PAGAN ALTAR - Lords Of Hypocrisy (Re-Release 2026)
Mehr über Pagan Altar
- Genre:
- Heavy / Doom Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Dying Victims Productions
- Release:
- 23.01.2026
- The Lords Of Hypocrisy
- Satan's Henchmen
- Sentinels Of Hate
- Armageddon
- The Interlude
- The Aftermath
- The Masquerade
- The Devil Came Down To Brockley
- March Of The Dead
Neuerscheinung der Doom-Individualisten auf physischen Tonträgern.
Die britische Band PAGAN ALTAR blickt auf eine der ungewöhnlichsten Geschichten im Metal zurück. Die von dem Vater-Sohn-Gespann Terry (v) und Alan Jones (g) gegründete Gruppe bestand zunächst von 1978 bis 1985. Während dieser Zeit wurde allerdings nichts außer ein paar Demoaufnahmen veröffentlicht. Erst nach der Jahrtausendwende wurde die Formation wieder ins Leben gerufen. Seither sind einige Alben herausgekommen, die mehr oder weniger vollständig aus Material bestehen, das bereits während der ersten Phase entstanden ist. Nach dem Tod von Terry Jones und der Umbesetzung der Rhythmusgruppe ist Alan Jones als letztes Originalmitglied mit neuer Begleitmannschaft weiterhin als PAGAN ALTAR aktiv. Im letzten Jahr erschien das aktuelle Album "Never Quite Dead", das vermutlich nicht nur bei der Redaktion von POWERMETAL.de gut ankam.
Nun ist das 2004er-Album "Lords Of Hypocrisy" mit neuem Cover als CD und Doppel-LP neu veröffentlicht worden. Die Scheibe, deren Texte von der "Unmenschlichkeit des Menschen" handeln, enthält Material, das von 1976 (also noch vor der Bandgründung) bis 1983 geschrieben worden ist. Erste Aufnahmen fanden bereits in den Achtzigern statt. PAGAN ALTAR ist eine Gruppe mit großer Individualität. Auf "Lords Of Hypocrisy" finden sich zwar die für den Doom Metal typischen schweren Gitarrenriffs, aber Alan Jones prägt die Scheibe auch mit seiner filigranen und verspielten Leadgitarre. Die quakig-nasale Stimme von Terry Jones ist sicher gewöhnungsbedürftig, erweist sich aber als ein Markenzeichen des Bandsounds.
Das Titelstück führt mit einer Kirchenorgel stimmungsvoll in das Album, bevor der Sechssaiter mit großen Melodien und massiven Riffs die Grenze zwischen Lead- und Rhythmusgitarre verwischt. 'Sentinels Of Hate' mutet in seinem gemächlichen Einstieg samt Chor und Glockenschlägen wie die Musik aus einem alten grobkörnigen Gruselfilm an, und auch hier übernimmt bald die Gitarre mit lässigen, schleppenden Melodien die Führung. Mit 'The Interlude' und dem beinahe heiteren 'The Masquerade' gibt es zwei Ruhepunkte, wohingegen 'The Aftermath', das an BLACK SABBATH erinnert, recht heavy daherkommt. Humor beweist die Gruppe mit dem countrylastigen Instrumental 'The Devil Came Down To Brockley', das natürlich auf den Genreklassiker 'The Devil Went Down To Georgia' von CHARLIE DANIELS anspielt. Das Herzstück der Scheibe ist der Zehnminüter 'Armageddon', der von der Melodieführung über den Gesang und die großartige Gitarrenarbeit bis zum gelungenen Einsatz von Bass und Schlagzeug - mit scheppernden Becken - alle Eigenheiten der Formation zelebriert.
Die Neuausgabe von "Lords Of Hypocrisy" ermöglicht es Interessierten, eine Band kennenzulernen oder wiederzuentdecken, die eine Stilrichtung im Metal ausfüllt und darüber hinaus geht, die dabei eigentlich ihre eigene Stilrichtung bis hin zu einer gewissen Kauzigkeit spielt und die vor allem starke Melodien geschaffen hat.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Stefan Kayser


