glanzpunkte setzt. Da mag man gratulieren und hoffen, dass die Band endlich mal etwas mehr Aufmerksamkeit erlangt!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


