NIGHT TERROR - Return Of The Witches
Mehr über Night Terror
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Deko Entertainment
- Release:
- 12.12.2025
- Dyin' Days
- Night Terror
- Behind The Leave
- Natural Destruction
- Remedy Is The Poison
- Lights Out
Bekannte Namen, bekannter Sound, cooler Sänger!
Moment mal, den Schreihals kenne ich doch! Ein Blick auf den Promozettel gibt mir recht, hier singt Jason McMaster! Jetzt muss ich doch mal etwas tiefer graben, ich dachte, das wäre die Debüt-EP einer beliebigen, neuen Metalband. Ich meine, NIGHT TERROR ist schon unglaublich unoriginell und der Titel "Return Of The Witches" ist auch zum Gähnen generisch metallisch. Aber nein, hier sind echte Metal-Urgesteine am Werk. Neben McMaster, mit WATCHTOWER, DANGEROUS TOYS, IGNITOR und diversen anderen Betätigungsfeldern, ist da vor allem Jack Frost, bekannt von SEVEN WITCHES und THE BRONX CASKET CO. Daneben heizen uns DIAMOND HEAD-Drummer Karl Wilcox und Dennis Hayes ein, der bei ICED EARTH und WRETCH tiefgetönt hat. Das ist eine durchaus illustre Runde aus Metalmusikern aus der zweiten Reihe, deren Name bei Metalfans, die nicht nur an der blinkenden Oberfläche des Heavy Metal gekratzt haben, sondern etwas tiefer in die Materie eingestiegen sind, einen guten Klang haben.
Klang ist das Stichwort, wie klingt das Ganze denn nun? Nun ja, wie klassischer Heavy Metal aus der besagten zweiten Reihe eben klingt. Der Opener 'Dyin' Days' ist ein etwas altbackener Hardrock-Song, der für Frost irgendwie auch typisch ist, mit SEVEN WITCHES war er ja auch immer gut, aber nie sonderlich originell unterwegs, immer mit guten Soli, aber eher biederem Riffing. Den Unterschied macht mal wieder McMaster, dessen Gesangsstil eben doch den Kick Einzigartigkeit in die Mischung bringt. Aber mit der coolen Bandhymne zeigt NIGHT TERROR eine ganz andere, metallische und spannendere Seite, hier ist auch die Gitarrenarbeit interessanter und vor allem der Bass prominenter, insgesamt ein echter Schritt nach vorne gegenüber dem Opener.
"Return Of The Witches" ist nur eine EP mit fünf eigenen Kopositionen, die alle im Heavy Metal-Bereich mit einer leichten Verneigung in Richtung Hardrock angesiedelt sind. 'Behind The Leave' hat einen schönen, eingängigen Chorus und 'Natural Destruction' zieht das Tempo zumindest ein wenig an und gibt der EP etwas mehr Drive. Das lange 'Remedy Is The Poison' erinnert mich anfangs an IRON MAIDENs 'Remember Tomorrow', biegt dann aber anders ab und kann mit dichtem Sound punkten. Es ist auch das abwechslungsreichste Stück und nach einigen Durchgängen mein Favorit auf "Return Of The Witches". Über das abschließende UFO-Cover 'Lights Out' können wir schnell hinweg gehen, es ist nachgespielt und verändert am Lied, am Feeling nichts. Wozu nimmt man eine solche Coverversion überhaupt auf?
NIGHT TERROR klingt im Prinzip wie eine Fortsetzung von SEVEN WITCHES. Das ist Lob, denn Frosts Band war immer ein Garant für guten, handgemachten Heavy Metal, aber auch Kritik, denn einen Platz im Metal-Olymp konnten die sieben Hexen kompositorisch nie ergattern. Da NIGHT TERROR in eine ähnliche Kerbe schlägt, eben nur einen anderen Sänger hat, könnte man die neue Band auch einfach als Fortsetzung sehen, zumal ja SEVEN WITCHES bei zehn Alben auch fünf verschiedene Sänger in den Reihen hatte und es auch da kleine stilistische Unterschiede gegeben hat. "Amped" beispielsweise ist vom typischen SEVEN WITCHES-Sound weiter entfernt als NIGHT TERROR. Warum sich Frost für einen anderen Namen entschieden hat und dann im Albumtitel trotzdem noch einen Hinweis auf seine zwei Jahrzehnte gepflegte Kapelle untergebracht hat, kann ich nicht sagen. Mir hätte diese EP auch zu seinem angestammten Banner gepasst.
In jedem Fall ist "Return Of The Witches" ein metallisches Statement, das Spaß macht und in jedes Headbanger-Regal passt. Wie häufig man es dann wieder in den Player legt, ist allerdings eine andere Frage. Die Probe aufs Exempel ist aber einfach: Wie häufig zieht ihr eure SEVEN WITCHES-Scheibe(n) aus dem Regal? Genau diese Frequenz prophezeie ich auch bei NIGHT TERROR.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Frank Jaeger


