PRIMITIVE MAN - Observance
Mehr über Primitive Man
- Genre:
- Black Metal / Doom / Sludge
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Relapse Records
- Release:
- 31.10.2025
- Seer
- Devotion
- Transactional
- Iron Sights
- Natural Law
- Social Contract
- Water
Der stete Kampf gegen die Monotonie!
Die bisherigen Releases von PRIMITIVE MAN waren meist relativ zähe Geduldsproben, die vor allem deshalb kaum zündeten, weil sich die Amis oft auf einen recht trägen Grundton verständigten, den sie schließlich auch konsequent, aber eben auch sehr lethargisch vom Start bis zur Ziellinie durchgezogen haben. Inzwischen nehmen sich die Herren zwischen ihren Veröffentlichungen eine etwas längere Pause, und das scheint zumindest bei "Observance" partiell Früchte getragen zu haben, da PRIMITIVE MAN in Sachen Atmosphäre und Performance einige deutliche Fortschritte gemacht hat. Dass die neue Platte dadurch aber nicht direkt zu einem ultimativen Highlight avanciert, versteht sich im Gesamtkontext der bisherigen Diskografie dieser Band leider beinahe von selbst.
Immerhin ist "Observative" aber vergleichsweise abwechslungsreich gestaltet, soll heißen es bleibt nicht bloß beim zähen Fluss manchmal abartiger, meist jedoch sehr beklemmend aufbereiteterer Riffstrukturen, sondern ab und zu punktet PRIMITIVE MAN auch mit sehr druckvollen Grooves und weniger martialischen Gitarrenwänden. Vor allem die Rhythmusarbeit setzt den einen oder anderen Akzent und sträubt sich mit aller Kraft gegen die kreative Lethargie vergangener Tage, sowohl in vermeintlich kompakteren Stücken wie 'Seer' und 'Water', aber glücklicherweise auch in Longtracks wie 'Transactional' und 'Natural Law', die den Spannungsbogen auch bis zur Zielgeraden angenehm strecken - das war man auf den vorangegangenen Releases zumindest in dieser Dichte nicht gewohnt!
Nichtsdestotrotz muss man sich auch auf "Observative" langsam herantasten und wird nicht mit allen Winkelzügen einverstanden sein, die PRIMITIVE MAN unternimmt. Eine gewisse monotone Vorgehensweise scheint oberflächlich nämlich immer noch zu bestehen, gelegentlich sind die Songs vielleicht einfach zu lang geraten, und die Intensität hat auch ihre Wellenbewegungen und nimmt mal weiter zu, dann aber auch im gleichen Maße wieder ab. Dennoch haben die Jungs diesmal einen ordentlichen Schritt nach vorne getan und die musikalische Boshaftigkeit auf eine neue Spitze getrieben. "Observance" ist womöglich sogar die beste Veröffentlichung im Katalog von PRIMITIVE MAN. Das ist selbstredend etwas relativ zu sehen, aber nach vielen durchaus ausbaufähigen Scheiben ist "Observative" durchaus ein Statement, auf dem sich aufbauen lässt - und das ich irgendwie auch nicht mehr erwartet hätte.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


