PRISON OF MIRRORS - De Sepulchris Occultis Et Igne Profanationis
Mehr über Prison Of Mirrors
- Genre:
- Black Metal / Doom
- ∅-Note:
- 5.00
- Label:
- ATMF
- Release:
- 24.02.2026
- Chants Beneath The Shunned Shrines
- The Devouring Fire Of Demonic Doctrine
Chaos über alles? Verzichtbar.
Will man das Chaos zum musikalischen Leitfaden erklären, sollte man es gewissermaßen oder zumindest bis zu einem gewissen Punkt auch beherrschen - eine Aufgabe, an der die italienischen Black-Metal-Schergen von PRISON OF MIRRORS auf ihrem aktuellen Release gerne mal scheitern. Die Band hat sich in ihrer nahezu wahnhaften Experimentierfreude überlegt, zwei überlange Kompositionen zu konstruieren und sie mit so vielen unterschiedlichen Fragmenten vollzuballern, dass es kaum mehr gelingen kann, zumindest ein bisschen von all dem Ballast wieder abzuwerfen, den "De Sepulchris Occultis Et Igne Profanationis" Sekunde für Sekunde weiter auflädt.
Die Südeuropäer mögen ihre wendungsreichen Epen sicherlich als großflächig angelegte, progressive, ja vielleicht sogar avantgardistische Kunst betrachten. Mir persönlich ist das halbstündige, äußerst sonderbare Treiben schon schnell viel zu anstrengend - und dabei habe ich mich redlich bemüht, den Faden nicht zu verlieren und dem Album doch noch etwas Positives abzugewinnen.
Doch Letztgenanntes beschränkt sich wohl einzig und alleine darauf, dass PRISON OF MIRRORS sich nicht damit zufrieden gibt, den typischen Stiefel herunterzuspielen. Hier wird Black Metal nicht am Reißbrett entworfen, sondern sicherlich in seinem bestialischen, gemeinen Wesen entfesselt, allerdings ohne Punkt und Komma und schon gar nicht in einer wenigstens halbwegs ersichtlichen Linearität. Nein, "De Sepulchris Occultis Et Igne Profanationis" ist und soll auch völlig unkontrolliertes und schließlich auch unkontrollierbares Chaos sein. Eine fragmentierter Zusammensetzung unterschiedlichster Nuancen und Teilstränge, die im rohen Black Metal genehm sind, aber eben keine sinnvolle, geschweige denn logisch nachvollziehbare Aneinanderreihung von echten Sinnzusammenhängen, die in den einzelnen Kapiteln zueinander finden könnten.
Das mag man sicherlich mögen, wenn man Black Metal als ungeschliffene Propaganda der absoluten Verrohung im Gedankenspeicher abgeheftet hat. Will man aber über diese ätzenden Klangmalereien hinaus auch noch etwas genießen können, scheidet diese Platte dennoch ganz klar aus.
- Note:
- 5.00
- Redakteur:
- Björn Backes


