ROBERT JON & THE WRECK - Heartbreaks & Last Goodbyes
Mehr über Robert Jon & The Wreck
- Genre:
- Americana / Southern Rock
- ∅-Note:
- 9.50
- Label:
- Journeyman Records
- Release:
- 22.08.2025
- Sittin' Pretty
- Ashes In The Snow
- Highway
- Old Man
- Dark Angel
- Long Gone
- Better Of Me
- I Wanna Give It
- Heartbreak & Last Goodbye
- Keep Myself Clean
Ein weiterer Southern-Rock-Volltreffer aus Kalifornien!
Wer meine Rezensionen zu den letzten beiden ROBERT JON & THE WRECK-Alben "Red Moon Rising" und "Ride Into The Light" gelesen hat, der wird wissen, dass ich über die letzten Jahre hinweg ein großer Fan von Robert Jon Burrison und seinen Mistreitern geworden bin. Gerade in Sachen Southern Rock ist das Quintett nämlich nicht nur auf durchweg hohem Qualitätsniveau unterwegs, sondern legt auch bei der Quantität ein ordentliches Tempo vor, denn mit "Heartbreaks & Last Goodbyes" erscheint nun das dritte Album in ebensovielen Jahren. Ob dabei nun das hohe Tempo doch negative Auswirkungen auf das Songwriting hat?
Nun, der Opener 'Sittin' Pretty' scheint auf jeden Fall jeglichen Zweifel und Spekulationen direkt den Garaus machen zu wollen, denn mit ihrem bluesigen und ordentlich rockenden Vibe ist die Nummer direkt ein erster Volltreffer, der tatsächlich die Südstaaten-Wurzeln etwas hinten anstellt und sich mehr auf flottes Tempo, einen coolen Refrain und straff nach vorne gehende Gitarrenarbeit stützt.
Gerade damit ist der Song aber maßgeschneidert für die Eröffnung eines Albums und eine deutlich bessere Wahl als ein melancholischer Track mit balladesken Zügen. Doch keine Sorge, die eher entspannten Töne mit Country-Schlagseite, die ja schon immer die große Stärke der Band waren, kommen natürlich auch auf dem neuen Silberling nicht zu kurz. So liefert etwa direkt 'Ashes In The Snow' einen eher nachdenklichen Text, der mit wunderschönen Slide-Gitarren und herrlichen Gesangsharmonien serviert wird, die perfekt auf den Punkt bringen, warum Robert Jon und seine Kollegen inzwischen zu den heißesten Eisen im Southern Rock gehören. Einfach eine tolle Nummer, die einen lauen Sommerabend in Kalifornien problemlos auch ins heimische Wohnzimmer auf der anderen Seite des Atlantiks transportiert.
Trotzdem werde ich im weiteren Verlauf das Gefühl nicht los, dass der Fünfer insgesamt bei den Arbeiten an "Heartbreaks & Last Goodbyes" Bock auf Rock hatte und entsprechend gerade die Gitarrenfraktion heuer etwas präsenter in die Saiten greifen darf. 'Highway' etwa beginnt verhalten, hat mit seinen gedoppelten Gitarren-Harmonien danach aber ganz starke THIN LIZZY-Vibes und mausert sich dank der tollen Leads schnell zu einem persönlichen Favoriten innerhalb der Trackliste. Dicht dahinter kommen 'Old Man' und 'Long Gone' über die Ziellinie, die beide unverschämt zwingend aus den Boxen grooven und bei denen erneut die Gitarren der übrigen Besetzung ein wenig die Show stehlen.
Dafür dürfen 'Better Of Me' und 'Dark Angel' mit ganz großen Gesangslinien auftrumpfen und sich als hartnäckige Ohrwürmer etablieren, die sich auch blendend auf einem der beiden Vorgänger gemacht hätten. Schlussendlich möchte ich auch den quasi Titeltrack (hier wird nur auf die Mehrzahl verzichtet) nicht unerwähnt lassen, denn mit seinen verhallten Klanglandschaften und einem düsteren Unterton ist der Track ein schöner Ausreißer innerhalb der Trackliste, der noch einmal eine ganz andere und durchaus verletzlichere Seite dieser großartigen Band zeigt.
Viel mehr kann ich dann auch gar nicht zu "Heartbreaks & Last Goodbyes" sagen, denn wirkliche Kritikpunkte suche ich vergebens. Im Gegenteil, ROBERT JON & THE WRECK schafft mit dem neuen Langspieler das Kunststück, auch bei regelmäßigem Output die Qualität der einzelnen Releases nicht leiden zu lassen. So bin ich am Ende auch nicht sicher, ob das neue Langeisen nicht sogar meinen bisherigen Liebling "Red Moon Rising" vom Thron innerhalb der Diskografie vertreibt. In jedem Fall haben wir es hier mit einem Southern-Rock-Volltreffer zu tun, der nicht nur auf die Jahresbestenliste für diesen musikalischen Sektor gehört, sondern auch insgesamt mit Sicherheit in meinen Top 20 auftauchen wird. Einfach stark!
- Note:
- 9.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs