SISYPHEAN - Divergence
Mehr über Sisyphean
- Genre:
- Black Metal / Death Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Edged Circle Productions
- Release:
- 03.04.2026
- The Tower
- A Poiint In The Abyss
- Occultation
- Stupor Mundi
- Hunting For Answers
- In Divergence
- Black Bird That Brings No Joy
- Sangfroid
Überambitioniert, aber dennoch lohnend!
Dauerhaft bösartig sein kann mitunter relativ anstrengend sein, und womöglich haben die Musiker von SISYPHEAN exakt diese Erfahrung gemacht, als sie die finalen Arbeiten an ihrem aktuellen Album vornahmen. "Divergence" ist durch und durch aggressiv und gemein, stilistisch meistens bewusst unsauber und vielleicht auch gelegentlich unberechenbar, letztlich aber immer mit dem klaren Fokus ausgestattet, bloß keine Gefangenen zu machen und in vorwiegend mittleren Tempolagen alle infernalen Eruptionen so kompakt zu bündeln, dass die Platte durchgehend auf Zündung ist. Und bei allem Respekt vor dieser verdammt brachialen Darbietung, sehe ich die eingangs aufgegriffene These mit wachsender Spieldauer dennoch immer weiter bestätigt.
Die acht Songs erinnern bisweilen an den martialischen Stoff aus dem Hause BEHEMOTH, dann aber auch an so manchen finsteren Death-Metal-Act neueren Datums und in den thrashigen Passagen sogar an eine zeitgemäße Version von AURA NOIR. Es lässt sich ablesen, dass die Einflüsse offenbar sehr vielfältig sind und SISYPHEAN den bandeigenen Vorbildern auch gerne etwas zurückgeben will, ohne dabei die eigenen Anteile zu sehr in den Hintergrund zu stellen. Dies funktioniert gerade dann besonders gut, wenn sich die Truppe nicht in der eigenen Handwerkskunst verzettelt und vielleicht auch mal ein paar Details zu viel verstaut ('Hunting For Answers'), es stockt gelegentlich aber auch, wenn die Herren aus Litauen ihre Songs ein bisschen überfragmentieren ('In Divergence') und trotz anständiger Ansätze nicht so recht auf den Punkt kommen wollen.
Highlights und Anstrengungen halten sich letztlich die Waage, wobei SISYPHEAN nie den Eindruck erweckt, sich selbst mit den ambitionierten eigenen Ideen zu überfordern. Es ist nur manchmal wichtig, auch mal einen Punkt oder wenigstens ein Komma zu setzen, um einen Gedanken und eine Teilpassage logisch abschließen zu können, und exakt hier haben die Osteuropäer noch leichte Defizite. Fans von BEHEMOTH und polnischem Extrem Metal im Allgemeinen sollten aber definitiv mal ein Ohr riskieren, denn gerade zu Beginn und am Ende von "Divergence" warten doch ein paar richtige Kracher, die den gelegentlich etwas vollgestopften Silberling würdig und überzeugend einrahmen.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


