ORACULUM - Hybris Divina
Mehr über Oraculum
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Invictus Productions
- Release:
- 09.01.2026
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SLAYER. POSSESSED. VENOM. Ende der Durchsage!
Es mag wie ein Klischee klingen, doch wenn die beiden Parteien Chile und extremer Metal aufeinandertreffen, erwarte ich exakt ein Album wie "Hybris Divina". Das zieht völlig ungeschönt die grimmigste und dreckigste Fratze auf, die der Underground hervorbringen kann, gibt überhaupt nichts auf Konventionen und bewahrt in seinem Gerumpel und Gepolter eine gewisse Unberechenbarkeit, die für eine Truppe, bei der Acts wie VENOM und POSSESSED eine immens große Rolle spielen dürften, schon außergewöhnlich ist.
Sollte man dem Kniefall vor der alten Schule in seiner primitivsten Form deshalb nicht folgen können, weil es keine Hooklines oder typisch-lineares Songwriting gibt, geht das daher auch in Ordnung, sollte man ORACULUM eine ausgiebige Chance verwehren. Denn die Südamerikaner wollen nicht den Konsens der Szene packen, sondern diejenigen, die mit Kollegen wie ANAL VOMIT und SLAYER gleichermaßen warm werden, für die schmutzige Grooves mehr sind als lediglich ein paar punkige Midtempo-Gitarren, und die im Studio auch die ungeschönten Momente einfangen und technische Perfektion nicht sonderlich Metal-like finden.
Dass "Hybris Divina" in manchen Passagen daher auch ein wenig sperrig geraten ist, mag daran liegen, dass sich die Musiker stilistisch nur darauf beschränken lassen wollen, den absoluten Purismus zu verkörpern, ansonsten aber gerne auch alle Formen des extremen Stahls ihre Heimat sehen. Da gibt es vorzugsweise räudigen Death Metal, aber auch schon mal ein paar schwarzmetallische Spitzen, eine ordentliche Prise Doom, knatterigen Black/Thrash in allen Tempolagen und auch schon mal übelstes Gepolter mit der immer wieder zurückkehrenden VENOM-Ursprungskennung.
Doch egal von welcher Seite die Band ihr Material auch anpackt oder wie übersteuert manche Gitarrenparts auch klingen mögen: Der Geist der alten Schule ist omnipräsent, verdammt lebendig und einfach in all seiner rebellischen Rohheit eingefangen, die man sich als Verfechter der wilden Anfänge dieser Musik wünschen kann. Dass die Truppe aus den Anden stammt, ist eigentlich schon fast selbstverständlich, da außerhalb Europas keine Nation so viele geile Old-School-Releases feiert wie Chile. Irgendwelche Zweifel? Nun, dann bitte mit "Hybris Divina" anfangen und sich durch einen regelrechten Wust von Albumperlen durcharbeiten, bis diese Erkenntnis von ganz alleine kommt!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


