ROTH - Alles endet
Mehr über Roth
- Genre:
- NDH
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Massacre Records
- Release:
- 30.01.2026
- Am Leben
- Kriegstourist
- Mein Schwesterlein
- Stirb!
- Keine Zeit für Tränen
- Zahle den Preis
- Novembermord
- Gruss aus der Küche
- In den Wurzeln der Eichen
- Du blutest heute nicht allein
- Leiche im Schrank
- Alles endet
- Nimm meine Hand
- Morgenstund (hat Blut im Mund)
- Austauschbar
- Ein letzter Atemzug
Berechnend, aber dennoch gut gemacht.
Im Hause Roth ist der Apfel ganz offenkundig nicht allzu weit vom Stamm gefallen. Namensgeber Quentin Roth hat für sein gleichnamiges Projekt nicht nur die Schützenhilfe seines ungleich prominenteren Vaters Michael angefragt, sondern scheint auch gerne dessen plakativ-provokante Haltung angenommen zu haben, mit der in der Vergangenheit schon so manches EISREGEN-Album auf den Index oder zumindest in dessen Nähe gelandet ist.
Ganz so wagemutig ist der Spross auf dem zweiten ROTH-Album aber nicht, denn wirklich Abartiges wird auf "Alles endet" trotz der gewohnt pathetisch-brachialen Songtitel nicht geboten. Stattdessen ist man im weitesten Sinne sehr konventionell unterwegs und beschreitet - wenn auch auf eine etwas brutalere Art - typische NDH-Pfade, die sich gerne mit dem finsteren Setting vermischen, in dem des Vaters Truppe sich gerne gesuhlt hat, zieht das Ganze aber einprägsamer, zugänglicher und irgendwie auch massentauglicher auf. Und gerade vor diesem Hintergrund fällt es manchmal ein bisschen schwerer, die vermeintlich blutrünstigen Texte wirklich ernst zu nehmen, denn den kunstvollen Kontrast zwischen lyrischer Niedertracht und musikalischer Zerbrechlichkeit, so wie ihn RAMMSTEIN über Jahre geprägt hat, den bekommt ROTH leider nicht glaubhaft und authentisch hin.
Schlimm? Eigentlich nicht, denn man ertappt sich doch relativ schnell dabei, wie man einzelne Passagen mitsingt, wie die Hooklines greifen und wie selbst die Dinge, die man eigentlich als recht plump empfindet, irgendwann in den Lauschern kleben bleiben, ganz ähnlich wie bei so manchem EISBRECHER-Track. Das macht mich persönlich sicher nicht zum Fan, führt aber zu einer verdienten Anerkennung der Arbeiten auf "Alles endet". Denn völlig egal wie berechnend und vorhersehbar die neuen Stücke sein mögen, so kommt man doch nicht umhin, ROTH zu gratulieren, das Boot souverän in den Zielhafen zu steuern. Zwar nicht immer mit lukrativer Fracht, aber doch mit ausreichend Energie und Boshaftigkeit, um die Zielgruppe auf einen Kurztrip mitzunehmen.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


