OATHBOUND - Colors In Grey
Mehr über Oathbound
- Genre:
- Metalcore / Modern Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Eclipse Records
- Release:
- 06.03.2026
- Origins
- Colors In Grey
- Set Adrift
- Misunderstood
- The Masks We Wear
- Insomniac
- Searching For An Answer
- Hold On
- False Ideals
Poppiger Metalcore aus Amerika mit leicht proggiger Note.
Die Amerikaner OATHBOUND haben sich dem progressiven Metalcore verschrieben und mit ihrer Debüt-EP "Until It's Gone" aus dem Jahr 2024 durchaus schon Staub in der Szene aufgewirbelt. Mit der Hilfe von Produzent Aaron Chaparian, der für den Mix und das Mastering verantwortlich war, hat der Vierer aus Seattle nun den ersten Langspieler "Colors In Grey" an den Start gebracht, der den erfolgreichen Karrierebeginn nun auch in größere Erfolge ummünzen soll.
'Origins' stimmt uns dabei zu Beginn erst einmal mit atmosphärischen Tönen auf die kommende Metalcore-Breitwand ein. Primär stützt sich das Instrumental auf Keyboards, Orchester-Samples und Clean-Gitarren, schwingt sich zum Ende hin aber zu einem verzerrten Crescendo auf, das mich durchaus phasenweise auch an Post Black Metal denken lässt. Mit dem folgenden Titeltrack kommen wir dann aber schnell doch in vertrauten Metalcore-Gefilden an, wobei mir direkt positiv auffällt, dass die im Core-Sektor verwobene Göteborg-DNA bei OATHBOUND gerade in den Gitarrenriffs doch sehr deutlich durchscheint. Spätestens beim klar gesungenen Refrain befinden wir uns dann aber doch wieder in modernen Metalcore-Gefilden, wobei ich hier sogar einen leichten Pop-Punk-Einschlag heraushöre. Ein flotter Breakdown und ein cooler und sehr melodischer Mittelpart dazu und fertig ist die prägnente Metalcore-Nummer, die "Colors In Grey" stark eröffnet, gleichzeitig aber auch nur eine sehr leichte Prog-Note erahnen lässt.
Und auch danach liefert dieses Rezept Ergebnisse, denn 'Set Adrift' und 'Misunderstood' schlagen nicht nur musikalisch in die gleiche Kerbe, sondern können ebenfalls problemlos als Anspieltipps mit großen Refrains durchgehen. Mit 'The Masks We Wear' scheint dann die Formkurve aber erst einmal nach unten zu zeigen, denn hier ist OATHBOUND plötzlich zwischen austauschbaren Screamo-Passagen und reichlich kitschigen Kirmes-Keyboards gefangen, sodass meine Gedanken sich erstmalig der Skip-Taste zuwenden. Auch 'Insomniac' wirkt kompositorisch seltsam zerfahren und ein wenig verloren, sodass es für den Vierer erst mit 'Hold On' und vor allem dem hymnischen Rausschmeißer 'False Ideals' wieder zurück auf die Hit-Spur geht. Gerade die letztgenannte Nummer ist dabei für mich fast der stärkste Track der gesamten Platte, zeigt erstmalig auch deutlichere Prog-Einflüsse und wirft so die Frage auf, warum man einen solch starken Track nicht deutlich früher in der Trackliste platziert hat.
So trumpft "Colors In Grey" nämlich schlussendlich mit starkem Beginn und einem überzeugenden Schlussspurt auf, muss aber eben auch in der Mitte eine kleine Durststrecke überstehen, die verhindert, dass der Silberling das volle Potential der Amerikaner aufzeigen kann. Trotzdem reichen am Ende drei veritable Hits und drei starke Core-Nummer aus, um mir 7,5 Zähler und eine Kaufempfehlung für alle Fans modernen Metalcores zu entlocken.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


